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»Niedersächsischer Außenwirtschaftspreis: Unternehmer unserer Region erfolgreich durch Innovation« Dienstag, 06 Juni 2017 10:58 Foto: André Pause

»Niedersächsischer Außenwirtschaftspreis: Unternehmer unserer Region erfolgreich durch Innovation«

»Und der Gewinner ist ›La La Land‹«: Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies war sichtlich zu Späßen aufgelegt, bei der Verleihung des Außenwirtschaftspreises, der auf der Hannover Messe bereits zum achten Mal verliehen wurde. Grund zu guter Laune gab es aus Sicht der regionalen Wirtschaft bereits aufgrund der Zahl der Nominierungen. Mit der am Ende siegreichen BMA Braunschweigische Maschinenbauanstalt AG und der MKN Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co KG in der Kategorie Großunternehmen sowie der Pan Acoustics GmbH bei den ­kleinen und mittleren Unternehmen waren in diesem Jahr gleich drei hiesige Innovatoren für den »Export-Oscar des Nordens« in der letzten Runde. 60 Bewerbungen hat es insgesamt gegeben.

Das Intro zur feierlichen Preisvergabe lieferte die US-amerikanische Band Garbage. Ihr orchestral instrumentierter Bond-Song »The World Is Not Enough« zeigte gleich zu Beginn auf, wohin es die an diesem Tag vertretenen Unternehmen aus den verschiedensten Branchen zieht: in die weite Welt. »Sie als exportierende Unternehmen stehen für den Erfolg innovativer Produkte, denn sie verkaufen keine Produkte oder Dienstleistungen, die man überall haben kann. Sie zeichnen sich durch Ihre besondere Innovationskraft aus, die sich im internationalen Wettbewerb durchsetzt, und schaffen mit Ihrer starken Internationalität, Ihren Standorten und Ihren Märkten, die sie sich erarbeitet haben, eine nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze und damit des Wohlstandes hier in Niedersachsen«, rühmte Olaf Lies das fortschrittsorientierte Denken aller Nominierten mit Blick auf kontinuierlich steigende Exportzahlen.

»Positive Effekte erkennen und erklären«

In einer Welt mit globalisierten Märkten ist es für Unternehmen eine besondere Herausforderung sich den Anforderungen zu stellen, so der Minister, der in seiner Rede vor rund 300 Unternehmensvertretern im Rahmen des 14. Niedersächsischen Außenwirtschaftstages dazu aufrief, bei aller Kritik auch die positiven Effekte der Globalisierung zu erkennen und zu erklären. Erst die wirtschaftliche Stärke schafft die Grundlage für jenen Wachstum im gesamten Land, von dem viele Menschen profitieren.

Dabei hilft das Land Niedersachsen interessierten Unternehmen als Bindeglied sowohl in etablierte als auch in neue Märkte. Olaf Lies verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf Repräsentanzen (beispielsweise in Chicago und Teheran) und lud die Vertreter der Wirtschaft mit Nachdruck ein, diese »Türöffner« verstärkt zu nutzen.

»BMA: Die Weltkugel im Logo und im Herzen«

Ein Unternehmen, das nach den Worten ihres Technikvorstands Uwe Schwanke »die Weltkugel nicht nur im Logo, sondern im Herzen trägt«, ist die Braunschweigische Maschinenbauanstalt AG. Seit mehr als 160 Jahren entwickelt und produziert BMA Maschinen- und Anlagentechnik zur industriellen Gewinnung von Zucker. Die Systemlösungen für Fabrik- und Raffinerie sind überall dort gefragt, wo minimale Energieverbräuche in der Produktion und eine gleichbleibend hohe Produktqualität die Maxime sind. Als ältestes Maschinenbauunternehmen Braunschweigs beschäftigt BMA 500 Mitarbeiter in Niedersachsen. Weltweit kommen mehr als 150 Mitarbeiter an sieben Standorten hinzu. 95 Prozent beträgt die Exportquote, was erklärt, weshalb allein in den vergangenen drei Jahren 34 neue Arbeitsplätze durch das erfolgreiche Auslandsgeschäft geschaffen worden sind.

