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Erfolgreiche Konfliktlösung durch Mediation Dienstag, 13 September 2016 11:16 Foto: Jörg Scheibe

Erfolgreiche Konfliktlösung durch Mediation

»Es ist nicht leicht, Streithähne an einen Tisch zu kriegen, aber ...

... wenn man es geschafft hat, gehen die Parteien meistens ganz zufrieden auseinander.«
Das ist das Ergebnis einer Veranstaltung zum 4. Jahrestag der Mediation, der am 19. August im Kongresssaal der IHK stattfand.



»Gerade in den Unternehmen gibt es sehr viele Konflikte, die einen immensen finanziellen Schaden verursachen und die durch eine freiwillige außergerichtliche Streitschlichtung kostengünstig, schnell und vor allem nachhaltig gelöst werden können«, sagt Elisabeth Heister-Neumann, Repräsentantin für Niedersachsen der Deutschen Stiftung Mediation. Gemeinsam mit der Stiftung warben am 19. August auch Wolfgang Scheibel, Präsident des Oberlandgerichts Braunschweig, sowie Hauptgeschäftsführer Dr. Bernd Meier und Justitiarin Anje Gering von der IHK für die Streitschlichtung durch Mediation.

Unternehmensnachfolge, Konflikte bei Arbeitsverhältnissen, Familienangelegenheiten usw. – in allen Rechtsgebieten ist eine außergerichtliche Mediation möglich. »Wenn wir einen Konflikt haben, weil wir aneinander vorbei reden, geht es oft nicht mehr um die Sache, sondern um die Beziehung zueinander«, bringt Heister-Neumann das Problem vieler Auseinandersetzungen auf den Punkt, »wie bei einem Eisberg ist nur die Spitze erkennbar, alles andere bleibt verborgen. Mediation geht in die Tiefe und nimmt sich der Themen unterhalb der Oberfläche an.«



»Nach einer erfolgreichen Mediation können sich die Streithähne wieder in die Augen schauen und ihre Geschäftsbeziehungen auf einer ganz anderen Basis fortsetzen«, macht Dr. Bernd Meier den größten Vorteil der Mediation deutlich. »Eine außergerichtliche Mediation ist nicht nur durch die Stiftung Mediation möglich, sondern auch durch den Anwaltsverein sowie Kammern und Verbände«, ergänzt Anje Gering.

»Hochemotionale ­Konflikte«

Neben der außergerichtlichen gewinnt die gerichtsnahe Mediation bei Amts- und Landgerichten nach einem anhängigen Rechtsstreit durch speziell ausgebildete Richter immer mehr an Bedeutung. »Bei 10 Prozent aller Gerichtsprozesse des OLG-Bezirkes (rund 5000 Fälle im Jahr) wird dieser Weg gewählt, der zu einer Entlastung der Gerichte beiträgt«, freut sich Wolfgang Scheibel und berichtet von einer Erfolgsquote zwischen 70 und 80 Prozent. Diese liegt nach Einschätzung von Elisabeth Heister-Neumann, niedersächsische Justizministerin a. D., bei außergerichtlichen Mediationen sogar noch höher. »Durch Verschweigen und Verharmlosen von Konflikten entstehen in der deutschen Wirtschaft jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Nach Einschätzung von Experten könnten 25 Prozent dieser Kosten durch ein funktionierendes Konflikt­management vermieden werden«, betonte der Mediator Tilmann Metzger in seinem Festvortrag.

Dass Konflikte meistens hochemotional sind, wurde in der Festveranstaltung durch eine Live-Mediation anschaulich demonstriert. Dabei ging es um typische Konflikte der Unternehmensnachfolge.

»In einen Gerichtssaal gehen nur Sieger rein, aber selten Sieger heraus«, plädierte OLG-­Präsident Wolfgang Scheibel für einen höheren Stellenwert der Mediation. »Einem guten Mediator gelingt es, dass die Parteien wieder auf Augenhöhe miteinander reden«, erläuterte Dr. Hans-Lorenz Lassen, Vorsitzender Richter am Landgericht i. R. und Mediator bei der IHK. Letztlich gehe es um die gegenseitige Wertschätzung.

Bild oben: »Großer Bahnhof« aus Anlass des 4. Jahrestages des Bundesmediationsgesetzes in der IHK (von links): Anje Gering, Cornelia Rohse-Paul, Tilmann Metzger, Dr. Carola Reimann, Wolfgang ­Scheibel, ­Elisabeth Heister-Neumann, Susanne Schlüter, Peter Luths, Dr. Hans-Lorenz Lassen, Cornelia ­Höltkemeier und Carmen Winterberg.
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