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Stromintensive Industrien von Sonderlasten befreien Dienstag, 31 Januar 2017 08:41 Foto: Frank Bierstedt

Stromintensive Industrien von Sonderlasten befreien

Beim Parlamentarischen Abend letztes Jahr in Berlin habe ich mich in Gegenwart von VW-Vorstand Thomas Schmall dafür stark gemacht, neben der Batterieforschung auch die Batteriezellfertigung in unserer Region ins Auge zu fassen und freue mich über den Ansatz der Volkswagen AG, hier zumindest mit einer Pilotstudie zu starten.

Gerade auch mit Blick auf die Forschungskompetenz in unserer Region haben wir sehr gute Voraussetzungen, Möglichkeiten der Batteriezellproduktion zumindest näher zu betrachten.

Diese ist außerordentlich energieintensiv und scheidet damit mit Blick auf das aktuelle Strompreisniveau in Deutschland für eine industrielle Produktion in unserem Wirtschaftsraum nahezu aus. Damit sollten wir uns aber nicht zufriedengeben, sondern gerade im kommenden Bundestagswahlkampf unsere bundespolitisch verantwortlichen Wirtschaftspolitiker fordern, nach Möglichkeiten zu suchen, stromintensive Industrien in Deutschland von Sonderlasten zu befreien. Ich schaue hier einmal mit sehr viel Fantasie in die Zukunft: Sollte es einer Batteriezellproduktion der nächsten Generation in unserem Wirtschaftsraum möglich sein, den benötigten Strom ohne Sonderlasten an den Strombörsen einzukaufen, wäre im Standortwettbewerb mit asiatischen Standorten sehr viel gewonnen und eine entsprechende Produktion damit in realistische Nähe gerückt. Ich konnte den Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen bereits für diese Idee gewinnen.

Ein weiterer Bereich, in dem wir bereits innovativ sind, aber gewaltige Herausforderungen vor uns haben, ist das gesamte Thema unter der Überschrift »Autonomes Fahren«. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass für konkrete Projekte in der Stadt und im Umland von Braunschweig Forschungsmittel zur Verfügung gestellt wurden.

Technisch ist autonomes Fahren machbar, rechtlich sehe ich noch erhebliche Hürden. Unsere IHK wird sich daher in einer ­Schwerpunkt-Veranstaltung am 3. April mit dem Thema »Recht­liche Aspekte des autonomen Fahrens« befassen und hier Problem­lösungsnotwendigkeiten auch durch Änderung der Rechtsordnung in Deutschland herausarbeiten.

Bild oben: Bei den Themen Batteriezellforschung und -fertigung sowie »Autonomes Fahren« muss die Region die Nase vorn haben, sagt IHK-Präsident Helmut Streiff.
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