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Technikaffin bin ich schon Mittwoch, 14 Juni 2017 09:43 Foto: André Pause

Technikaffin bin ich schon

Istanbul, München, Braunschweig – Edwin Hribek, Vorstand der Firma AURO, hat Zeit seines Lebens in Großstädten gelebt. In dieser Reihe ist Braunschweig die kleinste. »Deshalb war es mir wichtig, zentral zu wohnen, innenstadtnah und grün. Und das habe ich hier am Fallersleber Tore. Man ist ja praktisch am Theaterpark und an der Oker.«
 


Edwin Hribek bewohnt eine Dachgeschosswohnung mit zwei Terrassen, eine große auf der Südseite, eine schmale mit Abendsonne. »Gerade auf der Dachterrasse bin ich sehr gern. Es ist ein Rückzugsort und ein Büro. Bei gutem Wetter arbeite ich hier mit dem Laptop und entspannen kann ich hier auch. Man hat das Grundrauschen der Stadt (mit Straßenbahn). Ich empfinde das als sehr lebendig.«

Er ist in Istanbul geboren. Sein Vater war Professor an der Ägäis-Universität und später auch an der Bosporus-Universität. Also verbrachte Hribek die ersten vierzehn Jahre seines Lebens in der Türkei und spricht noch immer türkisch. »Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie immer bemüht waren, auch ein Teil der türkischen Gesellschaft zu sein und keine deutsche Insel. Wir hatten viele türkische Bekannte, Nachbarn – und dann waren da die vielen Kinder, mit denen ich gespielt habe. So habe ich die Sprache gelernt. Türkischunterricht hatte ich nie.«

»Türkischunterricht hatte ich nie«

Nächste Station München: Wirtschaftsabitur, Ausbildung zum Handelsfachwirt, erster Job. Edwin Hribek leitete schon in jungen Jahren Baumärkte und bekam aufgrund seiner Mehrsprachigkeit das Angebot, nach Istanbul zu gehen. »Im Handel ist große Flexibilität gefragt, besonders, wenn man für Handelsketten arbeitet.« Aber irgendwann will der Mensch auch sesshaft werden. Als sich die Option ergab, bei AURO in Braunschweig anzufangen, griff Hribek zu: »Ich fand das Thema sehr spannend, musste mich aber einarbeiten, weil die Firma ja ganz besondere Produkte herstellt.«

AURO ist weithin bekannt als Entwickler und Produzent von ökologischen Naturfarben, Lacken, Lasuren, Ölen, Wachsen, Reinigungs- und Pflegemitteln, Holzpflegemitteln und Reinigungsprodukten. 1983 gegründet und mit mehreren Umweltpreisen ausgezeichnet, gelang es dem Unternehmen 2017 als erstem Farbhersteller, ein maschinelles Abtönsystem für Wandfarben mit ökologischen Pasten zu entwickeln. Edwin Hribek ist für die Firma viel unterwegs. »Wir exportieren ja bis Fernost, China, Japan, Korea, Hongkong. Aktuell haben wir hochwertige Kontakte zu chinesischen Unternehmen, die mit uns ins Geschäft kommen wollen. Da muss eben der Vorstand anreisen, um auf Augenhöhe zu kommunizieren.«

In seiner Jugend war Edwin Hribek viel mit dem Rucksack unterwegs. Inzwischen bleibt nicht mehr viel Zeit für Urlaub. Vor ein paar Jahren hat er mit Freunden eine Yucatán-Rundreise gemacht. »Zweieinhalb Wochen, das ging gerade so. Das würde ich gern noch einmal tun. Ich war überwältigt von den Eindrücken.« Aktuell führten die Urlaubsfahrten eher in den mediterranen Raum. Aber bloß keine Bettenbunker. »Morgens die Schlacht am Frühstücksbuffet, abends die Schlacht am Abendbuffet, und den ganzen Tag im Liegestuhl. Das ist nicht meine Welt. Ich mag es individuell.« Das zeigt sich auch bei seinem Hobby, dem Kochen. Edwin Hribek kocht nicht etwa gern, er führt eine Küche mit gehobenem Anspruch: Er beschäftigt sich mit Essen. »Das ist ein kulturell total spannendes Thema. Nicht nur schnippeln und erwärmen, sondern schauen, woher das eigentlich kommt. Für mich ist es das ideale Mittel, um Brücken zu bauen und einander besser zu verstehen.« Was hat er zuletzt gekocht? »Zuletzt habe ich nicht gekocht, sondern Fische gegrillt. Beim Kochen setze ich mir immer einen Schwerpunkt. Zurzeit beschäftige ich mich mit Saucen.« Zum Beispiel mit der karibischen Pfeffersauce auf Essigbasis mit Limettensaft, Langem Koriander und selbstgezüchteten, extra scharfen Chilis, den Habaneros. »Die kann man zu allem essen, zu Fleisch, zu Gemüse, zu Fisch.« Sie haben die Karibik bereist? »Ja, schon einige Male.« Sie beschäftigen sich mit den Küchen der Länder, die Sie bereisen? »Absolut. Das ist einer der Hauptgründe, zu reisen.«

»Kochen ist ein kulturell total spannendes Thema«

Weitere Hobbys sind Musik und Film. Im Wohnzimmer steht ein Home Cinema System mit Surround Sound. »Technikaffin bin ich schon. Ich schaue praktisch gar nicht fern, sehe aber gern Filme, entweder auf Blue Ray oder als Stream. Da ist die ganze Filmlandschaft online abrufbar und man ist vom linearen Fernsehen völlig unabhängig.« Auch beim Musikhören ist Edwin Hribek breit aufgestellt: Rock, Reggae, die Stones, Neil Young, Gitarrenmusik, auch mal ein klassisches Stück. Aktuelle Bands? »›In Search Of Sun‹ haben musikalisch wirklich was drauf. Oder ›We Are Harlot‹, das geht in Richtung Hard Rock, Metal. Das ist mein ganz persönlicher Geschmack. Mit den Charts kann ich wenig anfangen.« Er besitzt einen klassischen Plattenspieler und eine Plattensammlung von etwa dreihundertfünfzig Alben. »Das ist ein Bestand, den man nicht weggibt. Es sind ja auch Erinnerungsstücke, die ich noch gern höre. Ich habe Vinyl immer schätzt. Da hat man bei einer vernünftigen Klanganlage nie einen Nachteil gegenüber der CD.«

Bild oben: Edwin Hribek ist Hobbykoch und Musik- und Filmliebhaber mit technischer Qualitätsausstattung.
geschrieben von  maru