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Bärbel Ganzauer: Ein Hofcafé war schon immer mein Traum Dienstag, 18 Oktober 2016 09:34 Foto: Jörg Scheibe

Bärbel Ganzauer: Ein Hofcafé war schon immer mein Traum

Eigentlich war sie auf der Suche nach Räumlichkeiten und Lagerkapazitäten für ihre Reinigungsfirma, als sie den leerstehenden Bauernhof in Salzgitter-Lesse fand: ein Grundstück mit Villa, Scheunen und Stallgebäuden. Renoviert, umgebaut und stilvoll eingerichtet, ist der ehemalige Pferdestall heute das Café »Peerd Hus«, Pferdehaus. Bärbel Ganzauer: »Ein Hofcafé war schon immer mein Traum.«

Im Ganzen handelt es sich um ein 10 000 Quadratmeter großes Anwesen, die Hälfte davon Garten, der den Gästen zur Verfügung steht. Es gibt eine Terrasse und viele kleine Sitzgruppen unter Büschen und Bäumen, am Teich und im Rosenpavillion, ein Ambiente, das zum entspannten Genießen geradezu einlädt – vormittags zum Frühstücken, nachmittags zu Kaffee und Kuchen. Denn streng genommen ist »Peerd Hus« kein Restaurant, sondern eben ein Café. Gekocht wird nur auf Vorbestellung bei Veranstaltungen: Taufen, Geburtstagen, Hochzeiten, Firmenjubiläen. Zwei bis drei gebuchte Veranstaltungen im Monat sind das schon. Ulla Oppermann: »Ich habe jetzt schon Anfragen für Konfirmationen nächstes Jahr im April und Mai.«

Ulla Oppermann ist die Schwester von Bärbel Ganzauer und leitet das Café: »Ich bin hier für alles zuständig.« Sie ist im Service, in der Verwaltung und die Köchin ist sie auch. »Wir kommen aus einer großen Bauernfamilie. Wir waren sechs Kinder und mussten schon als Kinder immer mit anpacken, auch beim Kochen und Backen. Daher rührt meine Liebe dazu.«

»Eine Quiche mit Salat ist immer dabei«

Wird eine Veranstaltung gebucht, bespricht man mit Ulla Oppermann das Menü. Sie ist spezialisiert auf deutsche Hausmannskost: Schweinebraten, Rinderbraten, Krustenbraten. »Wir machen die Rouladen selber und auch das Gulasch. Es gibt bei mir nichts Fertiges aus der Dose.« Überhaupt bezieht das »Peerd Hus« seine Ware von den Bauern vor Ort, das Obst, die Kartoffeln, das Gemüse, das Fleisch. Manchmal sind Wildgerichte im Angebot. Selbst die sind »hausgemacht«: Claus Ganzauer, der Ehemann der Besitzerin, hat eine Jagd und liefert den Braten. »Bei einer Geburtstagsfeier hatten wir einmal Rehkeule mit Preiselbeeren. Auch die Knödel haben wir selbst gemacht.«

 

 

Aber das ist eben doch die Ausnahme, nicht die Regel. Die Regel im »Peerd Hus« ist Frühstück und Kaffee und Kuchen. Im Angebot und auf Bestellung sind sechs Erwachsenen- und ein Kinderfrühstück: »Black Beauty« mit ­Croissant, Honig oder Nutella. Als Reminiszenz an den ehemaligen Pferdestall hat Bärbel Ganzauer allen »Frühstücken« einen Pferdenamen gegeben. Das einfachste Frühstück mit Milchkaffee, Croissant, Marmelade, Honig und frischem Obst heißt nach einer Araberstute »Penelope«. Der Westfale »­Ahlerich« bietet Räucherlachs, Rührei, Frischkäse, Kräuterquark, Sahnemeerettich und Konfitüre. ­Frisches Brot und Brötchen vom Bäcker aus Lesse sind selbstverständlich immer dabei. Das aufwändigste Frühstück ist das Peerd Hus-­Büfett mit Sekt, Orangensaft, Obstsalat, Joghurt, Müsli, Marmeladen, Honig, Fisch, Käse, Schinkenplatte, Mozzarella, ­Rührei, Quiche oder Pasteten im Wechsel. Und auch die Quiche ist abwechslungsreich: mal Gemüsequiche, mal Spinatquiche, auch Kürbisquiche. »Da hat mir jemand einen Rezept-Tipp gegeben.«

»Ob Torte, Marmelade, Honig – alles hausgemacht«

Der große Garten ist nicht nur ein fabelhafter Ort zum Entspannen, er hat auch Bäume, die Früchte tragen, die in Torten verbacken oder zu Marmelade gekocht werden: Apfelgelee, Quittengelee, Zwetschgenmus, Birnengelee. Die Erdbeeren stammen, wie könnte es anders sein, vom Bauern vor Ort. Erdbeermarmelade mit Banane, Erdbeermarmelade mit Stachelbeere. »Wenn die Erdbeerzeit vorbei ist, bekommt man bei uns auch keine Erdbeertorte mehr.« Selbst der Honig stammt aus eigener Herstellung: Claus Ganzauer besitzt außer einer Jägerei auch eigene Bienenstöcke.

Wer findet nach Lesse? Fahrradausflügler, Motorradfahrer, die Pause machen. »Mittler­weile haben wir sehr viele Stammgäste, die unsere familiäre Atmosphäre zu schätzen wissen.« Sie kommen aus Braunschweig, ­Wolfenbüttel, Wolfsburg, Goslar, Salzgitter-Bad. Abends, wenn es noch warm ist, sitzen die Gäste auf der Terrasse, lassen es sich gut gehen und trinken einen Hugo oder einen Aperol Spritz. Der Hugo ist selbstverständlich selbst gemacht.

www.hofcafe-lesse.de

geschrieben von  maru