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Private und staatliche Exportkreditversicherung: Exporteure wollen ­Flexibilität und Service

Schutz im Außenhandel (Teil 2)

Private und staatliche Export­kreditversicherung: Exporteure wollen ­Flexibilität und Service

Das Gros der staatlichen Absicherungen, die insgesamt etwa drei Prozent des gesamten deutschen Exportvolumens betreffen, entfällt mit rund 85 Prozent auf die Entwicklungs- und Schwellenländer. Umgekehrt gehen 85 Prozent der deutschen Ausfuhren in die Länder der OECD und NAFTA. Damit können die privaten Kreditversicherer die Haupthandelsströme der deutschen Unternehmen abdecken.

Aufgabe der staatlichen Garantien ist es zum einen, im mittel- und langfristigen Bereich, in dem die privaten Versicherer nur partiell aktiv sind, Absicherungsmöglichkeiten für Unternehmen zu bieten. Zum anderen ermöglicht diese Form der staatlichen Exportförderung, Wirtschaftsbeziehungen auch in Krisenzeiten aufrecht zu erhalten, wenn private ­Versicherer sich nach der Risikoprüfung entscheiden, ­Lieferungen und Leistungen in bestimmte Länder nicht mehr zu decken. Zuletzt war dies bei ­Griechenland der Fall.

»Lösungen für ­Einzel­risiken«

In bestimmten Branchen, besonders im Maschinenbau, ist die Grenze zwischen kurzfristigen sowie mittel- und langfristigen Zahlungszielen nicht ganz trennscharf. Was die Branche früher mit Blick auf die Angebote der privaten Kreditversicherer vermisst hatte, ist bei Coface zum Beispiel längst Realität: Coface hat sich für den Maschinenbau bei den Laufzeiten bewegt und deckt auch Einzelrisiken. Hier ist also ein Privater ein Stück weit in die alte Domäne der Staatsdeckung eingedrungen. Mit der Single Risk Cover können Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus Einzelrisiken auch im Bereich der mittelfristigen Zahlungsziele bis fünf Jahre, in bestimmten Fällen bis sieben Jahre, absichern.

Einen der Vorteile gegenüber der Staatsdeckung sehen Anbieter und Kunden darin, dass es keine Quote für den deutschen Produktionsanteil in den oft multinational strukturierten Projekten gibt. Diese Quoten in den Staatsgarantien werden von der deutschen Industrie als Nachteil angesehen, auch gegenüber anderen staatlichen Exportversicherern. Als weitere Vorteile gelten die Absicherungsmöglichkeit von Geschäften innerhalb Deutschlands – das ist dem Export­instrument Hermes-Deckung nicht möglich – sowie die schnelle Reaktionszeit. Beim Bund müssen Exporteure bisweilen auf die nächste Ausschusssitzung warten. Schnelle Entscheidungen sind aber sehr wichtig für Handels­geschäfte, gerade im internationalen Umfeld.

Im Detail:
Private Kreditversicherer unterliegen nicht den Bestimmungen des »Interministeriellen Ausschusses«
Keine Beschränkung hinsichtlich Anteile ausländischer Zulieferungen, lokaler Kosten oder Fertigung im Ausland (Mitversicherung ausländischer Töchter in der EU)
In der Regel keine umfangreichen Dokumentationen und Nachweise erforderlich
Kompletter Inkassoservice in der Prämie enthalten
»Cross-Border«-Deckung in vielen Ländern möglich
Prüfgebühr nur bei Abschluss, keine Ausfertigungsgebühr

Single Risk Cover von Coface:
Absicherung von Anlagen, Maschinen, Komponenten und ähnlichen Gütern sowie damit verbundenen Dienstleistungen
Absicherung von Bietungs-, Anzahlungs- und Vertragserfüllungsgarantien gegen unfair calling und fair calling im Falle politischer Ereignisse
Absicherung von Beteiligungen im Ausland (z. B. gegen Beschlagnahme, Enteignung, Nichtzahlung von Dividenden)
Absicherung von z. B. Akkreditivbestätigungen für Banken bei Handelsgeschäften
Importabsicherung einer Warenvorfinanzierung gegen Nichtlieferung (Insolvenz) und Kündigung des Importvertrags durch politische Ereignisse
Absicherung von größeren Sondergeschäften möglich

»Wirtschaftliches und ­politisches Risiko«

Das politische Ausfallrisiko ist nach wie vor ein wichtiger Aspekt im internationalen Geschäft. Aber auch private Exportversicherer bieten teilweise die Absicherung politischer Risiken in Verbindung mit den wirtschaftlichen Risiken an. Bei Coface z. B. erfasst der so genannte Protracted Default beide Risikosegmente. Dabei zahlt der Versicherer nach einer vereinbarten Frist, unabhängig davon, ob wirtschaftliche oder politische Ursachen dazu führten, dass die Forderung des Versicherungsnehmers von dessen Kunden nicht beglichen wurde. Entscheidend ist nur, dass das politische Risiko in den Versicherungsschutz eingeschlossen wurde.

Als wirtschaftliches Risiko wird klassischer Weise die Insolvenz des Abnehmers sowie die Nichtzahlung gedeckt. Als politische Risiken gelten unter anderen Transfer-, Konvertierungs- oder Importverbote oder Embargos.
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