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FIBAV-Geschäftsführer Sven Hansmeier: »Wir haben eine Stadt wie ­Wolfenbüttel neu aufgebaut« Montag, 12 September 2016 09:12 Foto: Jörg Scheibe

FIBAV-Geschäftsführer Sven Hansmeier: »Wir haben eine Stadt wie ­Wolfenbüttel neu aufgebaut«

Eine stolze Bilanz: Mehr als 10 000 Eigenheime und Wohnungen hat die FIBAV-Unternehmensgruppe seit ihrer Gründung vor 25 ­Jahren gebaut. Dafür wurden rund 30 Millionen Ziegelsteine vermauert. »Wir haben vergleichsweise eine Stadt wie Wolfenbüttel neu aufgebaut«, stellt Sven Hansmeier fest. Der 40-Jährige ist geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens in Königslutter. Nach seiner Einschätzung liegt die FIBAV-Gruppe, die aus vier Unternehmen in verschiedenen Geschäfts­feldern besteht, unter den Top Ten in Deutschland auf dem Markt für den Neubau von Eigenheimen in Massiv-Bauweise – und das, obwohl die Gruppe »nur« in sechs mittel- und ostdeutschen Bundesländern aktiv ist.

Gegründet wurde die FIBAV von Vera und ­Günter Hansmeier. Der Senior steht noch heute mit 73 Jahren beratend zur Seite und realisiert besondere Projekte. Anfangs war die FIBAV ein Makler- und Vermittlungsbüro. Mit der Zeit wuchs das Unternehmen in neue Geschäfts­bereiche hinein und ist heute ein Allrounder. Sven Hansmeier: »Wir bieten heute alle Bau- und Dienstleistungen rund um die Wohnimmobilie an.« Deshalb heißt das Unternehmensmotto auch »Alles aus einer Hand«. Das Spektrum reicht von der Projektierung und Erschließung von Bauland über die Vermittlung von Grundstücken und die Planung von Häusern mit eigenen Architekten und Ingenieuren bis zum Bau. Die FIBAV vermittelt auch Baufinanzierungen und bietet komplementäre Dienstleistungen wie die Wartung und Instandsetzung von Häusern und Wohnungen an.

Derzeit brummt das Geschäft. Die FIBAV-Gruppe habe im vergangenen Jahr mit einem vermittelten Umsatz von 101 Millionen Euro einen Rekordwert erreicht, berichtet Hansmeier. Derzeit sei man auf 338 Baustellen tätig, was eine aufwändige und dennoch präzise Organisation und Logistik erfordere. Wobei die niedrigen Zinsen nicht der Grund für den Bauboom seien, meint Hansmeier: »Sie unterstützen nur die ohnehin gute Nachfrage. Es wird wegen der Niedrigzinsen nicht unbedingt mehr gebaut, sondern besser und größer und damit teurer.«

»Das Geschäft hat ­Hochkonjunktur«

In Deutschland gebe es derzeit einen großen Wohnungsbedarf. Hansmeier geht davon aus, dass der öffentlich geförderte genossenschaftliche Geschosswohnungsbau wieder wachsen werde. Beim privaten Geschosswohnungsbau gebe es teilweise schon spekulativ bedingte Verzerrungen. Die Immobilie als Kapitalanlage und Renditeobjekt sei gefragt, unsere Region sei für solche Projekte eine 1A-Lage. Hansmeier hält eine Bauförderung im privaten Wohnungsbau für überflüssig und plädiert stattdessen für die Wiedereinführung der Eigenheimzulage für Haushalte mit geringerem Einkommen. Für unsere Region fordert er eine koordinierte Abstimmung der Kommunen, wenn es um Baugebiete, Gewerbeflächen, Einzelhandelskonzepte und Infrastruktur geht – mit einem Wort, um eine ganzheitliche, nachhaltige Raum­entwicklungsplanung in der Region.

