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Schildautal-­Kliniken: Wo Schlag­anfall-Patienten den Weg zurück ins Leben finden Dienstag, 10 Oktober 2017 11:28 Foto: Frank Bierstedt

Schildautal-­Kliniken: Wo Schlag­anfall-Patienten den Weg zurück ins Leben finden

Wenn Menschen einen schweren Schlaganfall erleiden, kann die Thrombektomie Leben retten. Aber nicht jede Klinik ist in der Lage, diese neue Methode anzuwenden. Ärzte der Asklepios Kliniken Schildautal in Seesen können es. Mit einem Mikrokatheter befreien sie verstopfte Gehirngefäße von dem Blutgerinnsel. »Etwa achtzig Mal in diesem Jahr werden wir diese Behandlung bei uns durchführen«, sagt Geschäftsführer Joachim Kröger.
 


Schlaganfall und Multiple Sklerose, Schädel-Hirn-Trauma und Gehirntumor: Das sind häufige neurologische Erkrankungen. Die Asklepios Kliniken Schildautal zählen deutschlandweit zu den größten neurologischen Zentren, die Erkrankungen des Nervensystems und auch von Muskulatur und Blutgefäßen behandeln.

Der Verbund besteht aus dem Zentrum für ­Neurologie, der neurologischen Frührehabilitation,der neurologischen Rehabilitation, der Klinik für Neurochirurgie, der Klinik für Gefäßchirurgie, der Klinik für Innere Medizin und Intensivmedizin, der Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie und dem Zentrum für Radiologie und Neuroradiologie. »Die Versorgung von Schlaganfall-Patienten ist ein wichtiger Schwerpunkt von uns«, sagt Professor Jan Rudolf Ortlepp, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Intensivmedizin sowie Ärztlicher Direktor. Rund 12 000 Patienten jährlich behandelt man stationär; etwa tausend von ihnen hatten einen Schlaganfall. Zu ihrem Wohle beherrschen die Kliniken neue Behandlungsverfahren wie die Thrombektomie, die als wichtiger Fortschritt in der Schlaganfall-Therapie gilt. Und sie bieten ein Angebot, das von der Diagnose und der Behandlung von Schlaganfällen bis hin zur medizinischen Rehabilitation reicht.

Jährlich rund 12 000 Patienten

In Seesen umfasst die Reha sowohl die akute Phase kurz nach dem Schlaganfall als auch die Früh- und die Anschlussrehabilitation. Meistens sei es so, dass Patienten zwischen Standorten hin und her wechseln müssten, um ihren ursprünglichen körperlichen Zustand soweit wie möglich wiederzuerlangen, so Jan Rudolf Ortlepp. In Seesen ist das anders, hier könne man verschiedene Phasen der Rehabilitation an einem Ort durchlaufen.

Und im Idealfall schon auf der sogenannten Stroke Unit – die Spezialabteilung, deren Fachkräfte sich rund um die Uhr um Schlaganfall-­Patienten kümmern – mit Therapeuten daran arbeiten, wieder Tritt zu bekommen und in den Alltag zurückzufinden. Diese lückenlose Versorgungskette, so Jan Rudolf Ortlepp, »erhöht die Chancen, den Schlaganfall ohne große Behinderungen zu überstehen«.

Die lückenlose ­Versorgungskette

Allein 300 von insgesamt knapp 500 Klinik­betten gehen auf das Konto der neurologischen Fachabteilung, die vor wenigen Wochen um eine Auszeichnung reicher geworden ist: Sie ist jetzt zertifiziertes Zentrum für Multiple Sklerose. Das Qualitätssiegel stammt von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft und weist Erkrankten den Weg zu einer Klinik, wo sie eine hochwertige Behandlung erwarten dürfen.

»Das Zertifikat unterstreicht unseren über­regionalen Anspruch«, sagt Joachim Kröger. Das Einzugsgebiet beschränkt sich nicht nur auf Niedersachsen, sondern »reicht bis nach Sachsen-Anhalt und Nordhessen«. Seit 1. Juli ist er Chef der Kliniken. Der gebürtiger Schleswiger, zuvor Geschäftsführer der Asklepios Klinik Weißenfels, kennt unsere Region: Auch für die Städtischen Kliniken Braunschweig und Wolfenbüttel war er in leitenden Positionen tätig.

Fach- und Pflegekräfte gesucht? In Seesen nicht, hier gibt es so gut wie keine offenen Stellen. Das hat seinen Grund. »Wir haben das große Glück, dass wir eine eigene Krankenpflegeschule haben und Gesundheits- und Krankenpfleger am Standort ausbilden können.« Neunzig Plätze hat die Schule, jährlich schaffen etwa zwanzig junge Frauen und Männer den Abschluss.

Akademisches Lehr­krankenhaus mit »sauberen Händen«

Die Asklepios Kliniken Schildautal sind akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-­August-Universität Göttingen. Auch diese Rolle erweist sich als Vorteil – nämlich dann, wenn Medizinstudierende Einblick in die Kliniken bekommen, während der Ausbildung den Kontakt aufrechterhalten und nach Ende des Studiums ihre Karriere als Arzt in Seesen beginnen. »Wir sind in einer ländlichen Region zu Hause und mussten trotzdem noch nie mit Honorarkräften arbeiten«, sagt Jan Rudolf Ortlepp.

Worauf das komplette Mitarbeiterteam stolz ist: Bei der »Aktion Saubere Hände«, vor knapp zehn Jahren vom Bundesministerium für Gesundheit ins Leben gerufen, haben die Schildautal-Kliniken Gold-­Status erreicht. »In Deutschland haben diese Auszeichnung nur etwa 25 Krankenhäuser«, sagt Jan Rudolf Ortlepp.

Nicht nur, dass die Schildautal-Kliniken mit Mitarbeiterschulungen und -beobachtungen einen besonders strengen Maßstab an die Hand­hygiene anlegen; wer auf den Intensivstationen arbeitet, desinfiziert sich in seiner Acht-Stunden-Schicht zwischen dreißig und achtzig Mal die Hände. Die Kliniken screenen jeden Patienten bei seiner Aufnahme mit einem Abstrich im Nasen-Rachen-Raum auf den MRSA-Keim.

Was die Zukunft angeht, sendete das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung – zuständig für die Krankenhausplanung im Land – positive Signale. »Wir haben die Zusage bekommen, unsere Kapazität um dreißig zusätzliche Planbetten erhöhen zu können«, sagt Joachim Kröger. »Für unsere ­Kliniken ist das eine sehr gute Entwicklung – auch damit verbunden, dass wir neue Mitarbeiter einstellen.«

Bild oben: Für Chefarzt Professor Dr. Jan Rudolf Ortlepp und Geschäftsführer Joachim Kröger bildet die Versorgung von Schlaganfall-Patienten einen wichtigen Schwerpunkt.
geschrieben von  boy