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Die Blumenbinderei Probst: Im Takt der vier Jahres­zeiten Freitag, 14 Oktober 2016 07:29 Foto: Frank Bierstedt

Die Blumenbinderei Probst: Im Takt der vier Jahres­zeiten

Was macht für Ellen Curland die Faszination ihres Berufes aus? Der Reiz sei, sagt die Floristin, den eigenen Stil zu finden, ihm zu folgen und »das Natürliche mit dem Gestalterischen zu verbinden«. Egal, ob Brautstrauß oder Trauerkranz, ob Steckarbeit oder florales Ornament: Nicht der Kundenwunsch allein formt die Arbeiten, sondern auch Persönlichkeit, ­Fantasie und Ausdruck des ­Floristen. »Im Prinzip sind das alles Unikate, die wir schaffen.«

Ellen Curland ist die Geschäftsführerin der Blumenbinderei Probst. Vor einem Jahr öffnete sie ihr Geschäft in der Braunschweiger Georg-­Wolters-Straße, wo sie das Sortiment ihren Kunden präsentiert. Obwohl es heutzutage möglich ist, so gut wie jede Blume immer und überall zu bekommen, schätzt sie die natürliche Blütezeit. Jede Jahreszeit hat ihre Blumen und Pflanzen – so sieht Ellen Curland das. Also sieht man jetzt, zu Beginn des Herbsts, Hortensien und Gladiolen in ihrer Blumenbinderei, Zinnien und Chrysanthemen. Auch das mag sie an ihrer Arbeit. »Dass sich mein Angebot immer wieder verändert – je nachdem, welche Saison gerade ist.«

»Von der Pike auf Kreativ mit Blumen gearbeitet«

Ellen Curland ist staatlich geprüfte Floristin und hat ihren Meister in Freising bei München gemacht. Sie hat es von der Pike auf gelernt, kreativ mit Blumen und Pflanzen zu arbeiten und Atmosphären zu schaffen. Die handwerkliche und künstlerische Gestaltung spielt in ihrer ­Blumenbinderei eine wichtige Rolle. Das erkennt man schon daran, dass der Präsentationsraum der Blumen und ihre Werkstatt nahtlos ineinander übergehen. »Die Werkstatt ist zwar mein Arbeitsbereich. Aber ich möchte, dass meine Kunden sehen können, wie ich arbeite und was hier entsteht.«

»Eine eigene Handschrift, die auch mal etwas wagt«

Wie sie mit Blumen umgeht, was sie aus ihnen macht: Ellen Curland hatte sich schon auf der Meisterschule vorgenommen, eine eigene Handschrift zu entwickeln. »Eine, die sich auch mal vom Kundenwunsch loslöst und etwas wagt.« Selbstverständlich zählen auch Standardsträuße zu ihrem Repertoire. Doch hat sie eine Menge eigener Ideen, Blumen zu arrangieren und diese Arbeiten zu zeigen. Wenn die Zeit gekommen ist, will sie die Werkstücke über die sozialen Netzwerke ausstellen und hier Kundenpflege betreiben. Auch Workshops sollen in Zukunft zu ihrem Angebot zählen, um auf sich aufmerksam zu machen. Ausstellungen in ihrer Blumenbinderei gehören bereits zum Eigenmarketing. Die nächste ist am 10. November.

Sechs Jahre hat die 34-Jährige in München gelebt. Dazu in Münster und auch in Hamburg gearbeitet, wo sie Angestellte eines großen Floristikunternehmens war. Hier versorgte sie Kreuzfahrtschiffe, die Fischauktionshalle und das Hotel Atlantik mit Blumen. »Meine Vision war aber immer, dass ich mein Blumengeschäft in Braunschweig eröffne.« Hier in der Region ist sie groß geworden. Ihre Mutter führt die Gärtnerei Probst in Börßum im Landkreis Wolfenbüttel.

»Das Natürliche liegt wieder im Trend«

Von ihren Eltern hat Ellen Curland viel gelernt – auch, dass sie im Gegensatz zu ihnen »keine typische Sechs-Tage-Woche« haben möchte. Geöffnet hat sie von Donnerstag bis Samstag. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bringt der Lieferant aus den Niederlanden die frischen Blumen. Zu ihren Auftraggebern zählen ­Praxen, Kanzleien und Büros – sozusagen im Abo. Ihnen liefert sie jede Woche aufs Neue frische Sträuße und Gestecke ins Haus. Auch das Café Strupait gehört zu den Kunden der Blumen­binderei Probst.

Die Menschen, stellt Ellen Curland fest, begegnen Blumen mit einer größeren Wertschätzung, als es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Dazu zählt auch die Altersgruppe der jungen Frauen und Männer, bei denen das Natürliche im Trend liegt. »Sie achten auf ihre Ernährung, kaufen sich Bio-Produkte und gönnen sich in diesem Zug einen Blumenstrauß für das Wochenende, damit die Natur Einzug in ihre Wohnung hält.«

Wie fällt ihre erste Bilanz ein Jahr nach der Gründung aus? »Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung«, sagt Ellen Curland. Und das auch deswegen, weil die Mutter zweier kleiner Kinder ihr Geschäft so organisiert hat, dass Zeit für die Familie bleibt. »Ich kann jetzt genau das machen, was mir Freude bereitet und fühle mich beruflich auf dem richtigen Weg. Das macht mich glücklich.«

Bild ganz oben: Viel Fantasie und außergewöhnliche Ideen: Ellen Curland.

geschrieben von  boy