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Feuerwerke für Hochzeiten, ­Stadtfeste und Firmenjubiläen Donnerstag, 09 Februar 2017 10:19 Foto: Peter Pohl

Feuerwerke für Hochzeiten, ­Stadtfeste und Firmenjubiläen

Ein ungewöhnlicher Wechsel: 1995 zog Ronald Auringer von Berlin nach Abbensen, einem 2000-Einwohner-Dorf in der Gemeinde Edemissen. »Ich hatte aus beruflichen Gründen eine Wohnung in der Region gesucht. Eine Kollegin lebte in Abbensen. Sie meinte: Das ist ein Riesendorf. Ich sagte: Wie viele wohnen denn da? Und dann: So viele sind bei uns in Berlin mitunter in einem Haus zu Hause«, erinnert er sich lachend. »Das war schon eine Umstellung«, bestätigt Kathrin Auringer. »Du kommst morgens aus dem Haus und siehst erst mal Rehe auf der Wiese stehen.« Heute ist das Zuhause für die beiden ihr Ruhepol.



»Trubel habe ich die ganze Woche um mich herum, wenn ich in der Welt unterwegs bin. Hier ist es total ruhig«, so Ronald Auringer. »Im Sommer kann ich in den Pool springen oder wir setzen uns in den Garten. Im Winter gehe ich in die Sauna.« Berlin vermissen sie kaum. »Allein schon die vielen Baustellen dort – das ist eine Rumpelbude geworden. Wir sagen immer: Da möchten wir nicht mehr leben.«

Ronald Auringer ist im Hauptberuf Vertriebs­leiter. Im Auftrag eines süddeutschen Proto­typenbauers verkauft er Prototypen und Proto­typenwerkzeuge für den Automobilbau, die Medizintechnik und die Spielwaren­branche. Drei Tage pro Woche ist er im Außendienst, überwiegend in Bayern und Baden-­Württemberg. Montags und freitags sind seine Bürotage zu Hause.

Im Nebenberuf zündet er Feuerwerke. »Das hat sich als Hobby eingeschlichen«, berichtet er. »Ich hatte für unsere Hochzeit ein Feuerwerk gestaltet. Das wünschten sich dann auch Freunde, die eingeladen waren. Sie feierten in einer Kleingartenanlage. Dort gab es dann später ein Sommerfest, für das ich auch beauftragt wurde. So hat sich das entwickelt. Das ­Material kaufte ich direkt bei den Herstellern. Da musste ich ganze Paletten abnehmen. Ich sagte spaßes­halber zu meiner Frau: Bieten wir einfach Feuer­werke für Hochzeiten an.«

»Über 50 Feuerwerke im Jahr«

Das wurde dann wirklich Realität – nach einer rund dreijährigen Ausbildung zum staatlich geprüften Feuerwerker. »Die Ausbildung zieht sich etwas hin. Bevor man sich zur Theorie an einer Sprengschule anmelden kann, muss man zunächst an 26 Großfeuerwerken mitgewirkt haben. Man geht zunächst auf die Walz und lernt anschließend ausführlich das Waffen- und Sprengstoffgesetz kennen«, gibt er Einblick. »Um arbeiten zu können, muss man dann den Besitz eines Bunkers nachweisen. Mit der Tätigkeit sind auch sehr teure Versicherungen verbunden. Es gibt wenige, die von Feuerwerken leben können.«

»Der Kostenrahmen beginnt bei 800 Euro«

Seit 2007 kann jedermann bei Ronald Auringer und seinen Kollegen Feuerwerke in Auftrag geben – für private Feiern, Stadtfeste, Grundsteinlegungen oder Firmenjubiläen. Auch bei der Landesgartenschau in Papenburg war er im Einsatz. »Es gab sogar schon mal einen Abend, an dem wir gleich drei Hochzeitsfeuerwerke geschossen haben. Ich fuhr hin und her«, erzählt er. 50 bis 60 Aufträge erhält er pro Jahr. Ab 800 Euro ist man im Geschäft. »Dafür bekommt man ein schönes Feuerwerk mit zwei großen bengalischen Herzen und hintendran ein Höhenfeuerwerk mit Musik.« Das Exquisiteste, Kostspieligste, das man buchen kann, ist ein musiksynchrones Feuerwerk. »Da passiert bei jedem Ton etwas.«

