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Marktführer bei der spanischen Gemeinde in Braunschweig Dienstag, 03 Januar 2017 10:12 Foto: Jörg Scheibe

Marktführer bei der spanischen Gemeinde in Braunschweig

Die Idee liegt nahe: Italiener, Spanier und Türken, die in die Region Braunschweig gekommen sind und durch fehlende Sprach- und Fachkenntnisse keinen Zugang zum Bank- und Versicherungsmarkt haben, durch Experten in ihrer Muttersprache beraten zu lassen. »Es ist ein enormes Kundenpotenzial«, sagt Sascha Rabe, der die Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Vermögens­beratung in Braunschweig leitet, »wir bieten Berufsinteressierten aller Nationalitäten, die aufgrund ihrer Ausbildung oder ihres Studiums in der Finanzdienstleistungsbranche arbeiten wollen, die Chance, sich ein eigenes erfolgreiches Geschäft aufzubauen.« Rabe und seine Mannschaft beraten in neun verschiedenen Sprachen.

»In der spanischen Community sind wir Marktführer«, sagt Vicente Barrachina. Er ist Spanier und arbeitet seit 2013 als Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG). Barrachina hat in Spanien und Polen studiert und 2011 sein Studium als Jurist abgeschlossen, ebenso wie seine Schwester Celia Barrachina, die bereits einige Jahre in diesem Beruf in Spanien praktische Erfahrungen gesammelt hat. Sie ist seit 2015 als Vermögensberaterin in Braunschweig tätig.

Auch Norberto Morillas Gonzalez ist ­Spanier. Er studierte an der Universität Granada Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Unternehmensführung und arbeitet seit 2014 als Vermögensberater bei Sascha Rabe.

»Mehr Bürokratie, aber auch mehr Sicherheit«

»Die Spanier, die nach Deutschland kommen, haben keine Ahnung, wie das Finanzdienst­leistungs-System hier funktioniert«, erläutert Celia Barrachina, »hier ist alles anders.« In ­Spanien gebe es zum Beispiel nur eine staatliche Krankenversicherung. Spanier, die sich hier ein Haus kaufen, würden ebenfalls vollkommenes Neuland betreten. Barrachina: »Hier in Deutschland gibt es zwar mehr Bürokratie, aber auch mehr Sicherheit.«

»Wie eine große Familie«

Als erstes seien hochqualifizierte Spanier nach Deutschland gekommen, in der derzeit laufenden zweiten Welle kämen viele Jüngere nach ihrer Ausbildung, ergänzt Norberto Morillas Gonzalez. Er fühle sich in Braunschweig fast wie zu Hause. Die spanische Gemeinde sei wie eine große Familie.

Das Bankgeschäft, zu dem auch die Baufinanzierung gehört, macht nach den Worten von Sascha Rabe etwa 50 Prozent der Beratung aus, gefolgt von der Kranken- und Renten­versicherung. Das Geschäftsmodell, gezielt auf die Sprachkompetenz und die Unterstützung von Migranten zu setzen, sei in der gesamten Deutschen Vermögensberatung AG außer­gewöhnlich.

»Außergewöhnliches Geschäftsmodell«

»Wenn es um Finanzdienstleistungen geht, haben die Türken keine anderen Wünsche und Probleme wie die Deutschen«, hat ­Sevilay Kasim festgestellt. Sie ist in Deutschland geboren und zweisprachig aufgewachsen. ­Sevilay Kasim ist Bankkauffrau und war Filialleiterin einer großen Geschäftsbank sowie angestellt bei einer Vermögensverwaltung in Braunschweig, bevor sie sich als Vermögensberaterin bei der DVAG selbstständig gemacht hat. »Ich musste türkisch noch einmal neu lernen, was die Fachausdrücke in der Finanzdienstleistung angeht«, lacht sie.

Huyen Trang Tran macht 60 Prozent ihres Beratungsgeschäfts mit »Nichtdeutschen«, wie sie sagt und hat sich auf die Gastronomie und Nagelstudios spezialisiert. Tran hat vietnamesische Wurzeln und hat direkt nach dem Abitur bei Sascha Rabe mit Schwerpunkt auf asiatische Kunden begonnen. In diesem Jahr schloss sie ihr Bachelor Studium an der Welfen­akademie ab.

»Viele Gewerbekunden«

Alle Berater haben viele Gewerbekunden. »Die brauchen uns sehr«, betont Petar ­Florean. Er ist Italiener mit kroatischen Wurzeln und in den 1990er Jahren während des Jugoslawienkrieges nach Deutschland gekommen. Seit 2011 arbeitet er mit Sascha Rabe zusammen.

»Braunschweig ist nicht zuletzt durch die vielen wissenschaftlichen Institutionen eine weltoffene Stadt«, fasst Sascha Rabe seine Erfahrungen zusammen. Er hat sich 2011 unter dem Dach der DVAG selbstständig gemacht. Davor war er sechs Jahre Filialleiter und neun Jahre als Bankdirektor bei verschiedenen Geschäftsbanken tätig, zuletzt war er bei einer internationalen Großbank für das Vertriebsgebiet Niedersachsen mit 13 Filialen verantwortlich.

Rabe verfügt selbst über Auslandserfahrung. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann hat er in Deutschland und Frankreich Betriebswirtschaft studiert und in beiden Ländern einen akademischen Abschluss erworben. Danach arbeitete er unter anderem für eine französische Investmentbank sowie für die deutsche Zentrale einer schwedischen Großbank. 2011 veröffentlichte er ein Buch über Kundenorientierung in Banken, Versicherungen und bei Finanzdienstleistern.

geschrieben von  jh