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Hommage: Streiff & Helmold zeigt die Geschichte von ­Commodore in ­Braunschweig Montag, 03 April 2017 11:36 Foto: Jörg Scheibe

Hommage: Streiff & Helmold zeigt die Geschichte von ­Commodore in ­Braunschweig

Die Entwicklung Braunschweigs zu einem führenden Wissenschaftsstandort ist eng mit der Geschichte von Commodore und dem so genannten »Oker Valley« verbunden. Der einstige große Markenname ist zwar inzwischen verblasst. Doch die legendären Homecomputer C64 und Amiga faszinieren viele noch heute. Viele Softwareentwickler haben auf dem C64 ihre ersten Gehversuche gemacht. Deshalb zeigt Streiff & Helmold nun in einer Ausstellung die Geschichte der Rechner aus den 1980er-­Jahren – dort, wo einst die Europazentrale des Computerpioniers war.

Streiff & Helmold begleitete die rasante Entwicklung von Commodore von Anfang an als Servicedienstleister. Das Unternehmen lieferte die Verpackungen für den gesamten europäischen Markt. »Schon damals just in time – stündlich«, berichtete Helmut Streiff. Das Unternehmen stellte auch die Netzteile für den C64 her. Bis zu 200 Mitarbeiter wurden nur für die Computerfirma beschäftigt. Nach deren Insolvenz übernahm Streiff & Helmold 1996 das nie richtig bezogene Werksgelände am Hafen. Für Helmut Streiff war die Commodore-Zeit bis heute prägend und auch ein Meilenstein in der eigenen Firmengeschichte. Deshalb hat er nun zusammen mit begeisterten Commodore-Enthusiasten wie Werksleiter Frank Huliczka im Gewerbegebiet Hafen eine Ausstellung entwickelt, die die Geschichte der Computertechnik sowie alle dort gefertigten Gerätetypen zeigt. Als Wegweiser wurde der einstige Schriftzug an die Außenwand montiert.

Der C64 war der erste Heim-PC, der auch für den Normalverbraucher erschwinglich war. Klobig und kantig. Deshalb wurde er auch Brotkasten genannt. Nachdem das millionste Gerät verkauft war, gab es sogar eine Gold-Sonder­edition zu kaufen. Eines der nur 250 Exemplare ist nun auch in einer Vitrine präsent. Später gelang Commodore dann mit dem Amiga noch einmal ein Achtungserfolg. Langfristig konnte sich der Rechner aber nicht gegen die IBM-kompatiblen PCs und Macintosh-Computer von Apple durchsetzen.

In den Räumen der Dauerausstellung rattern jetzt aber wieder einige der Geräte. Unter den rund 250 Exponaten sind auch ein Kim 1, ein Pet 2001 sowie mehrere Prototypen. Zwei Drittel aller jemals von Commodore produzierten Modelle werden gezeigt – dazu Drucker, Speichererweiterungen, Floppys, Datasetten. Handbücher, Software und Merchandising. Ende Februar wurde die Ausstellung vor 200 geladenen Gästen eröffnet. Wann sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, ist noch nicht entschieden.

Bild oben: Commodore-Enthusiasten, die zur Entstehung der Ausstellung beigetragen haben (von links): Roland Oppermann, Peter Daug, Wolfgang Sage, Helmut Streiff, Frank Huliczka, Dr. Frank Piefke und Reiner Silberstein. Nicht im Bild: Dr. Franz Josef Christiani. Im Hintergrund die Gold-Sonder­edition des C64.
geschrieben von  wo