Sohn Eric (17) hilft inzwischen hin und wieder bei der Vorbereitung. »Wenn Papa ein Lichterbild konzipiert, baut er die Bretter. Ansonsten sind unsere Söhne nicht unbedingt ambitioniert, das Hobby fortzusetzen. Für die ist Feuerwerk inzwischen langweilig«, erzählt Kathrin ­Auringer. Eric stimmt zu, als er fürs Foto vorbeikommt: »Das ist jetzt nicht so das Größte für mich.« Sein Hobby ist Musik: »Ich spiele gern Klarinette oder Keyboard.« Sein Bruder Benneth (12) ist derweil im Fußballverein aktiv.

»Line Dance zu ­modernen Liedern«

Ist die Familie inzwischen in Abbensen verwurzelt? »Mich kennt man hier eigentlich immer noch nicht so richtig«, antwortet ­Ronald ­Auringer. Und relativiert gleich: »Gut, in den letzten Jahren vielleicht schon. Aber vor wenigen Jahren konnte ich noch durch den Ort laufen und jeder fragte: Sind Sie hier zu Gast? Durch den Außendienst bin ich ja nie präsent.« ­Kathrin Auringer, die an einer Peiner Grundschule unterrichtet, ist stärker mittendrin: »Das ergibt sich allein schon durch die Kinder.« Sie trainiert in zwei Sportvereinen. In Oedesse, dem Nachbardorf, leitet sie zudem eine Line Dance Gruppe: »Der Tanz in Linien kommt eigentlich vom amerikanischen Country- und Western­tanz. Wir tanzen aber viel zu moderner Musik.«

Zu ihrem Geburtsort Berlin haben die beiden immer noch eine gute Verbindung – vor allem durch ihre Eltern bzw. Schwiegereltern, die dort wohnen. »Wir bieten unseren Freunden immer eine Vielzahl an Touren an. Das kommt ganz gut an.« Kennen sie sich denn noch gut aus? Ronald Auringer lacht: »Wir wissen zumindest, wo es mal war.« Wenn es die Zeit erlaubt, erkunden sie auch gern andere Städte bei Wochenendtrips. Ihr Lieblingsurlaubsziel ist Zypern. »Wir sind auch häufig in Kroatien«, erzählen sie. »Schön ist, dass man dorthin mit dem Auto fahren kann. Das entwickelt sich so, wenn man Kinder hat. Wenn man sich vorstellt, was eine Flugreise kostet, und das mal vier, ist man schnell von der eigenen Autofahrt begeistert.«

Zum Schluss noch ein Blick durchs Wohnzimmer – wie würden sie ihr Zuhause selbst beschreiben? »Als normal. Bodenständig«, so Ronald Auringer spontan. Seine Frau ergänzt: »In den 19 Jahren, in denen wir hier zusammen wohnen, haben wir nicht viel geändert. Insofern sind wir schon ganz zufrieden.« Auf einer großen Leinwand schauen alle vier gern zusammen Blockbuster und Familienfilme. Sonntagnachmittags packen sie gern mal die Spielkonsole aus. Ein Blickfang ist ihr Aquarium. »Das haben wir angeschafft, als Eric geboren wurde. Wenn man die kleinen Kinder davor setzt, werden die unwahrscheinlich ruhig«, berichtet Kathrin Auringer.

Außerdem lebt noch die Schildkröte Schildi im Haus. Zurzeit hält sie Winterschlaf. Sie hat sich in einer Winterkiste im Carport eingegraben. »Sie ist starr wie die Frösche im Teich«, berichten die Auringers. »Man kann sie im Winter sogar im Kühlschrank aufbewahren. Das haben wir in einem Jahr mal gemacht, aber inzwischen ist sie dafür zu groß.«

Bild oben: Von Berlin nach Abbensen im Landkreis Peine: Ronald und Kathrin Auringer mit ihren Söhnen Eric und Benneth.
geschrieben von  wo