Schwanke erklärte im Rahmen der Preisverleihung die Notwendigkeit von globalen Aktivitäten in etwa 80 Ländern der Erde: »Unsere Kunden leben mit der Ernte von Zuckerrohr. In Niedersachsen kennt man das: wenn Herbst ist, sind Trecker und Lkw unterwegs, dann ist Ernte. Den Rest des Jahres nicht. Irgendwo auf der Welt muss aber immer Herbst sein. Und wenn wir eine gleichmäßige Auslastung haben wollen, müssen wir rund um die Welt tätig sein.« Dieses schlüssige Denken überzeugte die zehnköpfige Jury, weshalb sich die Braunschweigische Maschinenbauanstalt AG über den Gewinn des Außenwirtschaftspreises 2017 in der Kategorie Großunternehmen freuen konnte.

»Innovatoren aus der Region vorne dabei«

it einem ebenfalls überzeugendem Außenwirtschaftskonzept errang mit der Wolfenbütteler MKN Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co KG, dem Spezialisten für Profikochtechnik, ein weiteres global agierendes Unternehmen aus der Region seine Nominierung. »Die Chance, dass sie schon einmal mit MKN bekocht worden sind, ist groß. In Deutschland sowieso, aber inzwischen macht der Export schon 55 Prozent aus«, skizziert MKN-Gesamtmarketingleiter Martin Ubl nicht ohne Stolz. Ob in den Houses of Parliament in London, der Oper in Sydney oder als einer der Marktführer im Bereich Kreuzfahrtschiffe auf den Meeren: »Überall dort, wo mit hoher Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit professionell Speisen zubereitet werden, sind wir erfolgreich unterwegs.« Dabei würden die Weltmärkte gezielt nach »Made in Germany« suchen. Gerade, weil es immer weniger gelernte Kräfte in den Küchen gibt, muss es laut Ubl die innovative Technik richten.

»Natürlich guter Klang aus Wolfenbüttel«

Für die steht auch das zweite Wolfenbütteler Unternehmen im diesjährigen Wettbewerb, das nach 2014 sogar schon zum zweiten Mal nominiert war. Kerntätigkeitsfelder der im Juli 2002 von Diplom-Ingenieur Udo Borgmann gegründeten Pan Acoustics GmbH sind die Herstellung neuartiger Beschallungssysteme und digitaler Audiolösungen. 20 Mitarbeiter arbeiten in der Lessingstadt am natürlichen Klang. Wobei das Auslandsgeschäft auch für den in der ­Kategorie der kleinen und mittleren Unternehmen nominierten Betrieb einen Schwerpunkt bildet. »Wir lieben den Export, und der Export liebt uns. Der Anteil liegt bei über 70 Prozent. Wir liefern in über 20 Länder, zum Beispiel nach England, Frankreich, Saudi Arabien oder Dubai, und haben in jedem Land, in dem wir tätig sind, einen exklusiven Vertriebspartner. Wir handeln faire Verträge aus und liefern auch fair. Und wir fürchten uns nicht vor sich wandelnden Märkten, denn wo eine Tür verschlossen wird, geht woanders eine andere auf«, betonte Udo ­Borgmann, der mit Pan Acoustics in Zukunft weiter wachsen möchte, im eigens für die Veranstaltung produzierten Clip. »Wir wollen im Prinzip in die ganze Welt auf alle Kontinente.«

Wie jedes Jahr stand das fachliche Rahmenprogramm des Außenwirtschaftstags im Mittelpunkt. Aktuell wurden erfolgreiche Exportstrategien für sich verändernde Märkte in Großbritannien, der Türkei und Russland dem interessierten Publikum geboten. Namhafte Experten stellten Chancen für Niedersächsische Unternehmerinnen und Unternehmer in diesen Märkten vor, informierten über die wirtschaft­liche Situation und beleuchteten die Wirtschaftsbeziehungen.

Bild ganz oben: Uwe Schwanke (BMA-Technikvorstand), Peter Heim (MKN), Martin Ubl (Leiter Gesamtmarketing MKN) und Udo Borgmann (Geschäftsführer Pan Acoustics, v. l.) bei der Verleihung des achten Niedersächsischen Außenwirtschaftspreises.

geschrieben von  pau