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Wer ist eigentlich … Marion Lenz? Donnerstag, 26 Oktober 2017 10:38 Foto: Jörg Scheibe/oh

Wer ist eigentlich … Marion Lenz?

Der eine oder andere wird an dieser Stelle denken: komische Frage. Schließlich war die gebürtige Erlangerin als Chefin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Städtischen Klinikums Braunschweig bereits vielen Menschen in der Region bestens bekannt. Ihr Wechsel in die Position der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Braunschweig zum 1. November kam nun einem kleinen Paukenschlag gleich. 17 Jahre lang war Marion Lenz für das Klinikum tätig, hat dort die gesamte Kommunikationsabteilung aufgebaut und entscheidend geprägt. »Das alles hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Bis zur Rente muss ich aber noch 14 Jahre arbeiten. Und da kam zuletzt schon immer mal wieder die Frage auf, ob ich das jetzt so weitermache oder ob es noch was anderes gibt.«

Die Quereinsteigerin

Es gab. Auch wenn sie sich im Rahmen ihres Studiums der Diplompädagogik schon sehr früh mit den Fragen der Gleichstellung, insbesondere mit Frauen in der Bildungsarbeit beschäftigt hat, so sieht sie sich doch als Quereinsteigerin. »Ich wollte damals eigentlich gleich in diesem Bereich arbeiten. Allerdings gehöre ich zu diesem supergeburtenstarken Jahrgang 1964. Als ich mit der Uni fertig war, gab es tausende Absolventen, Stellen dagegen kaum. An Gleichstellungsbeauftragte in den Kommunen war noch nicht zu denken, das haben wir ja alles erst erkämpft. Und die Arbeit an Bildungskonzepten in autonomen Frauenbildungshäusern war nicht so angesagt«, erzählt die Kommunikationsspezialistin schmunzelnd.

Haupt- und neben­berufliches Engagement

Nach ihrer Tätigkeit in einem Beratungsprojekt für Frauen und als Dozentin in der beruflichen Weiterbildung bei verschiedenen Bildungsträgern in Hannover und Braunschweig war Lenz zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin und dann als Lehrbeauftragte im Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Hannover tätig. »Damals ging es mir erst einmal darum, Geld zu verdienen, überhaupt einen Job zu haben. Also habe ich an der Uni weitergearbeitet. Gleichstellung ist dabei immer ein wichtiges Thema für mich geblieben. Erst als ich im Jahr 2000 in den Bereich Öffentlichkeitsarbeit wechselte, habe ich einige Sachen, die mir wichtig sind, in mein Privatleben verlagern müssen.« In diese Kategorie fiel unter anderem ihr Engagement für das Netzwerk Zonta, das die weltweite Gleichstellung von Frauen zum Ziel hat.

Intensive Vorbereitung

Auf ihre jetzige Stelle hat sich die 53-Jährige intensiv vorbereitet. »Ich habe mich natürlich bei einigen Kolleginnen, die Gleichstellungsarbeit in Unternehmen machen, erkundigt, was wichtig ist. Außerdem habe ich mir einen dicken Ordner angelegt, mit dem aktuellen niedersächsischen Gleichstellungsgesetz, den Änderungsvorschlägen und Gesetzen, die beim Thema Gleichstellung eine entscheidende Rolle spielen«, berichtet Marion Lenz, in deren Zuständigkeitsbereich neben der kommunalen Stellenbesetzung auch die Vernetzung des Referates in die Stadt, sowie die überregionale Vernetzung fällt.

Was die Besetzungsverfahren anbelangt, sieht sie die Stadtverwaltung bereits auf einem guten Weg: »Wenn man sich die Berichte der letzten Jahre anschaut, ist zu beobachten, dass der Frauenanteil in den Leitungspositionen zugenommen hat. Da gibt es eine positive Entwicklung und die möchte ich weiter vorantreiben. Ein anderer Punkt ist, Frauen darin zu bestärken, sich für Leitungspositionen zu bewerben. Und hier muss man früh ansetzen, nämlich an der Stelle, wo Mädchen ein Selbstverständnis für die berufliche Sozialisation entwickeln.«
geschrieben von  pau