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Auf ins ­Zeitalter der ­Bioökonomie! Mittwoch, 29 März 2017 08:57 Foto: okerland-archiv

Auf ins ­Zeitalter der ­Bioökonomie!

Das 20. Jahrhundert war die Ära der fossilen Kohlenstoffquellen. Erdöl, Erdgas und Kohle lieferten die Energie für Industrie, Mobilität und Haushalte. Aus Erdöl stammten auch zumeist die Stoffe des Alltags, vom Kunststoff bis zum Pestizid. Eine Million mal schneller, als er entstanden war, gelangte der fossile Kohlenstoff dadurch in die Umwelt.

Das 21. Jahrhundert wird die Ära der De-Fossilierung sein. So haben es die G7-Nationen 2015 beschlossen, so erfordert es auch dringend die Überlastung der Umwelt mit den fossilen Kollateralschäden, bis hin zum Klimawandel. Auf dem Energiesektor heißt dieses Projekt: »Energie­wende«, leider nicht optimal geplant und organisiert – und trotzdem unausweichlich.

Auch unsere Alltagsstoffe werden künftig aus biogenen (erneuerbaren) Quellen stammen statt aus Erdöl. Diese »Chemiewende« ist bereits in vollem Gange. Sie bietet den Einstieg in eine völlig neue, postfossile Wirtschaftsweise. Diese Bioökonomie ist von der Bundesregierung als eine wesentliche Basis für das »Made in Germany 2.0« identifiziert worden. Hier liegen die Arbeitsplätze und die Exportchancen der Zukunft.

Natürlich gibt es auch Widerstände. Eine konsequente Chemiewende stellt manches fossil-basierte Geschäftsmodell in Frage. Aber die fortschrittlicheren Unternehmen der Chemischen Industrie wollen nicht das traurige Schicksal der großen Energiekonzerne erleiden und verabschieden sich mehr und mehr vom Verlierer-Rohstoff Erdöl.

Die Pioniere einer biogenen Chemie haben längst das technische Niveau der konventionellen Chemie erreicht – und das ohne aggressive Chemikalien, Störfallrisiken und Problemabfälle. Sie setzen erfolgreich auf dezentrale, flexible Verfahren wie die Mikroreaktionstechnik und bieten jungen Chemikerinnen und Technikerinnen beste Perspektiven.

Die innovativen Produkte der neuen Chemie passen genau zu den Ansprüchen einer modernen Gesellschaft. Ökologie, Gesundheit, Warenästhetik, Wohlbefinden, dezentrale Strukturen und Soziales ­finden in ihnen eine zukunftsweisende Balance.

Sie können Hermann Fischer auch eine E-Mail schreiben: redaktion@chemiewende.de.

Bild oben: »Die Chemiewende ist ein tolles Projekt für nachhaltige Innovationen und zukunftssichere Arbeitsplätze«, sagt der Chemiker Dr. Hermann Fischer, Gründer der AURO AG in Braunschweig. Fischer ist im Präsidium des Naturschutzbundes Deutschland und der ­Internationalen Novalis-­Gesellschaft. Kürzlich erschien das Buch »Chemiewende«, das Fischer zusammen mit Dr. Horst Appelhagen verfasst hat (Kunstmann-Verlag München).

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