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Wer ist eigentlich … Christian Brahmann? Freitag, 21 April 2017 11:20 Foto: Frank Bierstedt

Wer ist eigentlich … Christian Brahmann?

Sie kennen kein Wort schwedisch? Wie wär’s hiermit: »Wallraffa« ist ein schwedisches Verb, das auf Günter Wallraff zurückgeht, der in Schweden sehr bekannt ist. »Unter ›wallraffa‹ versteht man eine investigative Recherche unter Vortäuschung einer falschen Indentität«, sagt Christian Brahmann, der im schwedischen Kalix am Nordpolarkreis eine Journalistenschule besucht hat und seit 1. März der neue dpa-Korrespondent in Braunschweig ist.

Die Richtung Journalismus hat Brahmann schon früh eingeschlagen. »Es war der typische Einstieg«, berichtet er, »ich habe in der 10. Klasse ein Schülerpraktikum bei den Peiner Nachrichten gemacht und danach immer journalistisch gearbeitet.«

Der heute 32-Jährige hat in Peine Abitur gemacht und auf Anraten erfahrener Journalisten ein Politik-Studium in Göttingen begonnen. »Mit meinem Zweit-Fach wollte ich bewusst eine nicht alltägliche Nische besetzen«, erzählt Christian Brahmann und suchte sich als sogenanntes Orchideen-Fach die Skandinavistik aus.

»Das Jedermann-Gesetz«

Brahmann lernte schwedisch und machte bei seinem halbjährlichen Aufenthalt an der Journalistenschule in Kalix auch Erfahrungen mit der Mentalität der Schweden – und die waren durchaus überraschend und etwas zwiespältig. »Ich mag die Leichtigkeit, mit der die Schweden durchs Leben gehen«, betont er. Diese Leichtigkeit sei aber nicht gleichbedeutend mit Offenheit. Im Gegenteil: Die Menschen seien sehr vorsichtig, ja geradezu schüchtern. Es gebe in Schweden das sogenannte Jedermann-Gesetz: »Glaub ja nicht, dass Du etwas Besseres bist!« Wer einmal eine Gruppe von Skandinaviern beobachtet hat, so Brahmann, der stellt schnell fest, dass keiner die Neigung hat, hervorzustechen, sich zu profilieren. Abgesehen von dieser Eigenart seien die Menschen – wenn man sich näher kennt – sehr herzlich und lebensfroh. Brahmann: »Es gibt ja nicht umsonst diesen Glücksatlas, bei dem die skandinavischen Länder erste Plätze belegen.«

Brahmanns Abschlussarbeit an der Journalisten­schule drehte sich um Günter Wallraff. Die schwedische Lehrkraft sagte: »Rufen Sie ­Wallraff doch einfach an (›Jedermann-­Gesetz‹).« Christian Brahmann war irritiert und bezweifelte, dass sich ein Projekt mit Günter Wallraff so schnell umsetzen lasse. Gleichwohl tat er wie geheißen. Es hat funktio­niert.

Nach dem Studium volontierte Brahmann zunächst bei der Wolfenbütteler Agentur Regio­Press und arbeitete danach als Redakteur bei der Braunschweiger Zeitung, bevor er für zwei Jahre etwas völlig anderes machte und in die Unternehmenskommunikation von KWS nach Einbeck wechselte. Als die dpa jetzt einen Korrespondenten für Braunschweig suchte, bot sich die Chance, wieder in die Heimat zurückzukehren. Noch wohnt Brahmann mit seiner Frau, die als Grundschullehrerin tätig ist, in Göttingen und spielt bei den dritten Herren der BG Göttingen in der Basketball-Bezirksliga. Jetzt wollen beide wieder zurück in die Region Braunschweig.

Nachdem es bei dpa Braunschweig in den letzten Jahren einen häufigen Wechsel gegeben hat – sowohl Brahmanns Vorgängerin Rebecca ­Krizak als auch deren Vorgänger Valentin ­Frimmer zog es schon nach gut einem Jahr zu dpa nach Berlin – plant Christian ­Brahmann, langfristiger zu bleiben. Die Region sei schließlich seine Heimat. Was die Unternehmen freuen dürfte: Brahmann hat starkes Inte­resse an Wirtschaftsthemen.

geschrieben von  jh