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»Unsere Spezialität sind Lamm- und Fischgerichte« Freitag, 13 Dezember 2013 00:00 Foto: Peter Pohl

»Unsere Spezialität sind Lamm- und Fischgerichte«

Das »da Nico« in Langelsheim ist ein Familienunternehmen. Nico Leonetti, der Namensgeber, ist Küchenchef, Enza Leonetti als Hotelfachfrau im Service zu finden und ihr Mann, Giuseppe »Peppino« Leonetti, als »Joker« für fast alles zuständig: für die Organisation, den Service und die Küche. Enza Leonetti: »Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, war ich sieben Jahre alt. Letzte Woche hatten wir Silberhochzeit.« Und im selben Jahr das 25-jährige Geschäftsjubiläum.

innen_745.jpg1988 eröffneten die Brüder Leonetti ihr Restaurant in Langelsheim. Wieso Langelsheim, wo doch Goslar so schön ist? Giuseppe Leonetti: »Weil wir hier das passende Lokal gefunden haben.« Ein ehemaliger griechischer Imbiss mit gerade mal zwanzig Plätzen. »Zu verkaufen« stand auf einem Schild im Fenster. 1995 kaufte das Ehepaar Leonetti das ganze Haus, verschönerte das Restaurant, baute um und baute an auf 70 Innen- und 50 Außenplätze. In der vergrößerten und erneuerten Küche widmet sich Nico Leonetti dem Fisch, dem Fleisch und den Nudeln, ein eigener Pizzabäcker ist für des Deutschen Leibgericht zuständig und ein weiterer Experte für die Salate.

regal_500.jpgEnza Leonetti: »Wir wollten von Anfang an die ganze Bandbreite der italienischen Küche und die klassischen Sachen dürfen halt nicht fehlen.« Es gibt Gäste, die zum Beispiel immer ihre Spaghetti Bolognese oder Penne all‘arrabbiata haben wollen. Darf man die enttäuschen? »Es soll diejenigen ansprechen, die nur eine kleine Pizza essen wollen, und auch diejenigen, die ein schönes Abendessen wollen. Wir kochen doch für alle!« Und das Konzept geht auf. Das Einzugsgebiet der Gäste reicht von Hamburg über Salzgitter bis nach Braunschweig und Seesen. »Wir haben fast nur Stammkunden, die uns schon seit ewig begleiten. Das ist manchmal wie eine große Familie.«

»Die Pizza schmeckt in Deutschland besser als in Italien«

wein_500.jpgEin paar Stammkunden durften sich sogar ihr Leibgericht auf die Speisekarte wünschen. ­Giuseppe Leonetti: »Unser Insalata Rodolfo kommt von unserem Freund Rolf.« Die Spaghetti di Ute mit Knoblauch, Olivenöl und Peperoncino wünschte sich Ute. »Sie wollte Schafskäse in den Spaghetti haben!« Die Pizza Elena (»Elena wohnt gleich gegenüber«) ist nach Wunsch belegt mit Tomatensauce, Käse, Thunfisch, Zwiebeln und Spiegelei.

Für die Gäste nur das Beste, und das heißt: ausgewählte Lebensmittel werden zuerst probiert und dann direkt aus Italien importiert. Der Büffelmozzarella stammt aus Kampanien. Giuseppe Leonetti: »Wenn man den probiert und ihn mit dem Büffelmozzarella vergleicht, den man hier kaufen kann ...« – also kein Vergleich! Der Lombo, ein Lendenschinken aus der Toskana, der mit Kräutern umwickelt ist, gibt eine schöne Vorspeise. Auch das Spanferkel ist ein Direkt­import. »Unser Olivenöl kommt aus Apulien. Das hole ich selber vom Bauernhof.«

Das Ehepaar Leonetti fährt jedes Jahr in die alte Heimat. Enza Leonetti: »Wir sind dann Touristen.« Aber Touristen, die sich gastronomisch umschauen. Was tut sich in Italien? Eine überraschende Erfahrung haben die Beiden schon gemacht: »Die Pizza schmeckt in Deutschland viel besser.« Warum? »Vielleicht, weil man sich hier mehr Mühe gibt.« Jeden Monat bietet das »da Nico« eine »Kulinarische Reise durch Italien« an, ein klassisches Vier-Gänge-Menü für 29 Euro. Beispiel: Carpaccio, Spaghetti Aglio e Scampetti, frischer Lachs mit gemischtem Salat und als Dessert Affogato: Espresso mit einer Kugel Vanilleeis.

»Für Reichtum und Glück: zu Silvester gibt es Linsen und Zampone«

tische_745.jpgDie Spezialität des Hauses ist indes Lamm. Giuseppe Leonetti: »Lamm ist typisch für Apulien.« Lammkarree, Lammfilet, Lammkoteletts, als Beigabe Rosmarinkartoffeln, Saisongemüse und Salat. Dazu kommen die Tagesangebote, traditionell mit Kreide auf die Schiefertafel gekratzt. Enza Leonetti: »Der erste Blick unserer Gäste geht immer zur Tafel. Was gibt die Küche her?« Freitag bis Sonntag immer frischen Fisch: Seezunge, Seeteufel, Dorade, Schwertfisch. »Auch der Wolfsbarsch ist sehr beliebt. Im Moment auch frische Muscheln.« Dazu ein italienischer Weißwein, der inzwischen schwer im Kommen ist wie der Insolia aus Sizilien. Oder der Pipolo Bianco aus der Basilicata, der alten Heimat von Enza Leonetti. Ein klasse Wein. »Den gibt es nur ganz selten, weil das Anbaugebiet sehr klein ist. Aber wir haben ihn bekommen.«

Zu Weihnachten und Silvester denken sich die Leonettis immer etwas Besonderes aus: Entenbrust-Carpaccio, Lammfilet in Scharlottenwein-Sauce, als Zwischengang Ravioli mit Hummerfüllung. »Das war ganz toll!« Silvester werden um Mitternacht Linsen und feingeschnittener Schweinefuß (Zampone) serviert. Das ist italienisches Brauchtum: die Linsen sind für den Reichtum zuständig und der Schweinefuß bringt Glück.

www.danico.de

Bild ganz oben: Für das Decorum sorgt Chefin Enza Leonetti mit ihrem Gatten Giuseppe (rechts) und dessen Bruder Nico.

geschrieben von  maru