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Warum die Selbstverwaltung der Wirtschaft noch ­zeitgemäß ist Dienstag, 11 Juli 2017 09:39 Foto: André Pause

Warum die Selbstverwaltung der Wirtschaft noch ­zeitgemäß ist

Selbstverwaltung der Wirtschaft – was auf den ersten Blick abstrakt klingen mag, offenbart sich auf den zweiten Blick als ein lebendiges Prinzip, Verwaltung zu gestalten, als Forum ehrenamtlichen Engagements und schließlich auch als Ausdruck demokratischer Willensbildung. Nicht ohne Grund wird die Vollversammlung, das Zentrum einer jeden Industrie- und Handelskammer, auch als das »Parlament der Wirtschaft« bezeichnet. Diese Bezeichnung bringt deutlich zum Ausdruck: Hier besteht Raum für Rede und Gegenrede. Hier geht es um das Gesamtinteresse der Gewerbetreibenden des Kammerbezirks, um einen Beitrag zu Wohlstand und Arbeitsplätzen. Aus der Wirtschaft werden Ideen geboren und bewegt, die vor allem auch an Verwaltung und ­Politik adressiert sind. Und: Sie werden gehört.

Ich möchte die Frage, warum die Selbstverwaltung auch heute noch zeitgemäß ist, deshalb eigentlich mit der Gegenfrage beantworten: Kann dieses Prinzip denn überhaupt unzeitgemäß sein? Eine Abschaffung der Selbstverwaltung hätte einschneidende Folgen: Wir würden eine starke Stimme verlieren und einen wichtigen Ansprechpartner. Die IHKn sind ein ganz wichtiger Partner der Landesregierung bei den unterschiedlichsten Themenfeldern: Ich bin sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit der Landesregierung mit den Industrie- und Handelskammern und will an dieser Stelle nur einige Beispiele nennen, etwa das gemeinsame Engagement bei der Erstellung des Bundesverkehrswegeplans 2030.

Ein weiteres Feld ist die Außenwirtschaftsförderung. So wirken die Kammern als Mitglied im Niedersächsischen Außenwirtschaftsrat aktiv an der Schwerpunktsetzung unserer Außenwirtschaftsförderung mit, geben Empfehlungen für die Ziele von Delegationsreisen und unterstützen wesentlich deren Organisation.

Damit das Prinzip der Selbstverwaltung der Wirtschaft sich voll entfaltet und die Kammern für ihre Bezirke sprechen können, halte ich die kontrovers diskutierte Pflichtmitgliedschaft für unabdingbar. Nur wenn alle Gewerbetreibenden der Region einbezogen sind, können die Kammer und ihr »Parlament der Wirtschaft« auch für das Gesamtinteresse einstehen.

Ebenso wertvoll wie unverzichtbar ist aus meiner Sicht auch das ehrenamtliche Engagement der Unternehmerinnen und Unternehmer in der Industrie- und Handelskammer, die dadurch zu »ihrer IHK« wird. Hierfür ist ein Wort des Dankes an all diejenigen angebracht, die sich auf diese Weise einbringen beziehungsweise dies in der Vergangenheit getan haben. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass sich weiter viele Unternehmerinnen und Unternehmer entschließen, »ihre IHK« aktiv mitzugestalten!

Bild oben: Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, möchte, dass sich Unternehmerinnen und Unternehmer in den IHKn engagieren.

geschrieben von  wo