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Kein gesunder Körper ohne gesunde Zähne Mittwoch, 26 Juli 2017 09:49 Foto: André Pause

Kein gesunder Körper ohne gesunde Zähne

Menschen, die mit gesunden Zähnen leben, haben gut lachen – und das gleich in zweifacher Hinsicht. Natürlich sehen gepflegte Zähne einfach schöner aus. Weitaus wichtiger als der Beitrag, den das gesunde Gebiss zur guten Optik beisteuert, ist jener, der sich in der allgemeinen Körpergesundheit und somit auch im persönlichen Wohlbefinden äußert. Das kann der Braunschweiger Zahnarzt Olaf Römer bestätigen. Wir haben den Mediziner in seiner Praxis in der Georg-Westermann-Allee besucht.

Herr Römer, warum sind gesunde Zähne für unser Wohlbefinden wichtig?

Natürlich formen und vollenden Zähne unser Gesicht und prägen unser Lachen. Auch optische Aspekte wie Verfärbungen können Menschen im Alltag verunsichern und beeinträchtigen. Darüber hinaus ist ein gesundes Gebiss aber vor allem ein wesentlicher Faktor für die Gesamtgesundheit, für einen gesunden Organismus. In diesem bedingt und beeinflusst sich vieles gegenseitig. Nicht alle Beschwerden werden dort ausgelöst, wo sie letztlich auftreten. Dabei können orale Erkrankungen vielfältige Auswirkungen haben, zum Beispiel Verspannungen, Ohrgeräusche, Schlafstörungen oder Müdigkeit. Ein weiterer Aspekt ist das Kauen können. Hier gilt: Wer nur große ­Brocken schlucken kann, bekommt zwangs­läufig Magenprobleme.

Welchen medizinischen Einfluss hat das Gebiss auf den Körper?

Da gibt es eine ganze Reihe von Einflüssen. Grundsätzlich wirkt sich ein intaktes Gebiss positiv auf das menschliche Immunsystem aus. Besonders für das Herz, die Gelenke und den Stoffwechsel ist ein gesundes Zahnfleisch wichtig. Umgekehrt können Entzündungsherde in der Mundhöhle am Zahnhalteapparat zum Auslöser für schwerwiegende Erkrankungen im gesamten Körper werden. Bakterien, Bakterien­gifte und Botenstoffe gelangen über die Blutbahn aus der Mundhöhle in entfernteste Körperregionen und führen dort zu Reaktionen, rufen entweder weitere Krankheiten hervor oder begünstigen und verstärken bereits vorhandene Erkrankungen. Heftig diskutiert wird beispielsweise, inwieweit eine Zahnbetterkrankung (Parodontitis) das Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko erhöhen kann. Ganz stark mit Entzündungen des Zahnhalteapparates haben Diabetiker zu kämpfen, insbesondere, wenn sie schlecht eingestellt sind. Auch akute oder chronische Atemwegserkrankungen gehen nicht selten von Bakterien aus. Besonders anfällig scheinen hier ältere Menschen oder bettlägerige Patienten zu sein. Ein auffälliger Zusammenhang besteht bei schwangeren Frauen zudem zwischen kariösen Zähnen oder Entzündungen im Zahnfleisch und der Frühgeburtenrate sowie einem geringen Geburtsgewicht. Gerade im letzten Fall finde ich es bedauerlich, dass die Ärzte oft nicht auf diese Problematik hinweisen.

Was kann ich tun, damit meine Zähne gesund ­bleiben?

Die richtige Pflege ist selbstverständlich das A und O. Neben einer guten Zahnbürste sowie einer Zahncreme mit Fluorid und Wirkstoffen gegen Plaque-Bakterien, empfehle ich zusätzlich sogenannte Zwischenraumbürsten und die Verwendung von Zahnseide. Beim Putzen sollten sowohl die Zunge als auch die Zwischenräume nicht vernachlässigt werden. Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt gehören natürlich auch zur Prophylaxe. Kontrolluntersuchungen im Halbjahresrhythmus sorgen in der Regel für eine optimale Vorsorge. Der Profi erkennt Krankheiten rechtzeitig und kann kleinere Schäden am Zahn oder Zahnfleisch noch frühzeitig beseitigen. Außerdem ist die professionelle Zahnreinigung, wenn sie regelmäßig durchgeführt wird, die ideale Ergänzung, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten. Oft reicht die häusliche Zahnpflege allein nicht aus, um alle bakteriellen Beläge von den Zähnen und vor allem aus den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Neben der Belagentfernung und einer gründlichen Reinigung gehören auch die Politur und die Fluoridierung zur professionellen Zahnreinigung. Für Erwachsene gehört diese Form der Zahnprophylaxe zu den Eigenleistungen, weshalb sie eigentlich nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Allerdings beteiligen sich immer mehr Kassen über Bonusprogramme an den Kosten. Nachfragen lohnt sich also. Unabhängig vom skizzierten Pflegeprogramm empfiehlt es sich natürlich, darauf zu achten, dass man gesunde Lebensmittel zu sich nimmt.

Bild oben: Zahnarzt Olaf Römer: »Kontrollbesuche im Halbjahresrhythmus gehören zu einer optimalen Vorsorge.«
geschrieben von  pau