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Zuhause in Wolfenbüttel: Kurze Wege, hoher Freizeitwert Montag, 07 November 2016 09:14 Foto: Peter Pohl

Zuhause in Wolfenbüttel: Kurze Wege, hoher Freizeitwert

Nach mehreren Karriereschritten bei der Sparkasse Essen, der Sparkasse Frankfurt (Oder) und etliche Jahre bei einer großen Bank in Litauen, ist Werner Schilli seit Ende 2010 Vorstandsmitglied der Braunschweigischen Landessparkasse. »Wir haben uns entschieden, hier in der Region zu bleiben. Hier kann man sehr gut leben.« Ursprünglich suchte die Familie allerdings eine Wohnung in Braunschweig, fand aber nichts Geeignetes. Heute genießen sie die Vorzüge von Wolfenbüttel. Sie mieteten dort gleich ein ganzes Haus. »Wolfenbüttel hat einen hohen Freizeitwert, kurze Wege, man kann sehr gut Fahrrad fahren oder spazieren gehen und Nordic Walken.« Brigitte Schilli: »Wolfenbüttel ist ganz reizend. Unsere Freunde, die uns aus ganz Deutschland besucht haben, waren alle begeistert.«



Gewöhnt daran, ein offenes Haus zu führen, pflegt das Ehepaar seine sozialen Kontakte und Freundschaften. »Wir haben gerne Gäste.« Die dann von Brigitte Schilli bekocht werden. »Früher waren es bis zu zwölf, heute sind es etwa zehn.« So viel Platz am Tisch muss sein. Werner Schilli: »Wir machen schon mal einen italienischen Abend mit Pasta und Lambrusco. Oder einen mit einem schönen Wildgericht.« Ist ­Werner Schilli Jäger? »Nein. Ich bin zwar einmal im Jahr an einer Jagd, die über die Stiftung ›Zukunft Wald‹ ausgerichtet wird, beteiligt, aber da bin ich nur Begleiter auf dem Hochsitz. Häufig wurde mir gesagt: ›Mach doch mal den Jagdschein, mach den Motorradführerschein, mach den Segelschein.‹ Aber ich kann und will schon aus Zeitgründen nicht alles machen, was möglich ist.«

Sportlich und kulturell zieht es das Ehepaar nach Braunschweig. Werner Schilli: »Die Stadt hat so eine Vielfalt!« Die Museumslandschaft, das Theater, Musik, der Kunstverein, Sport. »Wir spielen auch dort seit einem Jahr Golf. Damit verbringen wir relativ viel Zeit.« Im Sommer möglichst ein Mal die Woche. Handicap? »Meine Frau spielt schon länger und gut, ich eher mittel­mäßig.« Das sieht er allerdings gelassen. »Ich bin draußen, ich bin an der frischen Luft. Treffe nette Leute. Das zählt.«

»Ein Faible für moderne Kunst«

Über die Jahre hat das Ehepaar eine Sammlung moderner Kunst angelegt. »Das fing an, als ich Wirtschaftsjunior an der IHK Essen war. Da hatte ich Kontakt zu einem bekannten Galeristen. So bin ich anfänglich zum Thema Kunst gekommen.« Dann wurde Werner Schilli Vorstandsvorsitzender der Sparkasse in Frankfurt (Oder), wo er eine neue Sparkassenhauptverwaltung bauen ließ. »Da stand ich vor der Frage: ›Was kommt an die Wände?‹« Er nahm wieder Kontakt mit dem Essener Galeristen auf. »Wir sind durch die Galerien gezogen, auf Messen nach Basel, nach Köln, nach Dresden gefahren.« Er lernte einen weiteren Galeristen kennen, dann einen dritten. »Und ich verkehrte plötzlich in Kunstkreisen.« In seiner Zeit in Frankfurt (Oder) engagierte er sich auch als Vizepräsident bei der dortigen IHK.


Parallel zu dem, was er für die Sparkasse anschaffte, wuchs auch die private Sammlung. »Zum Beispiel bekam ein Künstler den Auftrag, für die Sparkasse ein großes Bild anzufertigen und ich kaufte dann von ihm ein kleines.« ­Brigitte Schilli: »Jetzt fehlt uns die Fläche, um noch mehr aufhängen zu können.«

»Litauen war eine ­Herausforderung«

Die Kunst kam von überall her, aus Süddeutschland, Westdeutschland, Brandenburg, aus der Braunschweiger Region, aus Berlin oder auch aus Litauen, wo Werner Schilli acht Jahre lang lebte und arbeitete. Brigitte Schilli: »Erst einmal war Litauen eine Herausforderung. Wir haben uns gefragt: Können wir als Familie dort leben?« Tochter Gina-Lisa war damals noch schulpflichtig und ging dort auf die American International School in Vilnius. Eine spannende Zeit. »Wir haben die ungeheure Deutschfreundlichkeit der Litauer genossen. Wenn die gemerkt haben, dass wir Deutsche sind, haben sehr viele mit uns auch deutsch sprechen wollen. Mit der Verkäuferin an der Wursttheke habe ich mich allerdings mit Händen und Füßen verständigt. Sie konnte kein englisch, ich kein litauisch. Aber es hat geklappt. Wir haben sehr viel gelacht!« Werner Schilli: »Litauisch ist eine schwere Sprache. In der Bank wurde englisch gesprochen, bei den Filialen auf dem Land war eine Übersetzerin dabei.«

»Unsere Regel heißt: Ein freier Tag für uns«

Brigitte Schilli lebte dann zwischenzeitlich sechs Jahre in Berlin, weil die Tochter nach der zehnten Klasse in Vilnius auf die American International School nach Berlin wechselte, um dort ihr International Baccarulate zu machen. Werner Schilli: »Ich bin alle zwei Wochen gependelt.« Gina-Lisa studierte in England Business und Management, machte ihren Master an der LSE und ist heute mit achtundzwanzig Jahren mit ihren Mitarbeitern zuständig für die Führungskräfteauswahl einer großen international tätigen schwedischen Firma in München. Brigitte Schilli: »Die legen sehr viel Wert auf Sozialkompetenz und Teamgeist. Wer da die Ellenbogen ausfährt, hat ganz schlechte Karten.«

Gemeinsam ist dem Ehepaar die Freude am Kontakt zu Menschen. Kochabende, einmal im Monat eine Kartenspielrunde, Werner Schilli war im letzten Jahr Präsident des Rotary Clubs Braunschweig-Richmond, Brigitte Schilli ist Mitglied in einem Literaturkreis und bei der International Women’s Association, das klingt ausgesprochen aktiv. Brigitte Schilli: »Wir haben eine Regel: Ein Tag am Wochenende bleibt frei. Der ist dann nur für uns.«

Bild oben: Brigitte und Werner Schilli fühlen sich in der Region wohl und haben gern Gäste.
geschrieben von  wo