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Papes Gemüsegarten: Frisches aus eigenem Anbau – das ganze Jahr lang Donnerstag, 28 September 2017 12:07 Foto: André Pause

Papes Gemüsegarten: Frisches aus eigenem Anbau – das ganze Jahr lang

Kürbisse, Kohlrabi und Kräuter, Radieschen, Rote Beete und Rosenkohl, Süßkartoffeln, Sellerie und Salate: Das alles bekommt man nur in der gut sortierten Gemüseabteilung im Supermarkt um die Ecke? Von wegen. Im Hofladen von Mareike und Olaf Puls gibt es fast alles, was hierzulande auf den Feldern wächst – und das aus eigenem Anbau.
 


Mareike und Olaf Puls sind Agrar-Betriebswirte und lenken die Geschicke von Papes Gemüsegarten – einem landwirtschaftlichen Betrieb, der die Direktvermarktung zu seinem Geschäftsmodell gemacht hat. Bis Ende der 1980er-Jahre konzentrierte sich der Hof im Braunschweiger Stadtteil Watenbüttel ­auf den Ackerbau. Mittlerweile ist alles anders.

»Der Betrieb hat eine komplett neue Ausrichtung bekommen«, sagt Olaf Puls. Nicht Weizen, Roggen oder Gerste stehen heute im Mittelpunkt, sondern Gemüse. »Fast alle Sorten, die wir im Angebot haben, bauen wir selbst an. Der kleine Teil, der nicht aus unserer Ernte stammt, kommt von Landwirten aus der Region«, erzählt der 29-Jährige.

Neue Geschäftsführung – altes Erkennungszeichen

Vor einem Jahr haben seine Frau und er den Hof übernommen – von Isabell und Friedrich Pape, den Eltern von Mareike Puls. Die Geschäftsführung ist neu, das Erkennungszeichen ist das alte geblieben: Sofort nach der Ernte und ohne Umwege geht das Gemüse in den Verkauf. »Die Erde ist sozusagen noch dran«, sagt Olaf Puls lachend. Spargel und Erdbeeren spielen eine wichtige Rolle im Angebotsmix, 32 Hektar ist die Anbaufläche groß. An zehn Verkaufsständen gibt es sie während der Saison – auch in Wolfsburg und Königslutter.

Vom Spargel, der im Frühjahr gestochen wird, bis hin zu verschiedenen Sorten Kartoffeln und Kohl, die jahreszeitunabhängig vermarktet werden: Die Angebotspalette von Papes Gemüsegarten ist so groß, »dass wir zwölf Monate lang unseren Hofladen mit frischen Lebensmitteln bedienen«. In der Hochbetriebszeit arbeiten bis zu 70 Helfer auf den Feldern, um die Ernte einzufahren. Der November, sagt Olaf Puls, »ist dann der erste Monat, in dem es etwas ruhiger bei uns zugeht.«

500 Legehennen in mobilen Hühnerställen

Auch Rind- und Schweinefleisch zählen zum Sortiment. Und die vielen Eier von 500 Legehennen, die ein besonderes Zuhause haben: mobile Hühnerställe. In regelmäßigen Abständen wird ihr Stall dorthin versetzt, wo das Gras schön grün ist – von einem der Traktoren, die wie Pflüge, Eggen oder Häcksler in den Hallen von Papes Gemüsegarten stehen.

Es geht auch ohne moderne Landmaschinentechnik – für diejenigen, die sich um ein kleines Fleckchen Erde kümmern. Wer Spaß daran hat, sein eigenes Gemüse anzubauen, kann sich ein Gärtchen mieten – 45 oder 90 Quadratmeter groß. Um die Vorbepflanzung kümmert sich das Team von Papes Gemüsegarten, das Pflegen, Bewässern und Ernten ist Aufgabe des Kleingärtners.

Wer die Nutzer seien? Da gebe es keine Schubladen, erzählt Olaf Puls, »von der Studenten-WG über die junge Familie bis hin zu Senioren sind alle dabei. Vierzig Gärten haben wir vermietet.« Gemüsekisten im Abo gibt es auch – einmal wöchentlich nach Hause geliefert.

Lebensmittel wachsen vor der Haustür

In der Regel ist der Gemüsepreis etwas höher als im Supermarkt. Dafür bekäme man einen Mehrwert, meint Olaf Puls – nämlich die Gewissheit, dass die Lebensmittel quasi vor der Haustür wachsen. Die Öffentlichkeitsarbeit spielt eine wichtige Rolle, um die Menschen vom Produkt zu überzeugen – insbesondere Facebook und Instagram: Posts geben Einblick in Anbau, Ernte & Co.

Die Tür zu Papes Gemüsegarten steht an vielen Tagen offen: beim jährlichen Kürbisfest, das jüngst im September viele Menschen auf den Hof gelockt hat; und auch regelmäßig für ­Kindergartengruppen und Schulklassen, die wissen möchten, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb funktioniert – und welche Köpfe dahinterstecken. »Ich bin froh, dass wir sehr gute Mitarbeiter haben. Nur so können wir die vielen Aufgaben bewältigen«, betont Olaf Puls.

Wer Landwirt ist, braucht nicht nur Talent im Umgang mit Pflanzen, Tieren und Technik, sondern auch Glück mit dem Wetter. Was das angeht, sei das Jahr 2017 »ein schwieriges« gewesen. Im März war es so warm, dass die Pflanzen regelrecht aus dem Boden schossen. Und dann kam die Kälte, die die Entwicklung empfindlich störte. Olaf Puls nimmt es gelassen. Auch das sei eben Natur, meint er.

Für ihn ist es ein Privileg, den großen Teil seiner Arbeitszeit im Freien verbringen zu dürfen. »Der Umgang mit der Natur und der Sinn, der in unserer Arbeit steckt: Das ist, was glücklich macht.«
geschrieben von  boy