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Braunlage ist im Kommen Freitag, 06 Oktober 2017 11:07 Foto: Frank Bierstedt

Braunlage ist im Kommen

Seit Simone Reul 1996 das Landhaus Villa Foresta von ihren Eltern übernahm, ist in Braunlage viel geschehen. Der Wurmberg lockt sommers wie winters mit der Seilbahn und dem Wander- beziehungsweise Ski-Sportangebot. Investoren vertrauen auf weiteren Zuwachs an Touristen und bauen modern ausgestattete Ferienwohnungen und Resorts. »Braunlage ist im Kommen. Es gab viele Eigentumswohnungen zu kaufen. Jetzt ist der Markt fast leer gefegt.« Dabei kommen die Käufer nicht nur aus der Region sondern auch aus Hamburg, Bremen oder Berlin.

Die Hotelfachfrau, die, bevor sie in den Harz zurückzog, Karriere in der Unternehmens­leitung der Luxushotelgruppe Kempinski machte, hat auf die aktuelle Lage reagiert und umstrukturiert. Ob Mieter von Ferien­wohnungen, ob Inhaber von Eigentums­wohnungen, beide wollen einen entspannten Urlaub genießen und haben nicht immer Lust, sich Frühstück zuzubereiten. »Dann kommen sie zu mir zum Frühstücksbüfett«, sagt die Foresta-Chefin.

Nun ist ein Frühstücksbüfett erst einmal nichts Außergewöhnliches. Was ist an Ihrem Büfett so besonders, Frau Reul? »Ich finde es sehr reichhaltig. Brot und Brötchen kommen frisch vom Bäckermeister. Da gibt es nichts Aufge­backenes. Mein Bäcker ist hier vor Ort und macht noch richtig handgebackene Brötchen.« Säfte, Quark, Joghurt und Obstsalat gehören selbstverständlich auch dazu. »Das Birchermüsli setze ich selbst an mit Joghurt, Haferflocken, Nüssen und frischem Obst«, betont die Gastronomin. Das Müsli schmeckt sahnig, leicht und locker. Da holt man sich gerne Nachschlag. »Ich habe sehr viele Radfahrer als Gäste. Die bevorzugen ein gesundes Frühstück, das den Körper nicht belastet. Man will ja leichtfüßig durch Berg und Tal. Heute sind alle sehr kalorienbewusst«, stellt Simone Reul fest und hat einen Tipp: »Trocken­obst in Orangensaft aufkochen, das macht es saftig.« Gäste, die schneller als erwartet wieder in die reizvolle Umgebung aufbrechen möchten – ob zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto, können gerne ein Lunchpaket vom Frühstücksbüfett mitnehmen.

Fleisch und Wurst nur vom Metzger

Nicht nur die Brötchen, auch die Wurst kommt auf kurzem Wege auf den Tisch, denn möglicherweise hat mancher statt Müsli auch Lust auf Herzhaftes am Morgen. Das Ess­verhalten habe sich in Bezug auf Wurst- und Fleischwaren schon verändert, stellt Simone Reul fest. Man esse insgesamt weniger Fleisch, dafür aber qualitativ gutes. »Ich finde diese ­Billigware einfach eklig. Es ist viel besser, wenn man beim Metzger kauft«, betont sie. In ihrem Fall stammt die Ware von einem Schlachtermeister aus Wieda – alles original Harzer Produkte, von deren Qualität sich Reul persönlich überzeugt hat.

Das Büfett steht jedem offen und besteht als Standardangebot unter der Woche zusammen mit dem lobenswerten Birchermüsli aus hochwertigen Marmeladen, Käse, Rührei, Nürnberger Würstchen, gekochten Eiern, Antipasti, Fleischbällchen, Rollmops, Tomate-Mozzarella, Melone mit Schinken und Hähnchensalat. Für gelegentliche Abwechslung sorgt die Foresta-­Chefin am Wochenende gerne mal mit einem zünftigen bayerischen Büfett. Weißwurst und Wurstsalat inklusive. Oder mit einem italienischen, bei dem Thunfisch-Tramezzinis nicht fehlen dürfen. Oder einem französischen mit Croissants und französischem Käse. »Ich mache das für die Einheimischen wie auch für alle Leute aus dem Umkreis«, erklärt Simone Reul, »und natürlich für meine Hotelgäste.« Am Wochenende bleibe das Büfett bis ein Uhr mittags geöffnet, unter der Woche bis elf oder auch zwölf Uhr. Da sei das Foresta-Team sehr flexibel.

Nachmittags wird am Wochenende Kaffee und Kuchen serviert. Simone Reul backt selbst, was ihr so einfällt, was gerade an saisonal frischem Obst da ist. Das kann Erdbeerkuchen mit Vanillepudding und Rhabarberbaiser sein, aber auch gerne mal ein einfacher Topf- oder Schoko­kuchen.

Grillabende auf ­Vorbestellung

Und was gibt es abends? Kaltes Büfett oder auch einen Grillabend. Solche Dinge wären aber nur mit Vorlauf möglich. Dafür steht Simone Reul dann höchstpersönlich am Grill. Eine Gesellschaft, die kürzlich hier war, habe es ganz rustikal gewollt: Harzer Spezialitäten mit unterschiedlich eingelegten Steaks und Bratwürsten. Zusammen mit einem Büfett aus Ofenkartoffeln, Zaziki, Salaten, Couscous-Salat, Bohnensalat, Kartoffelsalat und diversen Saucen, war der Abend ausgerichtet für insgesamt dreiunddreißig Gäste. Von der Konfirmations- bis zur Jubiläumsfeier ist im Landhaus Villa Foresta alles möglich. Wer das schaffen will, muss früh aufstehen. Der Tag von Simone Reul fängt morgens um halb sechs Uhr an.

Das Haus wurde 1911 gebaut. Simone Reul hat es 2009 von ihren Eltern gekauft und im Landhausstil renoviert, »weil ich finde, dass das sehr gut hierher passt«. Sie hat ein Händchen fürs Dekorative, überall stehen Antiquitäten, ein Erbe des Großvaters, der ein Sammler war. Über die Jahre hat sie viel investiert, auch in den Wellnessbereich. Für die Radfahrer – »die kommen mit ihren sündhaft teuren Rädern hierher« – hat sie eine Fahrradgarage gebaut. Sogar ein Kompressor steht für sie zur Verfügung. Aber nicht nur die Radfahrer, auch die Wanderer sind nach wie vor ein ganz großes Thema. Viele junge Familien machen zunehmend klassischen Wanderurlaub im Harz. »Gesund leben, aktiv sein, Sport treiben und gleichzeitig entschleunigen, das kann der Großstädter hier bei uns erleben«, konstatiert Simone Reul nicht ohne Stolz. »Das sind diejenigen, die verstärkt zu uns kommen. Und dafür sind wir wirklich gut aufgestellt.«

www.landhotel-villa-foresta.de

Bild ganz oben: Chefin Simone Reul in ihrem Landhaus Villa Foresta.

geschrieben von  maru