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Rausch Metalltechnik: »Große Namen auf der Kundenliste« Montag, 20 März 2017 10:22 Foto: Jörg Scheibe

Rausch Metalltechnik: »Große Namen auf der Kundenliste«

»Schweißen ist eine Kunst«, meint der Unternehmer Uwe Rausch. Dazu gehöre viel Erfahrung, noch mehr Fingerspitzen­gefühl und gute Kenntnisse von den zu bearbeitenden Werkstoffen. Rausch: »Vor einem wirklich guten Schweißer ziehe ich den Hut.« Er beschäftigt in seinem Unternehmen in Broistedt/Lengede gleich zwölf gestandene Schweißer. Die Rausch Metalltechnik GmbH ist für die höchste Qualitätsstufe beim Schweißen zertifiziert. »Einen vergleichbaren Betrieb gibt es in der gesamten Region nicht«, betont Rausch. Darüber hinaus bietet das Unternehmen als Fertigungs-Dienstleister die gesamte Palette der Metallbearbeitung an: vom Drehen übers Fräsen, Formen oder Stanzen bis zum Biegen oder Schleifen. Dafür stehen in den zwei Fertigungshallen rund 20 Spezialmaschinen.

»Unsere Stärke ist die Vielseitigkeit, was Auftragsprodukte und Auftraggeber betrifft«, erzählt Rausch. Das Unternehmen produziert vor allem für Hersteller von Autos und Schienenfahrzeugen sowie deren Zulieferer. Auf der Kundenliste stehen große Namen wie VW, Audi, Opel, Volvo, Alstom oder Bombardier. Es werden sowohl einzelne Bauteile als auch Baugruppen in großer Serienfertigung in Millionen-Stückzahlen produziert. Das Spektrum reicht von Teilen für Airbags oder Federbeinen bis zu Abschlepp-Ösen und Gaspedalen für Autos oder Wiegenträger, die in Schienenfahrzeugen die Verbindung zwischen Drehgestell und Waggonkasten sind. Außerdem konstruiert und baut Rausch auf Kundenwunsch maßgeschneiderte Anlagen zum Heben und Transportieren von kleinen und großen Lasten. Rausch: »Unser ungewöhnlichster Auftrag war der Bau einer Transport-Anlage für einen neuen Motor der Auto-Edelmarke Bugatti. Da mussten wir große Geheim- und Sicherheitsregelungen einhalten.«

»Projektidee für Fabrik der Zukunft«

Für den Schienenfahrzeugbauer Alstom im nahen Salzgitter, einem der wichtigsten ­Kunden, fertigt Rausch nicht nur verschiedene Schweiß-Baugruppen, sondern organisiert auch für 1000 kleine Bauteile aus eigener und fremder Fertigung die gesamte Lager- und Transportlogistik. Mit Alstom und dem Zulieferer Elemag in Hildesheim wurde Rausch für eine Projektidee zur digitalen Fabrik der Zukunft vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium ausgezeichnet. Das Projekt läuft jetzt an. Ziel ist die komplette Vernetzung der drei Unternehmen in allen Prozessen von der Konstruktion bis zur Fertigung. Künftig soll der Mitarbeiter in der Werkshalle von Rausch in Lengede auf einem Monitor am Arbeitsplatz direkt die aktuellsten Informationen über die Konstruktion und über seine Aufgaben abrufen können.

»Eher hemdsärmeliger ­Führungsstil«

Rausch beschäftigt in seinem Unternehmen rund 50 Mitarbeiter. Er pflegt einen familiären und eher hemdsärmeligen Führungsstil. Rausch: »Wir duzen uns alle. Ich gehe jeden Morgen durch den Betrieb und bin auch für ­persönliche Probleme ansprechbar.« Einmal im Jahr gibt es einen Betriebsausflug und in der ersten Oktober-­Woche findet in der überdachten Fläche zwischen den Werkshallen ein Fest »­Broistedt brennt« mit Live-Musik statt, zu dem bis zu 1000 Besucher nicht nur aus der Gemeinde kommen. Die Erlöse werden gespendet. All das trage dazu bei, dass es im Unternehmen viele Stammkräfte und nur eine geringe Fluktuation gebe, meint Rausch. Es werde immer schwieriger, gute Fachkräfte und Auszubildende für die klassischen Metallberufe zu finden.

»Eine Referenz für größere Aufträge«

Gegründet hat Rausch sein Unternehmen vor 22 Jahren mit vier Mitarbeitern in einer ehemaligen Schmiede auf einem Bauernhof in Broistedt. Zuvor hatte er als Maschinenschlosser in einem mittelständischen Unternehmen gearbeitet. Rausch: »Da habe ich praktisch erlebt, welche Fehler man als Unternehmer machen kann.« Er fing mit kleineren Aufträgen an, nach drei Jahren kam von einem Autozulieferer, der Airbags für VW produziert, der erste Groß­auftrag für eine Teilefertigung. Rausch erinnert sich: »Das hat mich zwar einiges Lehrgeld gekostet, andererseits habe ich damit Erfahrungen gesammelt und es war letztlich die Referenz für weitere größere Aufträge.«

Rausch ist mit der Entwicklung seines Unternehmens zufrieden: »Wir sind gut aufgestellt, die Lage ist stabil.« Er will nicht unbedingt weiter wachsen – nur die Qualität soll immer noch besser werden. Überhaupt beklagt er, dass »in unserem Lande zu viel gejammert wird.« Den meisten Menschen gehe es gut. Sie sollten sich mit dem Erreichten bescheiden und zufriedener sein. In der Wirtschaft wünscht sich Rausch mehr Menschlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Rausch: »Es ist alles so unpersönlich geworden, vieles läuft nur noch per Internet oder Mail. Das direkte Gespräch, um Projekte anzugehen oder Probleme zu lösen, findet leider immer weniger statt.«

Bild ganz oben: Uwe Rausch beschäftigt in Lengede im Landkreis Peine 50 Mitarbeiter.

geschrieben von  sie