Unsere Partner
Sven Gusts Online-Shop: Gute Freunde für Ginvolle Investitionen Donnerstag, 15 Dezember 2016 08:53 Foto: Peter Pohl

Sven Gusts Online-Shop: Gute Freunde für Ginvolle Investitionen

Sven Gust ist nicht nur Experte für stilvollen Trinkgenuss. Auch sein Marketing zeugt von einem guten Geschmack. Wenn man im Internet seinen Shop für edle alkoholische Getränke besucht, kann man den »Gin des Lebens« finden. Oder eine »Ginvolle Investition« tätigen. Wer exklusive Drinks mag und auch eine Prise Wortwitz, ist hier definitiv unter guten Freunden.

Gute Freunde – so heißt Sven Gusts Online-Shop, wo er Edelspirituosen für gehobene Ansprüche verkauft. »Bei mir bekommt man all das, was in den Supermärkten um die Ecke nicht in den Regalen steht«, sagt der 40-Jährige.

»2000 verschiedene ­Sorten«

In seinem Lager hat der Vienenburger mehr als 2000 verschiedene Sorten alkoholischer Getränke vorrätig. 15 000 Flaschen stehen hier zur Auslieferung bereit: Scotch und Irish Whiskey; Plymouth, Reserve und Old Tom Gin; Obstbrand, Nuss- und Cremelikör; Sambuca, Grappa und Mezcal.

Sven Gusts Angebot richtet sich an Käufer, die ihren Whiskey kundig mit Wasser strecken, um den guten Geschmack auch wirklich auszukosten. Und an Kunden, die mal etwas Neues, Ungewöhnliches in ihrer Hausbar stehen haben möchten.

Der Tag, an dem wir mit ihm sprechen, ist aus Unternehmersicht ein »guter und erfreulicher«, erzählt er. Weil er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Christina Singewald und Wolfgang Heldt mehr als hundert Pakete zusammenstellt, um seine Ware mit DHL und DPD auf die Reise zu schicken. Sein Unternehmen trägt das Siegel Familienfreundlicher Arbeitgeber der Bertelsmann-Stiftung. Und er setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben. Wolfgang Heldt ist taubstumm.

»Ein echter Hingucker«

Die 15-Liter-Flasche Ferdinand‘s Saar Dry Gin ist heute nicht unter den Warenausgangssendungen. Die ist ein echter Hingucker, kostet 1300 Euro und »ist weltweit nur 15-mal abgefüllt worden«. Während der Arbeitszeit gilt für ihn: kein Alkohol. Nach Feierabend nimmt Sven Gust einen Schluck aus der Probeflasche, um die Getränke zu verkosten und den rauchigen, würzigen oder torfigen Geschmack im Internet beschreiben zu ­können.

Die Flasche Whiskey kann bei ihm 30 und auch 1000 Euro kosten. »Es gibt viele verschiedene Einflussgrößen für den Preis, zum Beispiel die Destillationshäufigkeit, die Lagerzeit und die Aufmachung der Flasche«, erklärt Sven Gust, der Betriebswirt des Handwerks und Getränke­betriebswirt ist. Kommissionsgeschäfte? Die gibt’s in seiner Branche nicht. Jedes seiner kostbaren Getränke hat er gekauft, um die Erwartungen seiner Kunden zu erfüllen: hohe Verfügbarkeit, schnelle Lieferzeiten.

»600 Quadratmeter große Versandhalle«

Um die Liquidität zu erhöhen, hat er seine 600 Quadratmeter große Versandhalle zum offenen Steuerlager gemacht. Das heißt: Die Branntweinsteuer fällt erst dann an, wenn die Spirituosen ihren Abnehmer gefunden haben. Viele der guten Tropfen stammen aus den USA und aus Russland, aus Australien und von ­Barbados.

»Bessere Sichtbarkeit bedeutet mehr Umsatz«

Online ist der Gute-Freunde-Shop, den ­Niedersachsens Wirtschaftsministerium mit 45 000 Euro gefördert hat, seit kurzer Zeit. »Um im Internet Erfolg zu haben, bedarf es viel Arbeit«, sagt Sven Gust. Posts auf Facebook, Filme auf YouTube und Tweets auf Twitter lenken die Aufmerksamkeit auf sein Angebot. Damit der Gute-Freunde-Shop im Suchmaschinen-Ranking steigt, gehören Google AdWords und Google Analytics zu seinen Werk­zeugen – denn bessere Sichtbarkeit bedeutet mehr Umsatz.

Seinen Käufern begegnet er an vielen Stellen im Netz. Auch auf bekannten Marktplätzen wie Amazon, eBay und Allyouneed, wo er seine Spirituosen präsentiert. Der Konkurrenz­kampf ist groß. »Ich bin der Neue in der Branche und muss mich im Wettbewerb behaupten.«

Gut, dass er dabei auf Spezialitäten aus der Region bauen kann. Im Netz gibt’s den Korn und die Liköre der Klosterbrennerei Wöltingerode exklusiv bei ihm. Auch die Altenauer ­Brauerei und kleine Craft-Beer-Brauereien vertrauen ihm den Online-Vertrieb an.

Und Udo Lindenberg. Dass er die sogenannten Leckerelle – Liköre, deren Etiketten die Aquarelle des Sängers zieren – verkaufen darf, versteht Sven Gust als Auszeichnung. »Es gibt nicht viele Online-Shops, die das von sich behaupten können.«

»Das Beste kommt noch: Das Weihnachtsgeschäft«

Ob er zufrieden ist mit dem Start in die Selbstständigkeit? »Ja, das bin ich«, sagt Sven Gust. Zumal das Beste noch kommt: das Weihnachtsgeschäft. »Die Kisten zur Verpackung der Geschenke stehen schon bereit.«

geschrieben von  boy