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Gallo Nero: »Wir sind in Salzgitter der etwas andere Italiener« Donnerstag, 09 März 2017 11:47 Foto: Jörg Scheibe

Gallo Nero: »Wir sind in Salzgitter der etwas andere Italiener«

Wer unter italienischer Küche Saltimbocca, Scaloppine und Risotto versteht, wird im »Gallo Nero« in Salzgitter-Bad überrascht werden. ­Wolfango del Prete: »Wir haben eine andere Speisekarte, eine, die man von einem Italiener nicht erwartet.« Man findet auf ihr zum Beispiel Lachsfilet mit Krabben auf Mangocreme. »Es ist nicht gerade italienisch, mit Mango zu arbeiten.« Und mit Kurkuma zu ­würzen. »Wir sind hier in Salzgitter der etwas andere Italiener. Wer Spaghetti Bolognese will, muss woanders hingehen.«

»Gallo Nero«, der Schwarze Hahn, ist das Kennzeichen des Chianti Classico. Nur Weine aus diesem Weinbaugebiet in der Toskana dürfen ihn verwenden. »Ich wollte nicht einen dieser typischen italienischen Namen wie Roma, Napoli, Toscana.« Der ungewöhnliche Name korrespondiert mit der ungewöhnlichen Küche des »Gallo Nero«. Sie ist modern und erfinderisch. Wolfango del Prete: »Zu neunzig Prozent sind das meine Gerichte.« Lammfilet mit Birnen in Gorgonzolasauce, garniert mit gebratenen Pinienkernen, Rinderfilet, zuerst gegrillt und dann im Ofen mit Gorgonzola gratiniert und mit Walnüssen und Honig angerichtet oder Rumpsteak mit Parmesankräuterkruste auf hausgemachtem Rucola-Olivenpesto. »Meine Erfindung. Das gibt es nur bei uns.«

»Fünf von fünf möglichen Sternen für das Essen«

Das Fleisch stammt vom Limousin-Rind aus Sizilien. »Das ist erstklassiges Fleisch, einhundert Prozent biologisch gezüchtet.« Das »Gallo Nero« bietet mit diesem Fleisch auch ein Rib-Eye-Steak an. Wieder etwas, was man bei einem Italiener nicht erwartet. Das wird von den Gästen sehr gut angenommen. In den Internetbewertungen erhält das »Gallo Nero« so gut wie immer fünf von fünf möglichen Sternen für das Essen. Nicht nur die Gäste, auch seine Ehefrau Adelina ist voll des Lobes: »Er hat schon sehr viele Ideen und er achtet total auf Qualität. Es ist nie ein Gericht raus­gegangen, das er nicht kontrolliert hat. Und wie er die Küche meistert, wenn zwanzig Essen auf einmal bestellt werden, das ist schon eine Leistung.«

Auf der Karte findet sich immer etwas Innovatives wie Schweinefilet mit getrockneten Steinpilzen und Trüffelcreme. Wolfango del Prete: »Wir arbeiten viel mit Trüffeln. Die bekommen wir aus Italien. Im Winter hat man die Spitzen­qualität.« Außerhalb der Karte stehen immer vier Gerichte zur Auswahl: ein Nudelgericht, ein Fischgericht, ein Fleischgericht und eine Pizza. Das könnte dann eine weiße Pizza sein, nicht mit Tomatensauce bestrichen, sondern mit einer Art Crème fraiche, bestückt mit ­Trüffeln, mit Trüffelsalami und gebacken entweder mit gehobeltem Parmesan oder Pecorino.

Selbstverständlich kennt die Karte auch Tagliatelle, Gnocchi und Tortelloni. Aber: »Selbst die klassischen Gerichte, die man vom Italiener kennt, werden bei uns etwas anders zubereitet.« Tagliatelle mit Filetspitzen und Steinpilzen in Weißwein-Tomatensauce, Gnocchi mit Gambas und Zucchini in Vermouth-Cremesauce. Rohrnudeln mit Entenbruststreifen, Knoblauch und Champignons in Martini-Cremesauce. Überhaupt kocht Wolfango del Prete, der selbst keinen Tropfen anrührt, gern mit Alkohol und so wird auch das Lammfilet mit Peccorino und Honig in Rotweinsauce serviert.

»Im Gallo Nero findet man immer ein innovatives Gericht«

In Florenz geboren, zog Wolfango del Prete als Zehnjähriger mit der Familie nach Wolfenbüttel. Adelina Lendele stammt aus Lettland, zog im Jahr 2000 nach Deutschland und studierte auf der Fachhochschule Wolfenbüttel Wirtschaftsrecht. »Ich habe das aber nicht zu Ende gemacht.« Wolfango del Prete: »Wegen mir hat sie das abgebrochen.« »Ich dachte immer, ich hole das nach, aber dann kamen die Kinder und das Restaurant.« Die Stammgäste des »Gallo Nero« kommen inzwischen schon generationenübergreifend ins Restaurant. Elf Jahre vor Ort sind eine lange Zeit. Zuerst kommen die Eltern mit dem jungen Sohn, dann ist er ausgezogen und kommt mit seiner Freundin, dann folgt der Heiratsantrag (im »Gallo Nero« schon mehr als einmal geschehen), dann wird sie schwanger und dann kommt die junge Familie. Adelina ­Lendele: »Wir haben eine Gruppe, die bucht jedes Jahr einen Tisch am 25. Dezember.«

Adelina Lendele ist die Seele des Restaurants: »Wenn ich den Gästen das Gefühl vermitteln kann, dass sie zu uns nach Hause kommen, dann bin ich glücklich. Wenn sie mit einem Lächeln rausgehen, habe ich meinen Job perfekt gemacht.« Zukünftig wird sie sich allerdings rarer machen, denn sie hat am 25. Februar in der Innnenstadt von Salzgitter-Bad ein Café eröffnet: »Das war schon immer mein Traum. Ein Café ist für mich ein Ort, wo man sehr nah beieinander sein kann.« Jede Ecke ist persönlich gestaltet, die ganze Familie hat mitgeholfen. Das »Café Zeit« punktet mit einer Kinderspielecke, ausgefallenen Frühstücksvariationen, selbstgemachtem Kuchen und ausgefallenen Kaffeespezialitäten wie Kaffee mit Orangengeschmack.

Bild ganz oben: Wolfango del Prete und Adelina Lendele, Meisterkoch und Meisterchefin im »Schwarzen Hahn« in Salzgitter-Bad.

geschrieben von  maru