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DRT: Auf Nischenmärkten sehr ­erfolgreich Dienstag, 27 September 2016 14:32 Foto: Frank Bierstedt

DRT: Auf Nischenmärkten sehr ­erfolgreich

Präzision, Qualität, Flexibilität – das sind die Stärken des deutschen Werkzeugmaschinenbaus, der Weltgeltung hat. Diese Stärken beruhen auf innovativen Fertigungsmethoden und auf gut ausgebildeten Facharbeitern. Das war auch ein Grund, warum die amerikanische Werkzeugmaschinen-Gruppe DRT vor 25 Jahren beschloss, eine Fertigung in Braunschweig zu starten. Hier werden mit modernsten CNC-Maschinen Präzisionswerkzeuge für den Einsatz in der Nahrungsmittelindustrie, in der Medizintechnik oder in der Autoindustrie hergestellt. Weltweit vorn ist DRT bei Werkzeugen zur Produktion von Dosendeckeln vor allem in der Getränkeindustrie.
 


»Alle Dosen, bei denen etwas aufzureißen ist – das ist unser Geschäft«, fasst Peter Müller zusammen, der seit 21 Jahren die deutsche DRT-Tochter leitet. In Braunschweig werden hochpräzise Werkzeuge etwa zum Schneiden oder Umformen gebaut, die wiederum in große Fertigungsmaschinen der amerikanischen Mutter integriert werden. Die werden in der Deckel-Fertigung sowohl für Dosen der Getränkeindustrie, aber auch der Nahrungsmittelindustrie (Konserven) oder der Tier­futterbranche eingesetzt.

DRT ist auf diesem Nischenmarkt weltweit vorn. Das hat historische Ursachen. Unternehmensgründer Ermal Fraze erfand 1965 in Dayton (US-Bundesstaat Ohio) die Aufreiß­lasche (Ring-Pull) für Getränkedosen und war damit weltweit erfolgreich. Für Braunschweig entschied sich sein Unternehmen DRT (steht für Dayton Reliable Technology) vor 25 Jahren, weil die Stadt einst Hochburg der Verpackungsindustrie war und hier mit Schmalbach einer der größten Dosenhersteller saß. Müller hatte einst als Fertigungstechniker beim Schmal­bach-Maschinenbau angefangen, ist bei DRT seit der Gründung vor 25 Jahren dabei.

»Wichtige Standbeine: ­Verpackungs- und ­Autoindustrie«

»Rund die Hälfte des Geschäfts machen wir heute in Braunschweig mit Werkzeugen für die Verpackungsbranche«, berichtet Müller. Von hier werden Kunden in ganz Europa, im Nahen Osten und in Russland beliefert. Außerdem werden in Braunschweig hochgenaue Prototypen für Auto-Komponenten gebaut, beispielsweise Motorteile für das VW-Werk Salzgitter oder Lenkungsteile für das VW-Werk in Braunschweig, sowie im Bereich der Medizin­technik Teile von Gelenk- oder ­Knochenimplantaten.

Mit einem modernen Maschinenpark von mehr als 45 CNC-Maschinen werden Präzisionsprodukte geliefert, deren Ungenauigkeit nicht größer als fünf Mikrometer (fünf tausendstel Millimeter) sein darf. Das gilt auch für Dosendeckel: deren markierte Aufreißlasche muss einerseits so dicht und stabil sein, dass auch bei extremen Bedingungen keine Flüssigkeit herausdringen kann, andererseits muss sie leicht und gefahrlos aufreißbar sein.

»Moderner Maschinenpark, qualifizierte Mitarbeiter«

»Wir gehören im Präzisionswerkzeugbau in Norddeutschland zu den Top Ten«, stellt Müller fest. Man sei auf Nischenmärkten sehr erfolgreich. Den Erfolg begründet er vor allem mit einem modernen Maschinenpark und mit qualifizierten sowie motivierten Mitarbeitern. Im Vergleich zur Konkurrenz sei man maschinell breiter aufgestellt, könne nahezu alle Fertigungsschritte, vom Fräsen und Drehen übers Schleifen bis zum Erodieren und Polieren, anbieten.

»Der Trend: Integration mehrerer Arbeitsschritte«

Dabei nehme die Automatisierung zu, der Trend gehe zur Integration mehrerer Arbeitsschritte in einer Fertigungsmaschine. Dennoch gibt es bei aller Automatisierung immer noch qualifizierte Arbeitsschritte, bei denen der Mensch unverzichtbar sei, betont er: etwa wenn Präzisionsteile unter dem Mikroskop per Hand den letzten Feinschliff oder spezielle Gravuren erhalten. DRT beschäftigt in Braunschweig mit steigender Tendenz 58 Mitarbeiter (davon vier Auszubildende), einige sind schon von Anfang an dabei. Müller: »Das Wort Fluktuation kennen wir nicht.«

»Langfristige Strategie«

Jährlich werden zwischen 500 000 und 800 000 Euro in neue Maschinen investiert. Müller lobt die Muttergesellschaft, die – im Gegensatz zu vielen amerikanischen Unternehmen – strategisch langfristig orientiert sei und entsprechend investiere.

Bild oben: Peter Müller.
geschrieben von  sie