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Fokus Chefbüro: Axel Schaper Mittwoch, 16 November 2016 10:56 Foto: Peter Pohl

Fokus Chefbüro: Axel Schaper

»Unter den 447 Instituten, die in Deutschland Fernunterricht anbieten, zählen wir zwar zu den kleineren, gehören dafür aber zu den Besten«, meint Axel Schaper, geschäftsführender Gesellschafter der afw Wirtschaftsakademie in Bad Harzburg. Er verweist auf das Internet-­Portal Fernstudiumcheck, dem größten deutschen Bewertungsportal, bei dem sein Unternehmen seit sechs Jahren immer unter den Top Ten liege und dreimal als »Institut des Jahres« ausgezeichnet worden sei. Auf dem ­Portal beurteilen Studenten und Absolventen von Fernstudiengängen ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Anbietern. »Ein besseres Marketing gibt es für uns nicht«, stellt Schaper fest. Immer mehr Interessenten für ein Fernstudium nutzten solche Portale für die Auswahl eines Anbieters. Fernstudiumcheck wird monatlich 400 000-mal angeklickt.

Schaper ist seit 1997 bei afw. Das Kürzel steht für Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft, die einst mit dem Harzburger Management-­Modell sehr erfolgreich war. Nach dem Konkurs im Jahre 1989 wurden die Geschäftsbereiche zerlegt und verkauft. Der Bereich Fernstudium war zunächst sechs Jahre lang eine Tochtergesellschaft des IBM-Konzerns. 1999 kam es zu einem Management-Buy-out, Schaper war damals schon dabei. »Wir haben es geschafft, das Unternehmen von einer reinen Fernstudium-­Akademie zu einer Wirtschaftsakademie zu entwickeln, die erfolgreich auch professionelle Management-­Seminare anbietet«, erzählt er. Heute gibt es zehn Gesellschafter. Schaper: »Das sind Mitarbeiter, Freunde und Partner des Hauses. Wir sind fast so etwas wie ein Familien­unternehmen.« Es werden acht feste und 14 Teilzeitmitarbeiter, acht Fach- und Fernlehrer zur Betreuung der Studenten sowie 30 Trainer und Coaches für den Seminarbereich beschäftigt. Zweiter Geschäftsführer ist Dietmar Borsch.

»Firmensitz ist eine Villa im Zentrum von ­Bad Harzburg«

Seit Anfang des Jahres residiert das Unternehmen in einer alten, aber komplett renovierten Villa im Zentrum von Bad Harzburg. Es ist alles sehr licht, hell, in freundlichen Farben und mit viel Holz gestaltet. Schapers Chefbüro ist relativ klein, nüchtern und funktional ausgestattet. Privates findet man hier nicht. »Das ist nur mein Arbeitsplatz«, sagt Schaper denn auch. Im Übrigen sei er viel unterwegs. Nebenan ist ein größerer Besprechungsraum mit einem großen schönen Holztisch. »Hier halte ich mich fast mehr als in meinem Büro auf, um mit Mitarbeitern und Kunden zu sprechen«, lächelt Schaper. In seinem Büro fallen nur eine große Landkarte Deutschlands (»damit ich weiß, wo unsere Kunden und Studenten herkommen«) und ein Bild vom Roten Platz in Moskau auf. Das ist kein Zufall: Die Akademie ist sehr stark in Russland und Osteuropa engagiert, hat gewissermaßen die deutsche Fernstudium-Kultur dorthin exportiert. Schaper reist mehrmals im Jahr allein nach Russland.

»Mit Tourenski auf den Brocken«

Im Büro kümmert er sich um das operative Geschäft, springt nur gelegentlich als Berater oder Coach ein. Schaper hat in Gießen und ­Göttingen Ökonomie studiert. Danach arbeitete er bei Bertelsmann, bevor »der Ruf aus Bad Harzburg kam«. Eigentlich habe er nur drei Jahre bleiben wollen, erzählt er. Inzwischen sind es fast 20 Jahre geworden. Er nennt Gründe: Das Unternehmen entwickelte sich gut, er fühle sich hier wohl und dem Harz mit seinen Freizeitmöglichkeiten verbunden. Schaper ist in Goslar aufgewachsen und wohnt auch dort. Er joggt und wandert gern, ist im Winter auf Langlaufskiern unterwegs. Hin und wieder macht er seine Lieblingstour: Morgens sehr früh auf Tourenskiern von Oderbrück auf den Brocken, dort frühstücken und dann wieder runter – bevor der Touristenansturm einsetzt. Sein anderes Hobby: ­Oldtimer-Autos. Schaper besitzt mehrere ältere VW, beispielsweise einen K 70 (einst im Werk Salzgitter gebaut), einen Santana und einen Corrado.

»Führungskompetenz mit ›Harzburg-Diplom‹«

Die Wirtschaftsakademie bietet zehn staatlich zugelassene Studiengänge an, mit denen ­Führungskräfte und Arbeitnehmer, die es werden wollen, ihre persönliche und betriebliche Führungskompetenz weiterentwickeln können. Das Spektrum reicht vom Personalmanagement über Projektmanagement bis zur Betriebswirtschaftslehre. Die Studiengänge dauern zwischen vier und 24 Monate. Die Abschluss­prüfungen zum »Harzburg-Diplom« finden stets in Bad Harzburg statt. Schaper: »Derzeit haben wir 1600 Studenten. Insgesamt hat die Akademie bisher 109 000 Studenten betreut.«

»Seit 26 Jahren in ­Osteuropa aktiv«

Seit 26 Jahren ist die Akademie in ­Osteuropa aktiv. Schon kurz nach der Gorbatschow-­Wende wurden erste Kontakte geknüpft. Wichtigster Partner ist heute die zweitgrößte Universität in Moskau, mit der ein Kooperationsvertrag in Sachen Fernstudium besteht. Dabei werden afw-Studiengänge den russischen Anforderungen angepasst. Regelmäßig kommen russische Studentengruppen für eine einwöchige Exkursion nach Bad Harzburg.

»Mit unserem Studiengang Projektmanagement sind wir auch in anderen Ländern Osteuropas erfolgreich«, berichtet Schaper. Dabei arbeite man mit Management-Instituten in den drei baltischen Staaten, in Kasachstan und in der Ukraine zusammen. »Wir verleihen grundsätzlich die Zertifikate und ­Diplome, die Studien­arbeit vor Ort machen unsere Partner«, erläutert Schaper.

Das Geschäft mit Weiterbildungsseminaren für Unternehmen werde immer wichtiger, betont Schaper. Dabei würden standardisierte »Seminarangebote von der Stange« immer weniger gefragt. In den Unternehmen schaue man inzwischen genauer hin, wer welche Weiterbildung benötige. Schaper: »Gefragt sind heute Seminar- und Coaching-Angebote, die auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten sind.« Zu den Kunden zählten bundesweit Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, aber auch Sozialverbände und öffentliche Verwaltungen. Die Seminare finden entweder vor Ort beim Unternehmen aber auch in Bad Harzburg statt – was wiederum, so ­Schaper, auch den Hotels und Gastronomen in der Stadt zugutekomme.

geschrieben von  sie