Unsere Partner
Wer ist eigentlich … Fritz Rössig? Donnerstag, 29 Dezember 2016 08:56 Foto: oh

Wer ist eigentlich … Fritz Rössig?

Kaum einer weiß mehr über den Bahn- und Busverkehr in der Region als Fritz Rössig. Er leitet seit drei Jahren die Abteilung Nahverkehr beim Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB), der kraft Gesetzes für die Planung, Organisation, Finanzierung und Bereitstellung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Region zuständig ist. Und wie beurteilt er die aktuelle Situation? »Wir sind auf einem richtig guten Weg«, meint Fritz Rössig. In den nächsten Jahren bekomme der ZGB deutlich mehr Regionalisierungsmittel von Bund und Land, so dass die ehrgeizigen Ziele des neuen Nahverkehrplans realisiert werden könnten. Der Etat für den Nahverkehr wird von 70 Millionen Euro im nächsten Jahr auf rund 100 Millionen Euro in 2021 steigen.

Im Schienenverkehr, für den der ZGB komplett zuständig ist, soll der Fahrplan weiter verdichtet werden. »Zwischen Braunschweig und Wolfsburg soll es einen Halbstundentakt geben«, kündigt Rössig an. Voraussetzung sei, dass der im Grundsatz beschlossene Ausbau der Weddeler Schleife schnell realisiert werde. Zwischen Braunschweig und Salzgitter (Bad und Lebenstedt) sei ein Halbstundentakt geplant. Auch die Mittelzentren der Region sollen noch besser angebunden werden, nach Gifhorn werde ein Einstundentakt angestrebt. Rössig: »Unser Ziel ist ein verlässliches Angebot mindestens im Einstundentakt den ganzen Tag über und in der gesamten Region.«

Derzeit fahren im Schienenverkehr in der Region fünf Betreiber. Der Anteil der vier privaten Betreiber liegt nach Rössigs Angaben inzwischen bei zwei Drittel. Der ZGB bestimmt den Fahrplan, schreibt einzelne Strecken aus und überwacht die Einhaltung der Verträge. Seit einem Jahr besitzt der ZGB auch 24 eigene Züge, die von der Tochtergesellschaft Regionalbahn GmbH betreut werden. Rössig ist deren Geschäftsführer. Das Unternehmen hat die Züge von Alstom in Salzgitter gekauft, vermietet sie an Betreiber Metronom und lässt sie von Alstom warten.

Im Busverkehr arbeitet der ZGB eng mit lokalen Verkehrsbetrieben zusammen. Auch hier sollen Fahrpläne weiter verdichtet werden. Im ländlichen Raum soll es verstärkt ein flexi­bles Angebot von Rufbussen bzw. Anrufsammeltaxen geben. Längerfristig will sich Rössig für eine stärkere Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger und eine noch bessere Digitalisierung des Verkehrs­angebots einsetzen, damit das Fahren mit Bus und Bahn in der Region noch bequemer und verlässlicher wird. Dazu gehörten bessere Informationssysteme, ein flexibler Ticketverkauf und die Einbindung von Carsharing-Projekten.

Rössig ist gebürtiger Braunschweiger, hat in Hannover studiert und später 15 Jahre bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt in Magdeburg gearbeitet. Die Arbeit des ZGB kannte er schon vor seinem Amtsantritt gut, weil er fünf Jahre für Bündnis90/Die Grünen Mitglied der Verbandsversammlung war. Standesgemäß ist Rössig viel mit Bahn und Bus unterwegs, besitzt aber privat auch ein Auto. Viele Wege in Braunschweig legt er mit dem Fahrrad zurück.

geschrieben von  sie