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Haus und Garten sind unsere Idylle Dienstag, 01 August 2017 11:43 Foto: Jörg Scheibe

Haus und Garten sind unsere Idylle

Als die hannoversche Firma Albrecht Maschinenbau GmbH 1975 eine zweite Betriebsstätte eröffnete, wechselten auch Hans-­Norbert und Renate Kuni ihren Standort. Renate Kuni: »Unsere Kundschaft hat gesagt: Ihr könnt doch nicht immer aus Hannover anreisen. Kommt doch nach Braunschweig.« Und so geschah es. Auf der Suche nach einem neuen Heim wurde das Ehepaar zwischen Querum und Hondelage fündig: ein großes Grundstück mit Garten, ideal auch für die Kinder. »Bleiben wollten wir eigentlich nicht.« Aber dann kam alles ganz anders. Die Kinder wurden eingeschult, das Ehepaar entdeckte den Tanzsport für sich und Renate Kuni wurde Vorsitzende des Braunschweiger Tanzsportclubs BTSC. Heute möchte niemand mehr hier weg. Hans-Norbert Kuni: »Wir haben tagsüber so viel Trubel, dass wir abends zu Hause entspannen. Das Haus und der Garten, das ist unsere Idylle.«
 

Haus und Garten befinden sich einerseits in einem ruhigen Wohnviertel, andererseits grenzt der Garten an eine vielbefahrene Straße. Hans-Norbert Kuni: »Wir sind nicht geräuschempfindlich. Wir haben beruflich schließlich mit lärmenden Maschinen zu tun.« Und irgendwann hört man die Geräuschkulisse einfach nicht mehr. Renate Kuni: »Wir sind im Pumpenservice tätig. Das ist Großanlagenbau für die Industrie. Privatkunden haben wir eher weniger. Unsere Kunden sind aber auch Kommunen, Wohnungsgenossenschaften und Wohnungseigentümergesellschaften.« Das jährliche Auftragsvolumen liegt bei vier Millionen Euro. Mittlerweile ist mit Magdeburg ein dritter Standort dazu gekommen. »Das, was uns ausmacht, ist, dass wir nicht nur neu verkaufen. Wir können auch reparieren und selber Ersatzteile herstellen.« Beide Söhne arbeiten in der Firma mit. Es handelt sich also bei der Firma Albrecht Maschinenbau, die 1967 von Hans-Norbert Kunis Vater übernommen wurde, um einen klassischen deutschen inhabergeführten mittelständischen Familienbetrieb.

»Es begann mit dem Aufspüren eines Pfennigs«

Der Feinwerkmechanikermeister und die Steuer­fachangestellte haben sich über die Arbeit kennen gelernt. »Das ist immer das Vernünftigste«, lächelt Hans-Norbert Kuni. Und die Geschichte geht so: In der Jahresabrechnung der Firma Albrecht war ein Fehler aufgetaucht. Es fehlte genau ein Pfennig, und so gründlich auch geforscht wurde, der Fehler war nicht zu finden. Also sprach Renate Kunis Vater, der mit der Firma geschäftlich verbunden war, seine Tochter an: »Du bist doch immer so pingelig.« Die besten Voraussetzungen, um einen verlorenen Pfennig aufzuspüren. Renate Kuni, die damals natürlich noch nicht Kuni hieß, fuhr in die Firma, fing an zu rechnen und fand den Fehler. So fing das an.

Inzwischen ist das Ehepaar seit über vierzig Jahren in Braunschweig integriert, nach eigener Aussage »mit Leib und Seele«. Renate Kuni: »Man engagiert sich, man bewegt etwas.« Er ist im Lions Club aktiv, sie im Zonta Club. Zonta gibt es weltweit, ist seit dreißig Jahren in Braunschweig tätig, unterstützt soziale Projekte für Frauen und Mädchen und vergibt unter anderem den Amelia ­Earhart-Preis für junge Wissenschaftlerinnen und Studentinnen der Luft- und Raumfahrt. Renate Kuni ist Past-Präsidentin des Zonta Clubs. Die Präsidentschaft, die immer zwei Jahre dauert, hat gerade gewechselt. »Wir sind nicht so präsent wie die Stiftungen hier. Das schafft so ein kleiner Club nicht. Wir haben zweiunddreißig Mitglieder, alles berufstätige Frauen. Wir machen das nebenbei.«

»Ein Puppenzimmer und ein Jagdzimmer als Hobby«

Renate Kuni besitzt ein »Puppenzimmer«. Auch das nebenbei. Denn eine Sammlerin ist sie nicht. Jede einzelne Puppe ist ihr geschenkt worden, darunter einige Raritäten wie die große Karnevalspuppe aus Venedig von ihrem Mann (»Wir lieben die Stadt!«), die erste Figur, die Renate Kuni als Kind bekam, die Puppenstube, die ihr Vater für sie baute, und das wohl älteste Exemplar im Raum mit abnehmbarem Kopf, ein Geschenk der inzwischen 92-jährigen Schwiegermutter. »Damals wurde ja noch repariert. Heute gibt es keinen Puppendoktor mehr.« Daher sei ihr Zimmer nun auch komplett. »Neue Puppen kommen nicht mehr dazu.«

Hans-Norbert Kuni besitzt ein »Jagdzimmer«. Er ist allerdings ein Jäger ohne Revier: »Jagd heißt Hege und Pflege und dafür ist einfach nicht die Zeit. Deshalb suchen wir jemanden, der uns einen Jagderlaubnisschein ausstellt.« Das »Wir« integriert Sohn Sascha, der auch Jäger ist. Sohn Martin ist leidenschaftlicher Taucher (»nur in stillen Gewässern«), also auch naturverbunden. Wenn Hans-Norbert Kuni jetzt auf die Jagd geht, dann in Namibia. Im Jagdzimmer hängen die Trophäen von Springböcken, die er dort geschossen hat. »Namibia ist ein wunder­schönes Land. Da zieht es uns immer wieder hin.« Auch wenn die Urlaubszeit knapp bemessen ist. »Wenn wir vierzehn Tage im Jahr weg sind, ist das schon viel.«



Bild oben: Hans-Norbert und Renate Kuni. Mit dabei: Dexter vom Dornbusch.
geschrieben von  maru