»30 verschiedene ­Haustypen«

Rund 85 Prozent der von der FIBAV gebauten Häuser seien Eigenheime, erzählt Hansmeier. Sie würden überwiegend in Massivbauweise, also Stein auf Stein, gebaut. Zunehmend werden aber auch Holzhäuser in Rahmen­struktur-Bauweise gefragt. 40 Prozent der Häuser wurden in der Region zwischen Harz und Heide gebaut. Dabei bietet das Unternehmen einen Katalog mit 30 verschiedenen Haustypen an, die dann individuell variiert werden können. Immerhin werden ein Viertel aller Häuser ganz individuell geplant – dafür bietet die Gruppe ein eigenes Architekturbüro an.

Im Geschosswohnungsbau wurden bisher Objekte mit bis zu 40 Wohnungen realisiert – beispielsweise in Braunschweig. Hier gehört auch die spätere Hausverwaltung zum FIBAV-Angebot. Insgesamt beschäftigt die Gruppe derzeit 433 Mitarbeiter, davon mehr als ein Drittel im eigentlichen Handwerk. Die Gruppe hat 33 Geschäfts- und Beratungsstellen in sechs Bundesländern. Hansmeier: »Wir sind unter den Großen der Branche einer der wenigen, die noch eigene Handwerker für den Bau und auch für Installationen beschäftigen.« Ansonsten arbeite man mit einem Pool von 120 längjährigen Partnerbetrieben zusammen.

»Unter den 67 Auszubildenden sind neun Flüchtlinge«

Bemerkenswert ist die Zahl von 67 Auszubildenden und noch bemerkenswerter ist, dass darunter neun Flüchtlinge sind. Die Gruppe betreibt in Königslutter ein eigenes Ausbildungszentrum, in dem vor allem – so Hansmeier – die »ansonsten eher vernachlässigten handwerklichen Grundfertigkeiten trainiert werden.« Grundsätzlich habe die Baubranche ein Nachwuchsproblem, sieht Hansmeier. Sein Unternehmen biete seinen Auszubildenden auch Unterstützung für weiterführende Ausbildungen wie den Meistertitel oder ein Studium an.

Warum ist das mittelständische Familien­unternehmen so erfolgreich? Hansmeier nennt mehrere Gründe. Vor allem setze man auf Qualität und Nachhaltigkeit. Wenn ein Kunde unzufrieden sei und sich beschwere, dann sei er selbst auch höchst unzufrieden, versichert Hansmeier. Zum Qualitätsanspruch gehörten auch die Einhaltung vereinbarter Vertragssummen oder zugesagter Termine. Die inzwischen erreichte Größe des Unternehmens biete den Kunden Sicherheit, der Name FIBAV sei heute eine Marke. Ein weiterer Grund: »Wir schwimmen nicht im Markt mit, sondern gestalten und prägen ihn«, betont Hansmeier. Das gelte beispielsweise für energetische Maßnahmen. ­Hansmeier: »Wir wollen energieeffiziente Techniken anbieten, die immer eine Generation vor den aktuellen gesetzlichen Vorgaben sind.« Man sei einer der Ersten im Markt gewesen, die Wärmepumpen für die Hausheizung angeboten haben. Heute werden mehr als die Hälfte aller von der FIBAV gebauten Eigenheime mit Wärmepumpen ausgestattet.

»Erfolgsfaktor ­Familienunternehmen«

Ein Erfolgsfaktor sei auch, so Hansmeier, dass die FIBAV ein Familienunternehmen sei. Man handele eigenständig und voll verantwortlich. Hansmeier hat eine klare Strategie und er hat eine Vision: »Eines Tages wollen wir den ­Kunden über den gesamten Lebenszyklus eines ­Hauses begleiten – von der Planung und dem Bau bis zur regelmäßigen Wartung und möglicherweise dem späteren Verkauf. Das wäre eine Art ­Facility-Management für das Eigenheim.«

geschrieben von  sie