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DER ROTE FADEN: Fakten-Check demografischer Wandel

Die »Initiative neue Soziale Marktwirtschaft« (INSM) hat einen Fakten-­Check zum demografischen Wandel gemacht und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die Einwohnerzahl in Deutschland nur zu halten ist, wenn bis 2035 netto mehr als 7 Millionen Menschen zuwandern. Hierbei muss klar zwischen Asylpolitik und gezielter Zuwanderung unterschieden werden: Mit der Aufnahme von Flüchtlingen nimmt die Bundesrepublik Deutschland eine humanitäre Aufgabe wahr. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist aber vor allem die gezielte Zuwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften wichtig. So kann Einwanderung helfen, den Wohlstand in Deutschland auch im demografischen Wandel zu sichern.

Der demografische Wandel kostet

Die steigende Zahl der Rentner bei abnehmender Anzahl Erwerbstätiger gefährdet die Finanzierung der öffentlichen Sozialversicherungen. So hat die Prognos AG für das Jahr 2040 ein Defizit der öffentlichen Haushalte von 144 Milliarden vorausberechnet, sollten Versicherungsbeiträge und steuerliche Bedingungen auf dem heutigen Niveau bleiben.

Die größte Finanzierungslücke entstünde dabei in der Gesetzlichen Rentenversicherung mit 83 Milliarden Euro.

Der Fachkräfteengpass wird immer ­gravierender

Bis 2035 werden knapp vier Millionen Arbeitskräfte fehlen – davon über 2,7 Millionen mit Berufsabschluss und 1,1 Millionen Akademiker. Ende September 2016 mangelte es allein im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) an rund 200 000 Spezialisten, Experten und Fachkräften, um alle offenen Stellen besetzen zu können.

Nach Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln wird der Engpass vor allem in den MINT-Ausbildungsberufen bis zum Jahr 2025 noch deutlich größer werden, weil die jährlichen Absolventen zu wenige sind, um die ausscheidenden Fachkräfte zu ersetzen. 2016 fehlen 78 000 MINT-Kräfte, 2025 werden es 135 000 sein.

Erwerbsfähige müssen für mehr Rentner aufkommen

Das Verhältnis von Rentnern zu Erwerbsfähigen verschiebt sich in Deutschland schon bis 2035 gravierend – aus drei Gründen: Die Geburtenrate pendelt schon seit Jahren um 1,4 Kinder pro Frau. Die Lebenserwartung ist deutlich gestiegen. Und: In den kommenden Jahren bis Mitte der 2030er geht die Babyboomer-Generation der geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1969 in Rente. Schon 2035 kommen daher auf einen Rentner nur noch zwei Erwerbsfähige, die dessen Altersversorgung erwirtschaften müssen. Heute stemmen diese Aufgabe immerhin noch rund drei 20- bis 64-Jährige.

An dieser Verschiebung der Altersstruktur ändert auch die aktuelle Zuwanderung vorwiegend jüngerer Menschen nichts.

geschrieben von  wo