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Vierzig Jahre jung und dynamisch im Ehrenamt Mittwoch, 06 September 2017 16:04 Foto: WJ-Archiv

Vierzig Jahre jung und dynamisch im Ehrenamt

Am 23. September feiern die Braunschweiger Wirtschaftsjunioren ihr 40-jähriges Bestehen. Über vier Jahrzehnte hinweg haben sich diverse Juniorengenerationen ehrenamtlich zum Wohle der regionalen Wirtschaft und Gesellschaft engagiert. Für viele junge Unternehmer und Führungskräfte waren die Wirtschaftsjunioren das Sprungbrett für weitergehende ehrenamtliche Tätigkeiten in der IHK oder an anderer Stelle. »Von Beginn an zeichnete sich der Kreis durch die außergewöhnliche Umtriebigkeit seiner Mitglieder aus. Daran hat sich bis heute nichts geändert«, sagt der diesjährige Juniorensprecher Timo Wesemann.

Der Startschuss für die vielfältigen Aktivitäten der Braunschweiger Wirtschaftsjunioren fiel im Jahr 1977. Damals gab der spätere Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig ­Werner Vehling den Anstoß zur Gründung des hiesigen Juniorenkreises. Nach dem Vorbild anderer Kreise sollte ein Zusammenschluss junger Unternehmer und Führungskräfte mit dem Ziel aufgebaut werden, sich aktiv für die Fortentwicklung der sozialen Marktwirtschaft einzusetzen. Im September 1977 erfolgte eine erste offizielle Zusammenkunft, auf der ein Programm mit Terminen und Themen für den restlichen Jahresverlauf verabschiedet wurde. Am 19. Januar des darauf­folgenden Jahres fand in den Clubräumen der IHK Braunschweig schließlich die formale Gründungsversammlung des »Juniorenkreises im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Braunschweig« statt. 18 Gründungsmitglieder beschlossen eine Satzung und wählten den ersten Vorstand der Braunschweiger Wirtschaftsjunioren um Sprecher Olaf Kohlmetz. Seit 1982 firmiert der stetig gewachsene Kreis unter der bundeseinheit­lichen Bezeichnung Wirtschaftsjunioren.

Fokus auf Aktivitäten und Projekte

An die Intention der Gründungszeit erinnert sich Adalbert Wandt, seines Zeichens Gründungsmitglied und erster Senator der Braunschweiger Wirtschaftsjunioren: »Wir wollten in die Ausschussarbeit der IHK unabhängig eingebunden sein und Verantwortung übernehmen.« Diesem Anspruch wurden die Junioren seither immer wieder von neuem gerecht. Organisiert als eigenständiger Verein verfolgen sie tatkräftig und mit klarer Fokussierung ihre Aktivitäten und Projekte. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei von Beginn an die Thematik der wirtschaftsbezogenen Bildung und Ausbildung. An die Anfänge denkt der Wirtschaftsjunioren-­Senator und heutige IHK-Präsident Helmut Streiff zurück: »Ein wesentliches Anliegen war uns als Wirtschaftsjunioren, Schulen und Schüler bei wirtschaftlichen Themen zu unterstützen und die Schüler auf die Anforderungen in den regionalen Unternehmen vorzubereiten. Unternehmer hatten damals nicht immer das beste Image an den Schulen – das wollten wir verbessern.« So wurde schon 1979 erstmals ein »Schülerwettbewerb über Wirtschaftsfragen« mit attraktiven Hauptpreisen ausgerichtet und über mehrere Jahrzehnte fortgeführt. Weitere bildungsbezogene Aktivitäten waren das 1982 erfolgreich durchgeführte Projekt »Berufe zum Anfassen« oder der 1984 aus dem Juniorenkreis heraus gegründete Ausbildungsverbund Braunschweig, in den später auch die Partnerstadt Magdeburg mit einbezogen wurde. Aus diesen Anfängen heraus haben die Junioren im Verlauf der Jahrzehnte neben bildungsbezogenen Projekten zahllose Aktivitäten entwickelt, die sie heute im Rahmen von sechs Arbeitskreisen verfolgen (siehe Übersicht).

