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Salzgitter AG schwenkt auf Wachstumskurs ein Dienstag, 09 Mai 2017 08:32 Foto: oh

Salzgitter AG schwenkt auf Wachstumskurs ein

Nach Jahren der Restrukturierung und Kosten­senkung liegt der Fokus der Salzgitter AG nun auf den Themen Wachstum und Innovation. Das machte Vorstandschef Heinz Jörg ­Fuhrmann am 24. März bei der Bilanzpressekonferenz in Salzgitter deutlich. Fuhrmann sprach mit Blick auf die Entwicklung im Jahr 2016 von möglichen Wendepunkten. Er ging dabei nicht nur auf die politischen Ereignisse ein, sondern im Besonderen auf die Einführung von Schutzzöllen der EU. »Das war bitter nötig, denn zwischenzeitlich war das mittel- bis langfristige Überleben der europäischen Stahlindustrie gefährdet«, betonte er.



Gegen diese Existenzbedrohung habe sich eine breite Allianz aus Unternehmen, Gewerkschaften und Industrieverbänden formiert, um für eine Zukunftsperspektive, der im Kern global absolut wettbewerbsfähigen Stahlbranche mit EU-weit rund 330 000 Arbeitsplätzen zu demonstrieren. Die Einführung der Anti-­Dumping-Maßnahmen ab Februar 2016 bezeichnete Fuhrmann als wesentlichen Faktor »für die vorläufige Beendigung der seit mehreren Jahren andauernden, im Ausmaß desolaten Stahlpreis­erosion in Europa.«

Vor dem Hintergrund der Restrukturierung und dank der Schutzzölle der EU konnte die Salzgitter AG 2016 einen Gewinn nach Steuern von 56,8 Millionen Euro erwirtschaften, nach einem Verlust von 56 Millionen Euro in 2015. Die Aktionäre profitieren von einer um 5 auf 30 Cent steigenden Dividende.

Für das laufende Jahr peilt der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller einen Umsatz von rund 9 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,9 Milliarden) an, mit einem Vorsteuer­ergebnis, das nach den Worten ­Fuhrmanns zwischen 100 und 150 Millionen Euro (2016: 53,2 Millionen) liegen könnte.

Gleichwohl zeigte sich Heinz Jörg Fuhrmann vorsichtig. »Die Herausforderungen bleiben enorm«, sagte er und verwies darauf, dass sich große Teile des Leitungsrohrmarktes sowie des Grobblechsektors immer noch in einer prekären Verfassung befänden. Zudem sei nicht absehbar, wie die politischen Umbrüche in Europa und Amerika die im Grunde günstigen Konjunkturaussichten beeinflussen. Die Erfolge des 2012 begonnenen und inzwischen abgeschlossenen Reorganisationsprogramms »Salzgitter AG 2015« (Kosteneinsparung: 260 Millionen Euro) würden nicht zu einer falschen Selbstzufriedenheit führen. Im Gegenteil: Die Maßnahmen würden unter dem Namen »FitStructure SZAG« fortgeführt und soweit erforderlich ergänzt.

Der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG kündigte an, den bereits seit dem Jahr 2000 beschrittenen Weg der Diversifikation mit Augenmaß – aber auch mit Nachdruck – fortzusetzen. Das Ziel sei ein Gleichgewicht zwischen stahlnahen und stahlferneren Aktivitäten. Fuhrmann: »Der Stahl wird dabei auch in Zukunft die DNA der Salzgitter AG bleiben.«

Bild oben: Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, und Burkhard Becker, Vorstand für Finanzen (von links).
geschrieben von  jh