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Autonomes ­Fahren – unsere Mobilität von morgen Dienstag, 25 April 2017 13:31 Foto: Frank Bierstedt

Autonomes ­Fahren – unsere Mobilität von morgen

Das Thema bewegt technisch wie emotional. Die Fahrten der Versuchsträger im Stadtgebiet von Braunschweig des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt und der Technischen Universität belegen, was praktisch bereits geht. Die Entwicklung wird nicht mehr aufhaltbar sein. Auch bei der Vorstellung der ersten Smartphones vor über zehn Jahren waren viele der Meinung, so etwas würde die Menschheit nicht brauchen. Heute ist das Smartphone nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken und Unternehmen wie Apple, Google, Facebook oder Samsung sind die Schwer­gewichte an den Börsen.

Ob nun die Skilift-Gondel oder der Autopilot bei dem Interkontinentalflug: Maschinen und Computer bewegen uns und wir vertrauen ihnen. Und das bereits seit vielen Jahrzehnten.

Doch akzeptieren wir das bei unserem »Lieblingskind« dem Auto ebenso? Das Vertrauen in die Technik wird sich nach und nach einstellen. Die viel entscheidendere Frage ist, was wir aufgeben. Ist es der Schutz unserer Daten? Geld wird zukünftig nicht mit dem autonomen Fahrzeug verdient, sondern mit der Verwertung der erzeugten Daten aus den autonom stattfindenden Fahrten. »Willkommen im autonom fahrenden Taxi, sehr geehrte Damen und Herren. Wenn Sie heute auf Ihrer Fahrt einen Blumenstrauß für mindestens 20 Euro erwerben, ist diese Fahrt für Sie kostenlos.« So oder so ähnlich könnte sich zukünftig unsere individuelle Mobilität zeigen. Und wie sieht es mit der sogenannten Dilemmafrage aus, im Falle eines unvermeidlichen Unfalls zu entscheiden, welches Leben wertvoller ist, somit mehr zu schützen ist als andere Leben? Und wer trägt letztendlich die Verantwortung, der autonom fahrende Nutzer, die Maschine oder der Programmierer des Herstellers, der die Software für das autonome Fahren freigegeben hat?

Deutschland und seine Automobilindustrie dürfen den Anschluss an der Produkt- und Serviceinnovation des autonomen Fahrens nicht verlieren. Im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit und der damit verbundenen Wertschöpfung und Arbeitsplätze müssen wir ein starkes Interesse daran haben, die technischen und rechtlichen Regeln für das autonome Fahren selbst zu bestimmen. Das alles setzt aber voraus, das wir selber in der Beantwortung der zentralen Fragen – Haftung, Datenschutz, Ethik und Moral – vorangehen, selbstbestimmt Lösungen für uns und die Weltmärkte entwickeln. Als führende Automobilindustrie ist das der Schlüssel, um auch in Zukunft wettbewerbs­fähig zu sein. Darin war sich das Podium einig: Das kürzlich verabschiedete Gesetz zum automatisierten Fahren ist noch nicht die Lösung. »Echtes« autonomes Fahren wird sich durchsetzen, entscheidend sind die Regeln. Wer sie setzt, bleibt im Rennen – als Industrie-, Dienstleistungs- und Servicenation.

Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Titelstory.

Bild oben: Anje Gering, Leiterin der Abteilung Recht, International und Unternehmensförderung der IHK, moderierte die Podiumsdiskussion zum autonomen Fahren.

geschrieben von  wo