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Was wir von Klaus Kroschke lernen können Mittwoch, 28 Juni 2017 09:04 Foto: Jörg Scheibe

Was wir von Klaus Kroschke lernen können

Er ist heute mit 540 Mitarbeitern, davon 400 in Braunschweig, und einem erwarteten Jahresumsatz von 135 Millionen Euro Marktführer in Deutschland und vermutlich auch in Europa. Das Kerngeschäft: Versandhandel und Produktion von Arbeitssicherheits-Produkten wie Schilder, Aufkleber und Etiketten. Die Kroschke-Unternehmensgruppe, zu der auch vier Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich und Los Angeles gehören, lässt durch betriebswirtschaftliche Kennzahlen aufhorchen, die andere Unternehmer neidisch machen können: Die Eigenkapitalquote liegt bei 80 Prozent und die Umsatzrendite ist zweistellig. Es ist daher längst an der Zeit, zu fragen, was wir von Klaus Kroschke lernen können.

 

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Der Wille zum ­Unternehmer
 
Bereits in sehr jungen Jahren hat Kroschke, der am 20. Juni seinen 70. Geburtstag feierte, hautnah erlebt, was es heißt, hart am Erfolg zu arbeiten. Es war zuweilen ein entbehrungsreicher Weg, das Kleinstunternehmen seiner Eltern zu voller Blüte zu bringen. Noch heute ist er für diese Erfahrungen dankbar, denn was Kostendisziplin wirklich heißt, hat er in dieser Zeit gelernt. Seine Ausbildung bei einem Steuerberater brachte ihm zudem etwas sehr Wertvolles: Er kann Bilanzen lesen.

 

2
Mitarbeiter sind Gold wert
Den Erfolg bezieht Klaus Kroschke – wie es seine Art ist – nicht auf sich allein, sondern im Besonderen auf seine Mitarbeiter, über die er einmal gesagt hat, dass sie »Gold wert« sind. Andererseits fallen begeisterte Mitarbeiter nicht vom Himmel und hier kommt Klaus Kroschkes besondere Souveränität bei der Mitarbeiterführung ins Spiel. Er versteht es hervorragend, mit den unterschiedlichsten Menschen auf eine Wellenlänge zu kommen. Ein sehr seltenes Talent. »Ich habe nur gute und sehr gute Mitarbeiter.« Mit diesen Worten bringt Kroschke die Einsatzfreude seiner Leute zum Ausdruck. Er verhehlt dabei nicht, dass es heute erheblicher Anstrengungen bedarf, um Mitarbeiter zu motivieren und zu binden. Auf der einen Seite der Waagschale steht ein vernünftiges Gehalt und eine passende Unternehmenskultur, auf der anderen Seite die Leistung des Mitarbeiters.

3
Besonderes Verhandlungs­geschick

Was man Klaus Kroschke noch nachsagt, ist ein besonderes Verhandlungsgeschick: herzlich in der Art, hart in der Sache. Ob beim Kauf von Unternehmen, Immobilien, Maschinen oder wie in jüngster Zeit von Software. Aus dem angebotenen sieben-prozentigen Nachlass wurden schließlich 21 Prozent.

In dieser Beziehung ein besonderes Händchen zu haben, ist nicht die schlechteste Voraussetzung für einen erfolgreichen Unternehmer. Kroschke handelte dabei nie unter Druck, sondern traf eine Entscheidung erst, wenn die Neuerwerbung wirklich zu seinem Unternehmen passte.

 

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Weitere Mosaiksteine des Erfolgs

Als mittelständischer Unternehmer denkt Kroschke langfristig. Beispiel: Berufsausbildung. Auch hier agiert Klaus Kroschke, der rund 20 Jahre im Berufsbildungsausschuss der IHK mitarbeitet, weitsichtig, indem er insgesamt 50 Auszubildende beschäftigt. Er weiß sehr genau, dass die jungen Menschen in die Unternehmenskulturen hineinwachsen müssen, wenn sie später einmal zu den Leistungsträgern gehören sollen.

Mit dem gleichen Augenmaß geht Kroschke auch bei der Erfolgsbeteiligung seiner Führungskräfte und Mitarbeiter vor. »Leistung muss sich lohnen. Am Ende haben alle was davon«, bringt Klaus Kroschke es auf den Punkt.

Beispiel: Technologie. Kroschke hat neben dem Versandhandel eine der größten und modernsten Siebdruckereien Europas. Die Digitalisierung der Unternehmensgruppe treibt er vehement voran, ohne sich von den Erfolgsgaranten der Vergangenheit zu trennen. Das gilt zum Beispiel für die Kataloge, die mit 22 000 Artikeln in einer Auflage von über vier Million Exemplaren erscheinen.

Beispiel: Arbeitsklima. Für kurze Wege und bessere Kommunikationsmöglichkeiten während der Mittagspause soll ein in Kürze eröffnetes neues Betriebsrestaurant sorgen, in das Kroschke rund eine Million Euro investiert.

 

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Soziales Engagement
Zum Erfolg gehört für Klaus Kroschke aber wie selbstverständlich auch das soziale Engagement. Im nächsten Jahr feiert seine Kinderstiftung, die er gemeinsam mit seinem Bruder ins Leben gerufen hat, ihr 25-jähriges Bestehen. Er hat damit weit über 800 Projekte für Kranke und behinderte Kinder unterstützt und insgesamt 2,5 Millionen Euro ausgeschüttet.

 

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Feste arbeiten und Feste feiern
 

Was macht einen guten Unternehmer noch aus? Dass er mit Leidenschaft bei der Sache und der Beruf sozusagen sein Hobby ist. Er muss aber nicht nur feste arbeiten, sondern auch Feste feiern können. Und Klaus Kroschke wäre nicht Klaus Kroschke, wenn ihm zu seinem 70. Geburtstag nicht wieder etwas ganz Besonderes eingefallen wäre. Die Feier fand im neuen Hangar am Forschungsflughafen statt, der noch rechtzeitig fertig geworden war. Und da Klaus Kroschke neben seinen vielen Kompetenzen auch ein exzellenter Gastgeber und Netzwerker ist, waren unter den Gästen auch viele aus seiner Zeit als überzeugter »eingefleischter« Wirtschaftsjunior.

Der Grund für die Errichtung des Hangars ist simpel: Das Vier-Millionen-Projekt ist so gestrickt, dass sein eigenes Flugzeug sozu­sagen kostengünstig im Hangar unterkommt, getragen von den zehn anderen.

 

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Zukunftsstrategie
Vorsichtig gibt sich Klaus Kroschke bei der Zukunftsstrategie. Der auf reinen Handel ausgerichtete Teil des Unternehmens, der einen Umsatzanteil von 60 Prozent hat, wird durch Amazon und Co. immer preissensibler. Sein Ziel ist es daher, den Anteil der Eigenprodukte, die dem Preiswettbewerb nicht so stark ausgesetzt sind, deutlich zu steigern.

 

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Fitness
Zum Erfolg gehört es auch, die »Säge zu schärfen«, sprich in die eigene Fitness zu investieren. Ein Punkt, den Klaus Kroschke nie unterschätzt hat. Konsequent geht er jeden Morgen für 40 Minuten aufs Laufband und schwimmt anschließend 30 Minuten im hauseigenen Pool an seinem Wohnort in Meine.
geschrieben von  jh