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»Ich wurde schon im Kinderwagen auf den Flugplatz geschoben« Montag, 08 September 2014 00:00 Foto: Jörg Scheibe

»Ich wurde schon im Kinderwagen auf den Flugplatz geschoben«

Axel Knopff fliegt seit er vierzehn ist. Mit dem Motorflugzeug startet er auf dem Braunschweiger Flughafen, mit dem Ultraleichtflieger auf dem Flugplatz des Luftsportverbandes Helmstedt »Rote Wiese«. Bei klarem Wetter, im Fliegerjargon bei Blauthermik, ist er den ganzen Tag in der Luft. »Ich bin mit dem Flieger schon in ganz Deutschland gewesen, zuletzt auf Wangerooge. Da braucht man nur zwei Stunden. Im Auto wäre man den ganzen Tag unterwegs.« Wie ist Axel Knopff auf sein Hobby gekommen? »Mein Vater ist auch geflogen. Ich wurde schon im Kinderwagen auf den Flugplatz geschoben.«

Ein eigenes Flugzeug besitzt Axel Knopff nicht. »Ich hatte früher eigene. Manchmal schwanke ich gedanklich, ob ich mir wieder eins anschaffen sollte, aber dann siegt die Bequemlichkeit. So ein Flugzeug macht eine Menge Arbeit. Es ist viel bequemer, ein Flugzeug zu mieten, preiswerter auch. Ich bin Kaffeeflieger, so nennt man das.« Fliegt seine Frau auch? Iris Knopff: »Ich fliege nicht.« Fliegt sie manchmal mit? »Ungern. Ich bin eher ein ängstlicher Typ.« Ist schon mal was passiert? »Noch nie.«

Axel Knopff kam als Kind 1970 mit seinen Eltern von Hannover nach Helmstedt, wo der Vater bei der Firma Till-Präzisionsmechanik (später Till-Hydraulik), arbeitete. Sein eigenes Unternehmen Ökonomik-Hydraulik gründete der Vater 1976. »Ich bin da reingewachsen.« Seine eigene Firma, die AK Regeltechnik, die in Helmstedt ölhydraulische Steuerventile für Land- und Baumaschinen entwickelt und produziert, ging aus der alten Firma hervor. Iris Knopff ist in der Firma für die Buchhaltung, das Personalwesen und die Organisation zuständig: »Ich bin verantwortlich für alles, was nicht technisch ist.«

»Der Wintergarten ist vollautomatisch gesteuert«

Was mag Axel Knopff an Helmstedt? »Die Stadt ist beschaulich und bietet doch eine ganze Menge. Ein schönes Freibad, eine schöne Innenstadt mit alter Baustruktur. Und das Juleum, die ehemalige Universität, ist einzigartig.« Was sagt das Lexikon dazu? Erbaut von 1592 bis 1612 im Stil der Weserrenaissance, benannt nach dem Universitätsgründer Herzog Julius, gehört das Juleum zu den bedeutendsten Bauwerken dieser Epoche in Norddeutschland. »Leider wird das zu wenig vermarktet.«

1998 kauften Axel und Iris Knopff ihr Haus auf dem Warneckenberg. Über die letzten fünfzehn Jahre wurde es nach und nach renoviert, verschönert und letztes Jahr durch einen Wintergarten auch vergrößert. Rundum verglast ist er ein Schmuckstück geworden. Iris Knopff: »Nachts sieht man die Sterne, bei Regen fühlt man sich sicher und geborgen.« Axel Knopff: »Hier zu sitzen und rauszugucken beruhigt ungemein.« Iris Knopff: »Im Grunde haben wir unseren Mittelpunkt hierher verlegt. Unser Wohnzimmer ist nun unser Winterdomizil.« Axel Knopff: »Wo wir doch eigentlich nur unsere Wetterseite abdichten wollten.«

Dezent an der Wand ist ein Gerät angebracht, das das Wohlbefinden der Wintergartenbewohner weiter steigert: die Klimaanlage. An heißen Tagen kühl, die kalten Tage warm, das Steuergerät regelt alles: Rollläden, Markise, Klimaanlage, Fußbodenheizung, Licht. Iris Knopff: »Sehen Sie hier irgendwo eine Lampe an der Decke?« Wie auch, wenn das Dach aus Glas ist. Das Licht ist indirekt und kommt von den LED-Leisten über den Fenstern. Axel Knopff: »Technikverliebt bin ich schon ein bisschen.«

Bewohnt wird das Haus nur noch von drei Personen, seit die älteren Kinder aus dem Haus sind. Die Tochter ist Wirtschaftsingenieurin, bereits voll im Berufsleben integriert und vollendet gerade ihren Masterabschluss an der Fachhochschule Ostfalia, der Sohn studiert an der Hochschule Harz in Wernigerode Wirtschafts­informatik. »Auch spannend. Ein Zukunftsthema, das jede Firma betrifft.« Der jüngste Sohn ist erst vierzehn und geht noch zur Schule. Axel Knopff: »Die Kinder sind auf dem richtigen Weg. Da bin ich ganz entspannt.«

»In Dubai ist einfach alles klimatisiert«

Eingespannt in die Firma, plant das Ehepaar Knopff nie längere Urlaube. Axel Knopff: »Wir machen Kurzreisen. Uns genügt das zur Erholung.« Iris Knopff: »Unsere letzte Tour fiel allerdings üppiger aus.« Üppig war dabei nicht die Aufenthaltsdauer, sondern die Entfernung: 5000 Kilometer, Arabische Emirate, Dubai. Muss man da nicht von Schatten zu Schatten springen? Iris Knopff: »So ähnlich hatten wir uns das auch vorgestellt. Aber wir haben mehr gefroren als geschwitzt. Dort ist alles, wirklich alles, klimatisiert. Selbst die Übergänge über die Straßen sind hermetisch verschlossen. Es ist unglaublich.« Axel Knopff: »Wir waren eine Woche da und haben uns gefragt, wie oft wir in der Wärme gewesen sind. Wir sind im Ganzen auf fünf bis sechs Stunden gekommen.«

Der Eindruck von Dubai hält noch an. Die Märkte, die vielen Menschen, die Architektur. Ein Wolkenkratzer neben dem anderen und über 300 Meter hoch. Der Burj Khalifa mit 828 Metern das höchste Bauwerk der Welt. Axel Knopff: »Einfach gigantisch, was man da in die Wüste gesetzt hat. Etwas erkunden, Eindrücke sammeln, das macht uns Spaß. Das ist das Salz in der Suppe.«

Bild ganz oben: Axel und Iris Knopff, voll automatisch gesteuert.

geschrieben von  maru