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Update Arbeitsrecht – Arbeitsverträge optimal gestalten Dienstag, 14 März 2017 10:23 Foto: Andre Bertram

Update Arbeitsrecht – Arbeitsverträge optimal gestalten

Im Rechtsportal »juris« findet man allein rund 440 000 arbeitsrechtliche Entscheidungen. Arbeitsrecht ist Richterrecht! Daher ist es umso wichtiger, bereits zu Beginn des Arbeitsverhältnisses den Arbeitsvertrag rechtssicher zu gestalten, damit sowohl im Arbeitsverhältnis und auch bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Vertragsparteien wissen, was sie erwarten dürfen.

Am 31. Januar informierten die Wirtschafts­junioren Harz bei einer Vortragsveranstaltung im Goslarer Bäckergildehaus über aktuelle Anforderungen bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen. Ina-Verena Unverhau, die Sprecherin der Wirtschaftsjunioren, freute sich bei der Begrüßung über das rege Interesse und die gute Beteiligung bei der Veranstaltung. Anja Mertelsmann, die Geschäftsführerin des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes Harz, gab den Teilnehmern zunächst einen Überblick zu dem Thema. Ganz gleich, ob es um einen befristeten oder unbefristeten Vertrag geht, einen Ausbildungsvertrag, Teilzeittätigkeit, Verträge mit geringfügig Beschäftigten, Abrufarbeit oder um Verträge mit Außendienstmitarbeitern oder mit leitenden Angestellten – die Palette der zu beachtenden Vorschriften ist lang. Und vielfältig sind die möglichen Risiken und Fallstricke, die sich bei Nichtbeachtung der geltenden Regelungen ergeben können.

Bei der Formulierung der Verträge komme es häufig auf die genaue Wortwahl an, so ­Mertelsmann. Weniger sei hier manchmal mehr. Sei ein Mitarbeiter beispielsweise ausschließlich für einen bestimmten Werksstandort oder eine bestimmte Funktion eingestellt und dies auch so im Vertrag festgehalten worden, resultiere daraus für den Arbeitgeber ein eingeschränktes Direktionsrecht. Dies mache dann eine Änderungskündigung erforderlich, wenn dem Arbeitnehmer ein anderer Arbeitsort oder eine andere Funktion zugewiesen werden sollen. Deswegen sei es besser, mit Formulierungen zu arbeiten, die dem Arbeitgeber Gestaltungs- und Wahlmöglichkeiten offen lassen. Besondere Aufmerksamkeit und Umsicht ist auch bei Vereinbarungen über Mehrarbeit, Zulagen, Arbeitszeitgestaltung, Urlaubsregelungen, Ausschlussfristen, Wettbewerbsklauseln und bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses angebracht, um die Unwirksamkeit vertraglicher Formulierungen auszuschließen. Eine gute Beratung zahlt sich hier aus.

Bild oben: Ina-Verena Unverhau, Sprecherin der Wirtschaftsjunioren Harz e. V. (links), und Anja Mertelsmann, Geschäftsführerin des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes Harz e. V., bei der Veranstaltung »Update Arbeitsrecht – Arbeitsverträge optimal gestalten«.

geschrieben von  wo