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­Müller: »Bei Volks­wagen herrscht Aufbruch­stimmung« Mittwoch, 05 April 2017 10:02 Foto: oh

­Müller: »Bei Volks­wagen herrscht Aufbruch­stimmung«

VW-Chef bei der Bilanzpressekonferenz:


»Volkswagen zeigt wieder Selbstbewusstsein« titelte die FAZ nach der Bilanzpressekonferenz, die am 14. März in Wolfsburg stattfand. In der Tat: Der VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller sprach nicht nur von einem »bemerkenswert erfolgreichen Jahr 2016«, sondern kündigte an, dass 2017 ein noch besseres Jahr wird. »Bei uns herrscht Aufbruchstimmung«, sagte er.

Der Volkswagen Konzern habe im »Krisenjahr« 2016 seine Auslieferungen erneut um vier Prozent auf 10,3 Millionen Fahrzeuge steigern können. Müller: »Auch unsere Umsatzerlöse legten um zwei Prozent auf über 217 Milliarden Euro zu. Vor Sonderbelastungen haben wir das operative Ergebnis um 14 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen, das im Vorjahr noch ins Minus gerutscht war, lag mit 7,1 Milliarden Euro wieder deutlich in der Gewinnzone. Und dies, obwohl unser Ergebnis durch negative Sondereinflüsse von 7,5 Milliarden Euro erneut erheblich belastet wurde.«

Mit der neuen, dezentraleren Konzernstruktur würden Marken und Regionen gestärkt: »Volkswagen wird schneller, fokussierter und kundennäher«, versprach Müller, »wir machen auch ernst mit dem Bürokratieabbau.« Der Umfang konzernweit gültiger Richtlinien werde von fast 800 Seiten auf gut 150 reduziert. Darüber hinaus nehme die Zahl der Top-Gremien um ein Drittel ab. Die Zahl der Mitarbeiter bezifferte er mit 620 000.

Die Autoindustrie werde sich in den kommenden zehn Jahren tiefgreifender verändern als in den vergangenen 100 Jahren, machte Müller die Mammutaufgabe deutlich, die mit der Transformation des Kerngeschäfts durch E-­Mobili­tät und selbstfahrende Autos verbunden ist.

Ein wichtiges Kernelement der Zukunfts­strategie seien Partnerschaften, etwa um neue Geschäftschancen zu erschließen und neue Technologien voranzutreiben. Als Beispiel nannte er unter anderem die Entwicklung preiswerter Fahrzeuge für den indischen Markt gemeinsam mit Tata Motors. »Die ersten Fahrzeuge könnten bereits 2019 in Indien auf den Markt kommen.
Auch die Batterietechnologie sieht Müller als künftige Kernkompetenz. »Wir haben einen konkreten Stufenplan zur Erreichung der Technologieführerschaft bis 2025 in Europa erarbeitet und verabschiedet.« Ein »Center of Excellence« unter Führung der Marke VW werde im zweiten Quartal 2017 seine Arbeit aufnehmen. Es trage die Verantwortung für die Entwicklung, Beschaffung und Qualitätssicherung aller Batteriezellen und -module im Konzern.

Dabei gehe es auch um den schrittweisen Aufbau eigener Verfahrenskompetenz, ab 2018 über eine Laborlinie und voraussichtlich ab 2020 über eine eigene Pilotlinie. Parallel gäbe es Gespräche über den Aufbau von ­Partnerschaften zum Thema Batteriezellen.

Anschließend ging Matthias Müller auf die Neuausrichtung der Kernkomponentenaktivitäten ein. Volkswagen habe bereits damit begonnen, das Produktspektrum zu bereinigen und stärker auf die E-Mobilität einzustellen. Müller: »Wir werden die konventionellen Antriebe, die noch für etliche Jahre dominieren, nicht vernachlässigen, sondern weiter mit Nachdruck optimieren. Gleich­zeitig werden wir das E-Portfolio des Konzerns stärker ausbauen. Beides ist wesentlich für das Erreichen der anspruchsvollen CO2-­Vorgaben, die unsere gesamte Industrie vor große Herausforderungen stellen. Bis Ende 2018 planen wir als Konzern, mehr als zehn elektrifizierte Modelle und bis 2025 über 30 neue, rein batterieelektrische Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Bis dahin rechnen wir mit von Jahr zu Jahr deutlich steigenden Volumina. Damit wird der Volkswagen Konzern Schritt für Schritt in die Position des Weltmarktführers in der E-Mobilität hineinwachsen.«

Die Batteriekompetenz werde systematisch auf- und ausgebaut: von Lithium-Ionen-­Batterien bis zur Technologieführerschaft von Feststoffbatterien, die bis 2025 angestrebt wird. Müller will den Volkswagen Konzern zum Innovations­führer bei den zentralen Zukunftsthemen der Automobilität machen: Das eigene »Self-Driving-­System« soll bereits 2021 serienreif sein.

Bild oben: Müller: »Der Volkswagen Konzern soll Schritt für Schritt in die Position des Weltmarkt­führers in der E-Mobilität hineinwachsen.«
geschrieben von  wo