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Die Digitale Fabrik: Evolution oder Revolution? Was braucht die Region? Donnerstag, 27 Oktober 2016 10:19 Foto: Peter Pohl

Die Digitale Fabrik: Evolution oder Revolution? Was braucht die Region?

»Der Wohlstand von Regionen und Ländern ist auch in Zukunft abhängig von der Effizienz der industriellen Wertschöpfung […] In einem dynamischen Umfeld, in dem sich die Unternehmen zweifelslos bewegen, kann nur ein System überleben, welches in der Lage ist, sich anzupassen.« Prof. E. Westkämper bringt es auf den Punkt: Die Produktion ist der wichtigste Sektor der deutschen Volkswirtschaft und braucht ein Gesamtreformkonzept zur Standortpflege.

Liefern »Industrie 4.0« und die »Digitale Fabrik« genau dieses Reformkonzept? Was muss eine »Digitale Fabrik« im Kern leisten und welche Lösungen helfen dem Mittelstand in der Praxis? Braucht es die Revolution – jetzt und sofort? Retrospektiv wird es genau das sein – eine industrielle Revolution. Der Weg ist jedoch evolutionär. Indu­strie 4.0 wird nicht über Nacht zur Realität in der Produktion.
In der Geschichte der Evolution waren stets jene Individuen einer Population gut beraten, die sich allmählich aber stetig auf Veränderungen einstellen konnten. Ähnlich gut beraten sind Unternehmen, die nicht auf das fertige Konzept »Digitale Fabrik« warten, sondern sich bereits mit kleinen Lösungen auseinandersetzen. Denn das ist der evolutionäre Charakter: smarte Lösungsbausteine werden sich in der Praxis durchsetzen, aus denen neue und größere Lösungen geschaffen werden können.

Ein Beispiel: Wandlungsfähigkeit setzt auf dem Prinzip der Modularität auf. In der Praxis werden mechatronische Prozessmodule bereits entwickelt, aus denen sich ­flexibel Produktionsanlagen aufbauen lassen. Werden diese Module mit Auftragsdaten verknüpft, ist eine Selbstkonfiguration bis zur Optimierung der Auftragsreihenfolge denkbar.

Ersetzt das den Menschen in der Produktion? Nein. Braucht es dafür die komplette Digitalisierung der Fabrik? Nein. Benötigen Sie mechatronische Prozessmodule? Diese Frage müssen Sie für sich selbst entscheiden.

Unternehmer sollten daher in Anwendungsfällen denken und erst dann nach technischen Lösungen suchen. Folgende Fragen können helfen: Welche Ziele verfolgen Sie (Warum)? Welche Prinzipien der »Digitalen Fabrik« helfen Ihnen (Was)? Welche konkreten Anwendungsfälle sehen Sie (Wie)? Welche Technologien brauchen Sie für die Umsetzung dieser Use Cases (Womit)?

Der Arbeitskreis »Wirtschaft 4.0« bietet hierfür eine hervorragende Plattform und ist eine Chance für den Austausch und die Entwicklung von Ideen für die Region. Gestalten Sie die Evolution aktiv mit, dann verpassen Sie auch nicht die Revolution.

Die Ergebnisse aller Thementische und die Vorträge zu den einzelnen Themen finden Sie auf der Internetseite der IHK Braunschweig unter Artikel-ID 12784.

Bild oben: Wie sollen die Betriebe des IHK-Bezirks mit dem Megathema »Wirtschaft 4.0« umgehen? Diese Frage beantwortet André Giese, Partner IAP GmbH, Braunschweig. Giese moderierte bei der konstituierenden Sitzung des Arbeitskreises Wirtschaft 4.0 der IHK den Thementisch »Die digitale Fabrik«.
geschrieben von  wo