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Die Preise für Wohnimmo­bilien in unserer Region werden weiter steigen Freitag, 11 August 2017 10:29 Foto: oh

Die Preise für Wohnimmo­bilien in unserer Region werden weiter steigen

In dem derzeitigen Marktumfeld bin ich davon überzeugt, dass die Immobilienpreise für Wohnraum weiter steigen werden. Insbesondere in den Städten Braunschweig, Wolfenbüttel, bestimmten Stadtteilen von Salzgitter, Wolfsburg, Gifhorn sowie angrenzenden Peripherielagen mit einer guten Infrastruktur besteht aktuell im Bereich des Neubaus eine hohe Nachfrage nach attraktiven Grundstücken für Ein­familienhäuser und Geschosswohnungsbau. Die Kommunen schaffen es zur Zeit nicht, durch entsprechende Bereitstellungskonzepte diese Nachfrage zu bedienen. Diese Verknappung des Gutes »Fläche« treibt die Preise weiter nach oben.

Die anhaltend niedrige Arbeitslosenquote, der Wunsch nach Schaffung von Eigentum sowie das historisch niedrige Zinsniveau sind weitere Treiber des aktuellen Trends. So musste beispielsweise Mitte 2011 ein Bauherr für ein Darlehen von 250 000 Euro bei 4,2 Prozent Zinsen und 2 Prozent Tilgung noch 1290 Euro pro Monat für die Bedienung des Kredites aufbringen. Heute kann er mit der gleichen monatlichen Rate einen Kredit von 430 000 Euro bedienen. Dieser Umstand führt dazu, dass die Kunden bei der Auswahl ihrer Häuser bereit sind, mehr zu investieren und sich höher zu verschulden. Auch dies treibt die Preise nach oben. Hinzu kommt noch die insgesamt gute Auslastung der bauschaffenden Betriebe sowie die erhöhten Rohstoff- und Gestehungs­kosten, auch bedingt durch veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen.

Bei den Bestandsimmobilien sehe ich zur Zeit, dass das wesentlich höhere Preisniveau der um uns herum liegenden Metropolstädte wie Hamburg, Berlin und Hannover auch auf uns abfärbt. Die dort tätigen Investoren und Marktteilnehmer sind aufgrund der immer höheren Kaufpreisfaktoren für Renditeimmobilien längst auf unsere Städte aufmerksam geworden und kaufen nun hier verstärkt Immobilien, um bessere Renditen für ihre Portfolien erzielen zu können. Hinzu kommt, dass bei Bestandsimmobilien das Mietniveau aufgrund alter Verträge oft noch vergleichsweise niedrig ist und Steigerungspotenziale in die Kaufüberlegungen eingepreist werden.

Meine Erwartungen betreffen insbesondere Preise für mittlere und gute Lagen. Spitzenpreise für Prestigeobjekte in Toplagen, insbesondere in Braunschweig, werden wir in Zukunft weiter sehen. Aufgrund der geringen Anzahl dieser Objekte halte ich diese für das insgesamt weiter steigende Preisniveau im Markt für nicht repräsentativ. Schlechte Lagen und Lagen mit schwacher Infrastruktur werden weiter Bevölkerungsanteile an die attraktiven Standorte verlieren, was die Nachfrage dort weiter erhöht und zu einem steigenden Preisniveau führt. Entscheidend ist für mich für eine sachgerechte Beurteilung folglich eine genaue Untersuchung des jeweiligen Standorts einer Immobilie, um bei Strukturierungen von Finanzierungen für die Kunden und die Bank eine verantwortungsvolle Entscheidung hinsichtlich der Finanzierungshöhe und -parameter zu treffen.

Sie können Ingo Meier auch eine E-Mail schreiben: meier@seeligerbank.de

Bild oben: Ingo Meier, Direktor des Bankhauses C. L. Seeliger, rechnet auch weiterhin mit steigenden Preisen für Wohnimmobilien.

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