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Die Makery im ­Magniviertel: Wir passen hier hin Montag, 16 Januar 2017 10:15 Foto: Peter Pohl

Die Makery im ­Magniviertel: Wir passen hier hin

Am 1. Mai 2016 haben sich Nina und Svenja ­Beiersdorf einen Traum erfüllt und in Braunschweig ihr Café eröffnet: die »Makery«. Svenja Beiersdorf: »Wir haben da sehr viel Zeit und Kreativität reingesteckt. Wie soll es aussehen? Was wollen wir anbieten? Das Feedback war von Anfang an positiv. ›Schön, dass ihr aufgemacht habt, das hat in der Ecke gefehlt‹, das waren die ­Reaktionen.« Café, Bar, Wohnzimmer, Magniviertel: An diesem Standort funktioniert das Konzept. Nina Beiersdorf: »Wir passen hier hin.«

Das Konzept: umweltfreundlich, Bio, Fair Trade, regional, selbstgemacht. Svenja ­Beiersdorf: »Wir waren viel auf Bio- und Fair Trade-Messen und haben nach interessanten Marken geschaut, nach Herstellern, die gute Waren produzieren, aber noch nicht so bekannt sind.« Nina Beiersdorf: »Unseren Eistee bekommen wir direkt vom Hersteller, unseren Espresso-Kaffee direkt vom Röster, und auch bei unserer Schokolade arbeiten wir direkt mit Anbietern und Herstellern zusammen. Wir haben alles probiert, was auf der Karte steht. Das ist aufwändig, ja. Aber wir wissen dann auch, dass wir ein gutes Produkt haben.« Svenja Beiersdorf: »Ich muss unseren Gästen erklären können, was es ist, woher es kommt und wie es schmeckt. Manche Gäste sagen, der Kaffee schlägt mir auf den Magen. Da kann man dann den vietnamesischen Kaffee empfehlen oder den handgebrühten Cold Brew. Der wird kalt aufgesetzt, muss über zwölf Stunden ziehen und hat am Ende 90 Prozent weniger Bitterstoffe als der normale Filterkaffee.«

»Bio, Fair Trade, ­umweltfreundlich«

Die Schwestern haben viel Eigenarbeit in die »Makery« gesteckt. Vorher war hier eine ­Shisha-Lounge, deren Rauch starke Spuren hinterlassen hatte. Die Decke musste herausgerissen werden, die Wände abgeschrubbt und neu gestrichen, der Fußboden wurde neu verlegt. Insgesamt vier Monate Renovierungsarbeit. Nina Beiersdorf: »Aber das hat auch Vorteile. Da kann man den Laden genauso einrichten, wie man es möchte.« Zumal, wenn sich zwei kreative Köpfe zusammen tun. Svenja ­Beiersdorf hat an der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste Kommunikationsdesign studiert und einige Jahre als Grafikerin gearbeitet. Nina Beiersdorf hat an der HBK Kunst- und Medienwissenschaften studiert, im April ihren Bachelor gemacht und im Mai mit ihrer Schwester die »Makery« eröffnet: »Wir haben neue Tische angeschafft, neue Stühle, eigene Sachen mitgebracht, gekauft, was uns gefiel, Pflanzen aufgestellt und überall gemütliche Couchecken eingerichtet.« Und viele Steckdosen für die WLAN-Nutzer.

Svenja Beiersdorf: »Wir haben anfangs gedacht, dass unser Publikum aus jüngeren Leuten bestehen würde, aber es ist total gemischt. Wir haben junge Leute, viele ältere Paare, Rentner und auch junge Mütter.« Nina Beiersdorf: »Das liegt daran, dass wir viel Platz haben, kinderfreundlich sind und uns nicht über Lärm beschweren.« Eine Spiel­ecke mit Spielsachen und Spielteppich ist eingerichtet. »Die Mütter nehmen das total gern an.«

Die »Makery« öffnet um 10 Uhr mit einem Frühstück, das selbst unter der Woche sehr gut angenommen wird. Samstag und Sonntag gibt es das Frühstücksbüfett, das man sich nach ­eigenem Gusto zusammenstellen kann. Die Marmeladen sind selbstgemacht, die Karamellcreme ist selbstgemacht, die Schokocreme ist selbstgemacht, das Müsli ist selbstgemacht und die Waffeln kommen frisch aus dem ­Waffeleisen. Svenja Beiersdorf: »Bisher hat noch jeder etwas für sich gefunden.«

»Ob Whisky, ob Gin, ob Bier – ungewöhnliche ­Sorten sind im Angebot«

Mittags kann man eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Gegrillte Panini, ein oder zwei Suppen, eine Quiche. Jeden Tag etwas anderes, jeden Tag, was gerade da ist, und immer, solange der Vorrat reicht. »Wir achten darauf, dass wir nicht viel wegschmeißen müssen.« Auch das gehört zum Konzept. »Unsere Küche ist nur fünf Quadratmeter groß. Da können wir nicht kochen wie in einem Restaurant.«

Am Nachmittag ist Kuchenzeit. Auch hier heißt es: Jeden Tag ein anderer Kuchen. »Am Anfang dachten wir, wir backen drei Kuchen am Tag, aber damit ist es überhaupt nicht getan. Wir backen jeden Tag frisch und immer unterschiedliche Kuchen.« Klassischen Marmorkuchen, vegane Brownies, Muffins, Pfirsichkuchen mit Mandelsahne. Alle Kuchen werden hoch gelobt. Der Apfelkuchen ist immer dabei, nach einem Rezept der Omi. Auch hier gilt: so lange der Vorrat reicht.

Abends verwandelt sich das Café in eine Bar. Wer sich in die umfangreiche alkoholische Getränkekarte vertieft, muss schon Spezialist sein, um die Auswahl nicht erstaunlich vielfältig zu finden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Whisky, Gin und Bier. Außergewöhnliche Sorten, die man anderswo nicht so leicht findet, sind im Angebot: ein Whisky aus Indien (Amrut Fusion Indian Whisky), ein Gin aus Berlin (Berliner Brandstifter, Wacholder handgepflückt), Crabbs Pale Ale von einer jungen Kleinst-Brauerei aus Braunschweig. »Wir haben natürlich auch das Bier probiert. Super lecker! Also haben wir es auf die Karte gesetzt.«

Nina und Svenja Beiersdorf haben in die »Makery« rund 60 000 Euro investiert, sehen sich aber nicht als Cheffinnen. »Wir verstehen uns als Team, im Service, vor und hinter dem Tresen. Wir verstehen uns alle super. Anders würde es nicht gehen und anders würden wir es auch nicht wollen.«

www.makery-cafe.de

Bild ganz oben: Svenja und Nina Beiersdorf in ihrer »Makery«: Café, Bar, Wohnzimmer.

geschrieben von  maru