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Wir brauchen noch mehr ­Jung­­unternehmer Donnerstag, 07 September 2017 09:12 Foto: Jörg Scheibe

Wir brauchen noch mehr ­Jung­­unternehmer

Unseren Wohlstand verdanken wir hunderttausenden kleinen und mittelständischen Unternehmen, die eine exzellente Leistung erbringen und diese auch weltweit erfolgreich absetzen. Diese Unternehmen wurden von mutigen Frauen und Männern gegründet, die bereit waren, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und die Unsicherheiten und Herausforderungen am Markt und in ihrem Umfeld erfolgreich gemeistert haben.

Während an der Universität Stanford jeder dritte Studierende in die Gründung eines Start-ups involviert ist, beträgt die Gründerquote an der TU München als gründungsstärkste Technische Universität Deutschlands gerade einmal 0,1 Prozent.

Um unseren Wohlstand auch in Zukunft sicherzustellen, brauchen wir viel mehr neue innovative Unternehmen. Dafür müssen wir die jungen Menschen für das Unternehmertum begeistern und ihnen bereits während ihrer Schul- und Studienzeit das notwendige Rüstzeug in die Hand geben, damit sie die Unternehmen der Zukunft erfolgreich gründen können.

Entrepreneurship Education stellt sich als eine Herausforderung für unser Bildungssystem dar. Schüler und Studierende sollen sich nicht nur das Fachwissen aneignen, sondern auch lernen, wie dieses Wissen eigenständig angewandt werden kann.

Entrepreneure sind innovative Unternehmer, die neue Lösungen für die Probleme der Wirtschaft entwickeln und diese am Markt durchsetzen. Solche Frauen und Männer hervorzubringen ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Da sind Schulen und Hochschulen besonders gefordert. Die TU Braunschweig und Ostfalia Hochschule haben mit der Gründung des gemeinsamen Lehrstuhls für Entrepreneurship dafür Sorge getragen, dass das Gründungsknowhow an beiden Hochschulen an die Studierenden systematisch vermittelt wird. Entrepreneurial Mindset als Ausdruck der Leidenschaft und der Persönlichkeit des Unternehmers wird besonders behandelt. Die beiden Hochschulen konnten in den letzten Jahren die Anzahl ihrer Start-ups erheblich steigern. Immer mehr Studierende in unserer Region interessieren sich für das Thema Unternehmensgründung.

Die von der Wolfsburg AG und der Allianz für die Region ins Leben gerufene Initiative »Promotion School« zielt darauf ab, die Schülerinnen und Schüler in der Region für Entrepreneurship zu begeistern. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln in Teams neue Geschäftsideen und konzipieren mit der Unterstützung der Allianz für die Region geeignete Businesspläne. Die besten Geschäftsideen werden prämiert. Der Lehrstuhl für Entrepreneurship der TU Braunschweig und der Ostfalia Hochschule unterstützt seit Jahren diese wertvolle Initiative. Eine Vielzahl von engagierten Lehrerinnen und Lehrern unserer Region übernehmen freiwillig die Betreuung der Gründerteams. 2017 nahmen mehr als 800 Schülerinnen und Schüler an diesem Programm teil.

Es ist zu wünschen, dass das niedersächsische Kultusministerium ebenfalls diese Initiative unterstützt und ähnliche Modelle zu Förderung der Gründungslehre an den Schulen entwickelt.

Sie können Professor Dr. Reza Asghari auch eine E-Mail schreiben: r.asghari@tu-bs.de

Bild oben: Professor Dr. Reza Asghari ist Inhaber der ­Professur für Entrepreneurship an der TU ­Braunschweig und Ostfalia Hochschule und in dieser Funktion auch Leiter des an der Ostfalia Hochschule angesiedelten ­»Entrepreneurship Center«.
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