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Software-­Entwickler – Dann schnitz dir doch welche Mittwoch, 26 April 2017 10:25 Foto: Susanne Hübner

Software-­Entwickler – Dann schnitz dir doch welche

Viel vorgenommen haben wir uns in Deutschland: Beim autonomen Fahren den verlorenen Anschluss zurückgewinnen, Digitalisierung zu Kunden und Lieferanten zeitnah umsetzen, Industrie 4.0 in der Produktion breit einführen, mehr intelligente Robotik und die neue virtuelle Realität in allen Lebensbereichen etablieren. Alle diese wichtigen Zukunftsthemen haben eine Gemeinsamkeit. Sie benötigen viele gute Software-Entwickler.

Sich vornehmen allein genügt aber nicht. Schon heute ist abzusehen, dass Sie zu zehntausenden fehlen – die Software-Entwickler. Der schöne Plan ist für die nächsten Jahre schon jetzt zum Scheitern verurteilt. Andere Länder werden, wie bei der Social Media Software, das Rennen machen. Dabei haben wir eine gute Basis. Unsere Jugend wächst wie selbstverständlich mit Software und Mobilgeräten auf. Auch ist der Bildungsstand hoch. Die ersten wichtigen zehn Prozent. Um mittelfristig doch noch mitreden zu können, stellt sich die Frage, was jeder von uns regional dazu beitragen kann. Hier meine kleine Liste:

Eltern und Lehrer: Jugendliche spielerisch mit Technik, Physik und Mathe­matik begeistern, ist eine notwendige Basis. Die Lehrer aller Fachbereiche sollten dort eine ihrer Prioritäten sehen. Jede Schule: Ihre vor 10+ Jahren eingerichteten »Computer AGs« breit weiterentwickeln, statt zahlenmäßig homöopathisch an das Thema heranzuführen. Einfache Spiele zu programmieren, ist heute kinderleicht und schafft Begeisterung. Ministerium in Hannover: Bei dem Thema »IT als eigenes Pflichtfach« nicht noch das nächste Jahrzehnt verschlafen. Die Forderung Deutschlands, Kinder neben klassischen Inhalten auch bei Zukunftsthemen voranzubringen, gibt es nun wahrlich lange genug.

TU Braunschweig: Seit einigen Jahrzehnten schaffen es wenige Professoren konstant 50 Prozent der Informatikstudenten »zu sieben«. Eine der großen Ressourcen-Verschwendungen, verbunden mit viel Leid einzelner. Diesen wenigen Professoren gilt es, öffentlich auf die Finger zu schauen und zu hinterfragen, wie ihre Fähigkeit ist, Wissen auch an mehr als 50 Prozent der Studenten zu vermitteln. ­WelfenAkademie: Einen erweiterten Schwerpunkt legen. Passt gut zu Betriebswirtschaft. Unternehmen: Die duale Ausbildung gilt es, weiter zu forcieren. In traditionellen Ausbildungsberufen sollten größere Anteile Software im Lehr- und Ausbildungsplan aufgenommen werden. Last but not least: Neben den klassischen Softwarehäusern stehen auch andere Unternehmen vor der Pflicht, ihre bisherigen angebotenen Ausbildungsberufe um den Softwareentwickler zu erweitern und aktiv dafür zu werben.

Sie können Ralf Geishauser auch eine E-Mail schreiben: rgeishauser@gedys-intraware.de

Bild oben: Diplom-Informatiker Ralf Geishauser, Gründer des Braunschweiger CRM Unternehmens GEDYS Intraware GmbH, weist auf fehlende ­Software-Entwickler hin. ­Geishauser: »Was wir uns in Deutschland ­vorgenommen haben, bekommen wir mit den aktuellen Konzepten nicht hin.«

geschrieben von  wo