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SOLON-Chef Ralf Niehoff: »Bei ­Geldgeschäften müssen sich zwei Menschen in die Augen schauen« Freitag, 28 Juli 2017 10:08 Foto: André Pause

SOLON-Chef Ralf Niehoff: »Bei ­Geldgeschäften müssen sich zwei Menschen in die Augen schauen«

Wenn man Ralf Niehoff fragt, was seine Branche in den vergangenen Jahren am stärksten geprägt hat, dann antwortet er: »Mit Abstand die EU-Vermittlerrichtlinie. Seit sie eingeführt wurde, ist die Zahl der Anlageberater massiv zurückgegangen.« Zum Nachteil derjenigen, die sich aus der Branche verabschieden mussten und weiterhin müssen. Und zum Vorteil für die, die die Marktregulierung überstehen werden. »Sie verlassen den Platz als Sieger«, sagt der 50-Jährige.

»Eine Gruppe – drei ­Gesellschaften«


Ralf Niehoff ist geschäftsführender Gesellschafter der SOLON-Unternehmensgruppe. Er und sein Team beraten private Haushalte und Unternehmen, wie sie ihr Geld sinnvoll anlegen. Die Unternehmensgruppe besteht aus drei Gesellschaften: Die SOLON Gesellschaft für Investmentdienstleistungen mbH kümmert sich um das Anlagegeschäft – um Investments in Aktien, Wertpapieren, Immobilien & Co – und die Absicherung sogenannter biometrischer Risiken wie Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherungsschutz; die SOLON Versicherungsservice GmbH hat die Aufgabe, für ihre Kunden den richtigen Sachversicherungsschutz zu finden – von Hausrat- über die Gebäude- bis hin zur Kfz-Versicherung.

Die SOLON Asset Management GmbH & Co. KG ist die vor drei Jahren gegründete eigene Fondsgesellschaft. Der gruppeneigene Dach-­Mischfonds setzt auf Aktien und Rentenpapiere und investiert in rund ein Dutzend Einzelfonds. Ralf Niehoff: »Mittlerweile beträgt unser Fondsvolumen fünf Millionen Euro. Damit wird der Fonds immer rentabler für unsere Mandanten.«

»Im Anlagegeschäft zu Hause«

Seit einem Vierteljahrhundert ist der Braunschweiger im Anlagegeschäft zu Hause. Sein Unternehmen SOLON war seinerzeit der erste Mieter auf dem Braunschweiger ARTmax-­Gelände an der Frankfurter Straße und betreut heute viele Tausende Mandanten. »Vom Auszubildenden, der seine vermögenswirksamen Leistungen anlegen möchte, bis hin zu den sehr vermögenden Kunden.«

Besonderes Augenmerk richtet SOLON auf die Entwicklung von Konzepten zur betrieblichen Altersvorsorge. »Wir sind Spezialisten darin, gute Lösungen für Firmen und deren Belegschaften zu finden und betreuen heute viele namhafte Braunschweiger Unternehmen.«

Die Entwicklung, die seit dem Jahr 2005 mit Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie die Finanzdienstleistungsbranche veränderte, begrüßt er. Die Eintragungspflichten bei Behörden, der Nachweis der Sachkunde und Beratungs- und Dokumentationspflichten haben das Feld der Anlageberater deutlich ausgedünnt. Bei deutschen Banken und Finanzdienstleistern arbeiten laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nur noch 140 000 von ihnen. »Salopp gesagt: Früher konnte sich jeder, der eine Krawatte binden konnte, Anlageberater nennen. Heute ist das anders. Die Branche arbeitet wegen der vielen gesetzlichen Regularien wesentlich professioneller – und leistet im Gegenzug auch einen wesentlich höheren Aufwand.«

»Die Mentalität erkennen«

Ein guter Anlageberater zeichnet sich seiner Meinung nach dadurch aus, »dass er die Mentalität des Kunden erkennt. Denn nur dann kann er ihm die richtige Anlageform empfehlen.« Sitzt ihm ein konservativer Anleger gegenüber, der auf Sicherheit setzt? Oder ein beherzter, der Chancen und Risiken genau abzuwägen weiß? Die Erfahrung zeigt: »Je aufgeklärter der Kunde ist, desto mutiger ist er auch«, erzählt Ralf Niehoff, der eine zehnjährige Tochter hat und in seiner Freizeit Snowboard fährt und Klavier spielt.

Dass künftig immer mehr Menschen Computern und Internet das Anlagegeschäft anvertrauen – daran glaubt er nicht. Die Algorithmen werden den Berater aus Fleisch und Blut nicht ersetzen. »Davon bin ich überzeugt. Bei Geldgeschäften müssen sich zwei Menschen in die Augen schauen können.«

»Die drei Prioritäten«

Wohin also mit dem Ersparten? Hat er Empfehlungen, die er jedem von uns mit auf den Lebensweg geben kann – unabhängig davon, wie weitreichend die finanziellen Möglichkeiten sind? Es gibt drei Prioritäten, sagt Ralf Niehoff. Am wichtigsten sei, immer einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben übrig zu haben – falls plötzlich die Waschmaschine kaputtgeht oder das Auto in die Werkstatt muss. Auf Platz zwei in seiner Rangliste: »Das sind die Geldanlagen, um langfristig für das Alter vorzusorgen – unter Ausnutzung des Zinseszins-­Effekts«, meint der 50-Jährige.

Um dann drittens, wenn Geld übrig ist, »sich dem mittelfristigen Vermögensaufbau zu widmen«. Wichtig sei, das Geld zu splitten, um es auf unterschiedliche Anlagen verteilen zu können. Und mit produktungebundenen Beratern zu sprechen, um sich so ein besseres Urteil zu bilden.

»Verantwortung gegenüber den Menschen«

Ganz zu Beginn seiner beruflichen Karriere hat Ralf Niehoff Industriemechaniker für Produk­tionstechnik gelernt, seine Ausbildung machte er bei Volkswagen. Dass er fortan einen anderen Berufsweg einschlug, sei durch und durch die richtige Entscheidung gewesen, sagt er: »Weil ich die Möglichkeiten, die das Anlagegeschäft bietet, faszinierend finde.«

Beim Money-Day, den regelmäßigen Infoabenden von SOLON, erzählt er seinen Gästen, wie der Kreislauf des Geldes funktioniert und mit welchen Geldanlagen sich langfristig aus seiner Sicht die größten Erfolge erzielen lassen. In den hausinternen Schulungen betont er gegenüber seinen Mitarbeitern: »Verliert niemals den Respekt vor dem Geld unserer Mandanten und denkt immer daran, dass wir eine hohe Verantwortung gegenüber den Menschen und ihren Ersparnissen haben.« Dieser Verantwortung, meint Ralf Niehoff, wird SOLON gerecht. »Wenn man 25 Jahre am selben Standort arbeitet und in der Stadt immer noch freundlich gegrüßt wird – dann wird man wohl das meiste richtig gemacht haben.«

Bild oben: Ralf Niehoff
geschrieben von  boy