Legendäre Konferenzen

Besondere Höhepunkte in der 40-jährigen Geschichte der Braunschweiger Wirtschaftsjunioren sind vor allem mit der Ausrichtung großer Juniorenkonferenzen verbunden. 1985 war Braunschweig erstmals Gastgeber der Hanseraumkonferenz für die norddeutschen Wirtschaftsjunioren und gab dabei das Motto »Forschung – Bildung – Neue Märkte« vor. Sechs Jahre später veranstalteten die hiesigen Junioren unter dem Slogan »Partner in Europa« die Bundeskonferenz, die von vielen Teilnehmern noch heute als legendär bezeichnet wird. 2003 fand dann mit dem Leitspruch »Der Zukunft auf der Spur« die zweite Hanseraumkonferenz in Braunschweig als bis dahin größte Hanseraumkonferenz der Geschichte statt. Mit der 2012 erfolgten Durchführung der Wirtschaftsjunioren-Europakonferenz unter dem Motto »Enjoy… every first second« schossen die hiesigen Junioren schließlich den Vogel ab. Fast 2200 Besucher aus 67 Ländern waren gekommen, um an Seminaren teilzunehmen, Geschäftskontakte zu knüpfen und die Region kennen zu lernen. Das umfangreiche Konferenzprogramm bestand aus 285 einzelnen Programmpunkten und ließ keine Wünsche offen. Bei allen ausgerichteten Konferenzen war die Resonanz der Teilnehmer überwältigend, die Organisationsteams wurden mit Lob geradezu überschüttet. Daher zählen die Konferenzausrichtungen für zahlreiche Braunschweiger Junioren zu den schönsten Erinnerungen ihres Juniorenlebens.

Über das Netzwerk Freunde geworden

Natürlich war und ist auch der Netzwerkgedanke immer eine Motivation zur Mitwirkung bei den Wirtschaftsjunioren. So sagt das langjährige Mitglied Manfred Junicke: »Für mich stand der Erfahrungsaustausch mit Menschen in ähnlichen Situationen, die als Unternehmer die gleichen Probleme und Sorgen wie ich haben, im Vordergrund.« Auch der ehemalige Wirtschaftsjunior Wilfried Both und Wirtschafts­junioren-Senator Wolfgang Niemsch messen dem Networking im Juniorenkreis eine hohe Bedeutung zu. Timo Wesemann pflichtet dem bei: »Die Wirtschaftsjunioren sind das ideale Forum, um junge Führungskräfte zusammenzubringen und die Grundlage für ein berufliches und privates Netzwerk zu legen.« Auf diese Weise sind im Laufe der Zeit zahllose Freundschaften entstanden, die den Zusammenhalt des Braunschweiger Unternehmertums befördert haben. »Alle Termine trugen zum Zusammenwachsen bei – etwa die Gründung des Braunschweiger Commerce Skatclubs, der schon seit mehr als 30 Jahren einmal im Monat ruft«, erwähnt Adalbert Wandt exemplarisch.

Atmosphäre des Vertrauens

Seit Gründung des Braunschweiger Juniorenkreises haben sich mehrere Hundert junge Unternehmensvertreter in ihrer Freizeit in vorbildlicher Weise für wirtschaftliche und gesellschaftliche Belange in der Region Braunschweig eingesetzt. Mit Adalbert Wandt, Gerd-Ulrich Hartmann, Wolfgang Niemsch, Helmut Streiff, Werner Vehling, Henning Schaper, Michael Menrad, Max Tuijtel, Tobias Friedrich, René Weidig, Sascha Harland, Sebastian Scheuvens und Christian Niemsch erwarben sich in den vergangenen vier Jahrzehnten 13 Junioren besondere Verdienste, die mit der Verleihung des Wirtschaftsjunioren-Senatorentitels gewürdigt wurden. Viele der besonders engagierten Wirtschaftsjunioren haben in der Folge den Weg in das Ehrenamt der IHK Braunschweig gefunden. So waren die letzten vier Präsidenten der IHK Braunschweig allesamt Wirtschaftsjunioren. Auch im Präsidium, in der Vollversammlung und in den Ausschüssen der IHK Braunschweig sind zahlreiche ehemalige oder auch aktuelle Wirtschaftsjunioren vertreten. Die Bedeutung der Wirtschaftsjunioren als Nachwuchsorganisation spricht IHK-Präsident Helmut Streiff an, wenn er sagt: »Das Ehrenamt der IHK profitiert stark von den Wirtschafts­junioren, zumal sich viele durch ihre ersten Aktivitäten bei den Junioren mit der Kammerarbeit vertraut gemacht haben. Das durch interessante Veranstaltungen geprägte Juniorenprogramm macht zudem die Zusammenarbeit und das Zusammenwachsen leicht und schafft eine Atmosphäre des Vertrauens, die es in anderen Organisationen so kaum gibt.«

 

Interesse an der Junioren­arbeit?

Die Braunschweiger Wirtschaftsjunioren freuen sich über tatkräftige Unterstützung durch neue Mitglieder. Die wichtigsten Aufnahmevoraussetzungen sind:

  • Alter bis zu 40 Jahre,
  • Führungs- oder Führungsnachwuchseigenschaft in einem IHK-zugehörigen Unternehmen,
  • Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung.

Nähere Informationen erhalten sie unter www.wj-braunschweig.de oder durch die Geschäftsstelle der Braunschweiger Wirtschaftsjunioren, Herrn Berndt von Conradi (Tel.: 0531 4715-248, E-Mail: wj@braunschweig.ihk.de).

Bild ganz oben: Die ersten zehn Sprecher der Braunschweiger Wirtschaftsjunioren von 1977 bis 1987 mit dem damaligen IHK-Hauptgeschäftsführer Werner Vehling.

geschrieben von  co