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Seit 60 Jahren sorgt die Deutsche Kleiderstiftung Spangenberg für Wärme und Würde Donnerstag, 19 Oktober 2017 10:42 Foto: André Pause

Seit 60 Jahren sorgt die Deutsche Kleiderstiftung Spangenberg für Wärme und Würde

In ganz Deutschland sammelt die Deutsche Kleiderstiftung gebrauchte und neue Kleidung, Schuhe, Haushaltswäsche sowie Accessoires – und bringt diese an die Orte in Deutschland, Europa und Übersee, an denen sie wirklich gebraucht werden. Örtliche Sammelpartner sind in der Regel evangelische Kirchengemeinden, Freikirchen, katholische und evangelische Jugendgruppen sowie Privatleute. Anlässlich des 60. Geburtstages lud die in Berlin-Neukölln von der Herrnhuter Brüdergemeine gegründete Einrichtung in ihre Sammelhalle am heutigen Helmstedter Stammsitz ein. Herzliche Grüße übermittelte vor Ort auch Lorenz Flatt, Präsidiumsmitglied und Vorsitzender des Regionalausschusses der IHK Braunschweig.




Der Blick in die Halle ist beeindruckend: Wöchentlich kommen über zahlreiche Paketspenden, Sammelcontainer und die diakonischen Sammlungen mehr als 70 000 Kilogramm Textilien und Schuhe zusammen. Alles wird in Helmstedt per Hand sortiert. Gut erhaltene ­Stücke werden im Anschluss an Bedürftige verteilt. 35 hauptamtliche Mitarbeiter kümmern sich um die textilen Hilfsmittel, die 2500 Kirchen­gemeinden sowie gemeinnützige Organisationen sammeln oder die direkt an die Stiftung gespendet werden. Zusätzlich zu den etablierten Sammlungen bietet die Kleiderstiftung seit 2013 deutschlandweit auch die kostenfreie Paketspende an. Bekleidung, Haushaltstextilien und Schuhe können in großen Kartons über Paketdienste an die Kleiderstiftung geschickt werden – der Versandschein kann auf der Website ausgedruckt werden.

Zeitgemäßes Netzwerk

»Suchet der Stadt Bestes« – mit diesen Worten aus Jeremias Brief an die Weggefährten in Babel stellte der geschäftsführende Vorstand Ulrich Müller vor Förderern, Partnern, Mitarbeitern und Gästen die Aufgabe der Deutschen Kleiderstiftung vor und dankte den zahlreichen Unterstützern, die mit Kleider- und Geldspenden dazu beigetragen haben, dass sich die Hilfsorganisation bereits so lange für bedürftige Mitmenschen im In- und Ausland einsetzen kann. Manchmal wird durch diese Hilfe aus einer Idee mit ideellem Zweck letztendlich ein Hilfsprogramm geformt, das letztlich in einer Selbstständigkeit im betroffenen Gebiet der Bedürftigkeit mündet. So entstand in Kaliningrad ein »Danke-­Shop« mit eigenen Handelsbeziehungen und eigenem Sammelsystem. In Deutschland, so Müller, reagiere die Stiftung unterdessen auf die sich verändernde soziale Situation: »Durch den von Spangenberg entwickelten diakonischen Kreislauf von Spenden entsteht ein zeitgemäßes Netzwerk mit dem Ziel, Armut zu lindern und Nächstenliebe zu praktizieren.« Ausländische Kernprojekte der Stiftung befinden sich beispielsweise in Albanien, Russland, Moldawien, aber auch in Togo, Indien und Brasilien. Humanitäre Hilfe heute sei eine spannende Tätigkeit, bei der man sich ständig neu erfinden und betriebliche Abläufe fortwährend hinterfragen müsse. Hilfreich dabei sei auch ein Innovationsaudit der IHK Braunschweig in Kooperation mit der NBank gewesen, aus dem sich interessante Beziehungen zur Fakultät Handel und soziale Arbeit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaft ergaben, skizzierte Müller.

Die Stiftung als Imagefaktor

Ein Teil der Waren wird unter Einhaltung der ethischen Standards von FairWertung e. V. auch in den Charity-Shops Zweimalschön in Braunschweig und Magdeburg verkauft. Stephanie Schuhmann, Referentin des Braunschweiger Shops, erläuterte das besondere Konzept der Zusammenarbeit von Festangestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitern in den Läden, die von der Deutschen Kleiderstiftung angegliederten Spangenberg Textilien GmbH operativ verantwortet werden. Bürgermeister Wittich ­Schobert betonte den Imagefaktor der Kleider­stiftung für die 28 000-Einwohner-Stadt Helmstedt und dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Helfern, die »offensichtlich den Spaß an der guten Sache genießen«. Malte ­Schumacher, Geschäftsführer der EngagementZentrum gGmbH in Braunschweig, hob schließlich das Dreieck Kirche – Stiftung – Verein hervor, das einen zeitgemäßen Wandel in einem nun 60 Jahre andauernden Transforma­tionsprozess darstelle.

Bild oben: Malte Schumacher (Geschäftsführer EngagementZentrum gGmbH), Bürger­meister Wittich Schobert, Ulrich Müller (geschäftsführender Vorstand Deutsche Kleiderstiftung), Lorenz Flatt (Präsidiumsmitglied und Vorsitzender des Regionalausschusses der IHK Braunschweig), Stefanie Schuhmann (Shop-Referentin Zweimalschön) und Eckard Borras (ehrenamtlicher Vorstand Deutsche Kleiderstiftung) freuen sich über den 60. Geburtstag der Deutschen Kleiderstiftung.
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